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Fliesenleger verlegt falsche Fliesen

16.09.2013 10:22 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Dratwa


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben uns für unseren Neubau in einem Fliesenstudio eine dort ausgestellte bestimmte Fliese ausgesucht.
Diese Fliese hatte in diesem Fliesenstudio die Bezeichnung RAK Gems anthracite matt. Dem Fliesenleger (hat mit dem Fliesenstudio nichts zu tun), der die Arbeiten in unserem Haus ausführen sollte haben wir diese Bezeichnung mitgeteilt, nachdem wir auf der Homepage des Fliesenherstellers die Fliese nochmals angeschaut haben. http://www.*****

Der Fliesenleger bestellte nun bei seinem Händler die Fliese mit dieser Bzeichnung und schrieb in den Auftrag folgenden Produktcode: 9GPD56UPSG.

Problem: Der Lieferant des Fliesenlegers versteht unter der Bezeichnung anthracite matt die Farbe, die auf der Homepage des Herstellers als cold anthracite aufgeführt ist. Die Bezeichnung cold anthracite kennen die Lieferanten nicht. Meine Vermutung ist, dass die Farbbezeichnung anthracite des Herstellers bei den Lieferanten als grau geführt wird.

Nachdem ein Teil der Fliesen verlegt wurde ist uns der Irrtum aufgefallen. Wir boten dem Fliesenleger einen Kompromiss an: Einen Raum in der dunkleren falschen Farbe zu belassen und ca. drei Reihen in einem anderen Raum gegen die korrekten auszutauschen und dann mit den korrekten Fliesen forzufahren. Ohne Mehrkosten für uns.

Der Fliesenleger verweigerte diesen Kompromis und bestand darauf, dass er genau bestellt hat was wir wollten und wir den Auftrag mit dem entsprechenden Produktcode unterschrieben hätten. Allerdings kam der Produktcode ja nicht von uns sondern vom Flieseneleger. Für uns war aus dem Code nicht erkennbar, um welche Fliese es sich handelt. Weiterhin meinte er, selbst wenn er beim Lieferanten unsere Wunschfliesen bestellen würde (anthracite) würde er wieder die gleichen geliefert bekommen, da anthracite beim Liferanten nunmal diese dunklere Farbe ist (!)

Interessant ist, dass in dem Fliesenstudio in dem wir die Fliese in natura gesehen haben, die Bezeichnungen des Herstellers verwendet werden.

Hätte der Fliesenleger einen Blick auf die Homepge des Herstellers geworfen, wäre der Irrtum aufgefallen. Ebenso hätte er beim Lieferanten nachfragen können, wie die Fliese bei ihm heißt, die auf der Homepage des Herstellers als anthracite bezeichnet wird.
Zudem behauptet der Fliesenleger, er hätte uns die Fliese gezeigt (bemustert) Dem ist aber nicht so, wir haben die Fliese bei der Bemusterung nie gesehen. Das kann ich aber nicht beweisen.

Fakt ist, wir haben uns an die Bezeichnung des Fliesenherstellers gehalten ohne zu wissen, dass die Lieferanten die Fliesen anders bezeichnen. Dem Fliesenleger als Fachmann ist das wohl auch nicht aufgefallen.

Zu allem Überfluss stellte der Fliesenleger auch noch alle Arbeiten ein, auch die, die mit der besagten Fliese nichts zu tun hatten, bis eine Klärung erfolgt ist. Eine Klärung konnten wir jedoch nicht herbeiführen, da der Fliesenleger stets auf seiner Position beharrte und nicht kompromissbereit war. Da wir aufgrund dessen, dass wir unsere Mietwohnung gekundigt haben auch einigermaßen unter Zeitdruck stehen, hat uns somit der Fliesenleger gezwungen / genötigt, die Fliesen die er bestellt hat zu akzeptieren, damit überhaupt weiter gearbeitet wird. Konkret baten wir den Flieseleger seine Arbeit mit den Fliesen fortzusetzen, mit denen er begonnen hatte. Wir haben das aber mit dem Zeitdruck begründet und nicht geschrieben, dass wir die dunkleren Fliesen akzeptieren, oder diese für uns in Ordnung sind

Kann ich hier noch etwas unternehmen, ggf. die Rechnung mindern, wenn die Arbeiten beendet sind? Momentan kann ich kaum etwas unternehmen, da der Fliesenleger sonst die Arbeiten einstellt und somit auch Folgearbeiten nicht ausgeführt werden können.

Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst bedanke ich mich für Ihre Anfrage.
Sie haben mit dem Fliesenleger einen Werklieferungsvertrag gem. § 651 BGB abgeschlossen. Insoweit findet das Kaufrecht Anwendung.

Nach § 434 Abs. 1 BGB liegt ein Sachmangel vor, wenn der Sache die vereinbarte Beschaffenheit fehlt. Die vereinbarte Beschaffenheit die von Ihnen in der Farbe anthracite matt ausgesuchte Fliese. Wenn der Fliesenleger alsdann über seinen Händler eine Fliese in einer anderen Farbe bestellt, ohne sich vorher genau zu vergewissern, dass dies die von Ihnen bestellte Fliesenfarbe ist, dann fehlt eben die vereinbarte Beschaffenheit und es liegt ein Sachmangel vor.

Der Sachmangel hat zur Folge, dass Ihnen die Mängelrechte aus § 437 BGB zustehen. Das heißt, Sie müssen zunächst vom Fliesenleger binnen einer Frist, wobei ich eine Woche ansetzen würde, schriftlich Nacherfüllung gem. § 437 Nr. 1 BGB verlangen und zwar Verlegung von Fliesen in der von Ihnen bestellten Farbe anthracite matt.

Kommt der Fliesenleger der Aufforderung nicht nach, können Sie gem.§ 437 Nr. 2 BGB vom Vertrag zurücktreten oder die vereinbarte Vergütung mindern und zudem nach § 437 Nr. 3 BGB Schadenersatz verlangen.

Falls der Fliesenleger insofern reagiert, dass er auch die weiteren Arbeiten niederlegt, dann weisen Sie Ihn daraufhin, dass er sich vertragswidrig verhält und Ihnen insofern Schadenersatz zusteht, d.h., Sie können einen anderen Handwerker beauftragen und die Kosten hierfür dem Fliesenleger in Rechnung stellen.

Mit freundlichem Gruß

Peter Dratwa
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 16.09.2013 | 14:54

Sehr geehrter Herr Dratwa,

Sie schreiben:
"ohne sich vorher genau zu vergewissern, dass dies die von Ihnen bestellte Fliesenfarbe ist, dann fehlt eben die vereinbarte Beschaffenheit und es liegt ein Sachmangel vor"

Der Fliesenleger behauptet die uns die Fliese gezeigt zu haben, jedoch entspricht dies nicht der Wahrheit. Wir haben die Fliese nicht gesehen. Wie gehe ich damit um. Es steht sozusagen "Aussage gegen Aussage". Zeugen gibt es keine. Anwesend waren nur ich, der Disponent des Fliesenlegers und meine Frau.

Danke und beste Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.09.2013 | 15:11

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn Sie der Auftraggeber sind, kann Ihre Gattin als Zeugin in einem möglichen Rechtsstreit aussagen.Insofern steht nicht Aussage gegen Aussage, sondern Sie können Ihren Sachvortrag durch das Zeugnis Ihrer Gattin beweisen.

Mit freundlichem Gruss

Peter Dratwa
Rechtsanwalt

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