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Flecken auf Teppichboden in ehemaliger gemieteter Immobilie

04.01.2018 19:14 |
Preis: 30,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Raphael Fork


Sehr geehrte Damen und Herren,
Folgender Sachverhalt liegt zu Grunde.
In der ehemals bewohnten Immobilie befand sich ein heller Teppich, welcher durch unser Kleinkind sowie den, im Mietvertrag genehmigten Katzen, in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Nach Mietende stellt der Vermieter Ansprüche auf Erneuerung des gesamten Teppichs auf unsere Kosten.

Nach bisherigen Recherchen ist jedoch lediglich der Zeitwert des Teppichs von uns zu tragen, sollte das Alter sich auf weniger als 10 Jahre belaufen.

Mittlerweile hat der Vermieter einen Anwalt eingeschaltet, welcher selbige Meinung vertritt. Trotz mehrerer genannter Urteile, welche gleiche bzw. ähnliche Situationen betrafen, ist die Äußerung des Anwalts, dass dies nicht Stimme, wir für die gesamte Erneuerung aufkommen müssen und der ehemalige Vermieter dafür einfach die Kaution einbehalten könne.

Weiter wurde uns jedoch das Angebot unterbreitet, dass wir mit einmal dich nur noch 50% der Kosten tragen sollen, um das ganze zu beschleunigen.

Wäre der Sachverhalt, wie vom Anwalt geschildert, so klar und wasserdicht, ist ein entgegenkommen um 50% meiner Einschätzung nach etwas zu großzügig.

Muss der Vermieter und auch der Anwalt nachweisen welches Alter der Teppich besitzt sowie die Wertigkeit des verlegten Bodens nachweisen um Forderungen an uns durchsetzen zu können und darf der Anwalt. Falls der Sachverhalt der unseren Meinung entspricht, einfach behaupten, dass dies nicht stimmt, um einen Vorteil für seinen Mandanten zu erwirken?

Weiter ist eventuell relevant, dass weder zum Einzug noch zum Auszug ein Übergabe- bzw. ein Abnahmeprotokoll erstellt wurde.

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage , die ich Ihnen wie folgt beantworte:



Frage 1:
"Muss der Vermieter und auch der Anwalt nachweisen welches Alter der Teppich besitzt sowie die Wertigkeit des verlegten Bodens nachweisen um Forderungen an uns durchsetzen zu können und darf der Anwalt. Falls der Sachverhalt der unseren Meinung entspricht, einfach behaupten, dass dies nicht stimmt, um einen Vorteil für seinen Mandanten zu erwirken?"


Der Vermieter muss im Streitfall Alter, Zustand und Wert des Teppichs beweisen können. Im Zivilprozess darf grundsätzlich nur die an Fakten orientierte Wahrheit vorgetragen werden ( § 138 ZPO). Auch ist es unschädlich, wenn der gegnerische Anwalt Ihren Vortrag und Ihre Rechtsausführungen außergerichtlich bestreitet.

Ein Anspruch auf einen vollständigen Ersatz des Teppichs liegt nach Ihrer Schilderung in der Tat fern. Das Angebot des Anwalts richtet sich dabei an den allgemeinen, von der Rechtsprechung anerkannten Grundsätzen des "Abzugs Alt für Neu" aus. Konkret geht das Angebot bei unterstellter 10-jähriger Nutzungsdauer des konkreten Teppichs, von einem Alter des beschädigten Teppichs von 5 Jahren aus.

Das Fehlen von Übergabe- bzw. ein Abnahmeprotokoll könnte unter Umständen zu Ihren Gunsten wirken, wenn sich die Beschädigungen im Streitfall noch als vertragsgemäße Nutzung deklarieren lassen.


Mit freundlichen Grüßen aus Dortmund

Raphael Fork
-Rechtsanwalt -


Nachfrage vom Fragesteller 05.01.2018 | 13:32

Sehr geehrter Herr Fork,
Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort.

Anschließend bitte ich Sie, folgende Frage zu beantworten:
Darf der ehemalige Vermieter die Kaution einbehalten, so wie es der Anwalt der Gegenseite behauptet bzw. kann in diesem Fall unsererseits ein Inkassounternehmen beauftragt werden, sollte weiter kein Nachweis über Alter und Wertigkeit des verlegten Teppichs bewiesen werden und die Kaution einbehalten werden?

Auf freue mich über Ihre Antwort und verbleibe mit freundlichen Grüßen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.01.2018 | 17:36

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage , die ich Ihnen wie folgt beantworte:


Nachfrage 1:
"Darf der ehemalige Vermieter die Kaution einbehalten"


Ja, das darf der Vermieter grundsätzlich tun, es sei denn der Mietvertrag verböte eine solche Zurückhaltung ausnahmsweise (z.B. bei bestrittenen Forderungen). Denn Sinn und Zweck der Kaution ist ja gerade die finanzielle Sicherung des Vermieters bei offenen Forderungen aus dem Mietverhältnis.


Frage 2:
"bzw. kann in diesem Fall unsererseits ein Inkassounternehmen beauftragt werden, sollte weiter kein Nachweis über Alter und Wertigkeit des verlegten Teppichs bewiesen werden und die Kaution einbehalten werden?"


Nein, das wäre unklug und Sie bleiben hinterher womöglich noch auf den Kosten für eine solche Einschaltung sitzen.

Klären Sie die Angelegenheit vielmehr zunächst auf schriftlichem Wege mit dem Ziel einer einvernehmlichen Einigung. Unklar ist ja offenbar nur die Höhe des Schadensersatzes. Ihre Verantwortlichkeit für den Schaden bestreiten Sie ja offenbar nicht. Über die Höhe kann man sich auch sicher außergerichtlich einigen, Parameter dafür sind sicherlich das Alter des bisherigen Bodenbelags sowie der der Wert eines vergleichbaren Neumodells. Das Alter des Teppichs während Ihrer Mietdauer können Sie bestimmt auch ohne Angabe des Vermieters errechnen. Interessant wird es dann, wenn der Teppich nicht zu Ihrem Einzug neu verlegt wurde, sondern bereits dem Vormieter diente. Denn sobald man von einem Alter von 10 Jahren ausgehen könnte ( durch Ihre Mietzeit oder durch Addition der Vormietzeit) würde sich ein Anspruch des Vermieters auflösen. Insofern haben Sie also auch einen Anspruch darauf, dass Ihnen der Vermieter wahrheitsgemäß mitteilt, wann der Teppich gelegt wurde und in welcher Preiskategorie er fällt. Am besten wäre natürlich die Vorlage der damaligen Rechnung in Kopie, die er sicherlich aus steuerlichen Aspekten noch nicht weggeworfen haben wird (Stichwort Aufbewahrungspflicht). Zudem kennen Sie den Teppich auch gut und könnten in einem örtlichen Fachgeschäft näherungsweise den Wert eines vergleichbaren Models festsetzen.

Sollte sich keine Einigung erzielen lassen, fordern Sie die Auszahlung der Kaution in der Ihrer Meinung nach zustehenden Höhe unter Fristsetzung auf. Tun Sie dies schriftlich und nachweisbar. Nach Fristablauf können Sie dann grundsätzlich Ihre Forderung gerichtlich geltend machen. Einen Inkassodienst brauchen Sie dazu nicht, da dann die Forderung selbst streitig ist und eine gerichtliche Klärung vonnöten wäre.



Mit freundlichen Grüßen aus Dortmund

Raphael Fork
-Rechtsanwalt -


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