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Flipperautomat - Gewährleistungsansprüche gegen privaten ebay-Verkäufer


10.07.2005 22:02 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann




Sehr geehrte Damen und Herren Rechtsanwälte,

am 18.06.2005 habe ich bei ebay einen gebrauchten Flipperautomaten von privat ersteigert. Das Gerät wurde dort als „voll funktionsfähig“ angeboten, der Preis lag bei über 400,--.

Der Auktionstext lautet:

Flipper ... von Williams – voll funktionsfähig!!!
Hier bietet ihr auf den ... Flipper von Williams mit original verspiegelter Scheibe -sehr selten!!!!!!!!!
Der Flipper ist voll funktionsfähig. Alle Schlüssel sind vorhanden, sonst funktioniert er mit DM!!!
Muss ihn leider abgeben da es Ärger mit den Nachbarn gab, weil beim Erdbebe die ganze Bude wackelt:)- richtig geil!!!!
Nur Selbstabholer, angucken und Probespielen jederzeit möglich!!! (nur nicht in der Mittagsruhe):)
Bei Fragen Email an mich!!! Oder unter der Tel. Nr. ...
Viel Spaß beim Bieten!!!


Am 23.06. habe ich das Gerät (knapp 100 Kilo schwer) vereinbarungsgemäß persönlich im 300 Kilometer entfernten Braunschweig abgeholt. Eine genaue technische Prüfung vor Ort durch mich (da zwar Fan, aber trozdem Laie) erfolge nicht. Zum Transport wurden die Beine abgeschraubt (rein mechanische Verbindungen), aber keine Stecker abgezogen, da dies nicht erforderlich war. Der "Kopf" wurde am dafür vorgesehenen Scharnier umgeklappt,wie es für einen Transport vorgeschrieben ist. Gelagert wurde das Gerät bei mir zu Hause dann in einem trockenen Raum.

Am 03.07. – nachdem ich eine Woche in Urlaub war - habe ich das Gerät aufgebaut (Beine montiert und justiert) und erstmals gespielt. Ich stellt fest, dass das Gerät – entgegen der zugesicherten Eigenschaft – eben nicht „voll funktionsfähig“ ist:
1. Die „Finger“, die die Kugel ins Spielfeld schießen, haben nur ca. ein Viertel Kraft – Spielen ist somit nicht möglich.

Weitere Mängel stellte ich heute – bei einem ausführlicheren Test – fest:
2. Drei versenkbare Ziele kommen nicht wieder „hoch“, sondern bleiben „versenkt“.
3. Ein „Kugelfang“ gibt die Kugel nicht wieder frei, so wie vorgesehen.

Auf eine erste freundliche Email vom 03.07. mit Nennung des ersten Mangels hat der Verkäufer nicht reagiert.

Der Verkäufer hat in seiner Auktion die Gewährleistung nicht ausgeschlossen – insofern möchte ich ihn zur Rechenschaft ziehen.

Das Gerät möchte ich schon gerne behalten, allerdings im zugesicherten „voll funktionsfähigen“ Zustand.

Ich würde daher gerne dem Verkäufer die Mängel per Einschreiben mitteilen, mit Fristsetzung zur Mängelbehebung.

Bringt er die Mängel nicht entsprechend in Ordnung, würde ich den Reparaturauftrag gewerblich vergeben und die Kosten dem Verkäufer in Rechnung stellen – mit dem Ziel, diese notfalls einzuklagen.

Meine Frage: Kann ich so verfahren? Oder bin ich verpflichtet, dem Verkäufer zur Reparatur das Gerät nach Braunschweig zu bringen und nach erfolgter Mängelbehebung wieder abzuholen – und dafür insgesamt weitere 1200 Kilometer zu fahren, Benzin und Aufwand zu meinen Lasten?

Der Verkauf erfolgte von privat an privat. Eine Rechtsschutzversicherung habe ich.
Irgendwelche Kabel oder Stecker abgezogen – deren unsachgemäßes Zusammenfügen ein Grund für die Störungen sein könnte – habe ich nicht.

Vielen Dank für Ihr Bemühen.

Freundliche Grüße

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Sehr geehrter Ratsuchender,


vielen Dank für die Anfrage.

Ihre geplante Vorgehensweise ist grundsätzlich in Ordnung. Wichtig ist aber, daß Sie dem Verkäufer zunächst Gelegenheit zur Nacherfüllung geben. Dazu können Sie auch eine Frist setzen. Die Kosten der Nacherfüllung gehen zu Lasten des Verkäufers, so daß Sie sich nicht mit dem Rücktransport des Gerätes abplagen müssen. Fordern Sie ihn auf, das Gerät innerhalb angemessener Frist abzuholen und bis zu einem weiteren Termin reparieren zu lassen. Da der Verkäufer das Gerät dazu aber wohl selbst an einen Fachmann übergeben wird müssen, sollte die Frist nicht zu kurz bemessen sein. Sechs Wochen halte ich für angemessen und angebracht.

Erklärt der Verkäufer Ihnen auf Ihre Forderung hin, daß er die Nacherfüllung verweigert, müssen Sie natürlich keine sechs Wochen warten, sondern können dann das Gerät selbst reparieren lassen und die Kosten als Schadensersatz geltend machen.

All das macht aber nur dann Sinn, wenn Sie nachweisen können, daß es sich wirklich um einen Mangel handelt, der nicht durch den Transport oder unsachgemäße Behandlung entstanden ist. Das wird der Verkäufer nämlich mit 100%iger Sicherheit behaupten. Das Vorliegen eines Mangels, also einer Abweichung der Ist- von der vertraglich vereinbarten Sollbeschaffenheit (="voll funktionsfähig") müssen Sie beweisen. Sind Sie sicher, daß Sie diesen Beweis erbringen können, sollten Sie so vorgehen, wie beschrieben.


Mit freundlichen Grüßen


A. Schwartmann
Rechtsanwalt

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