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Fitnessstudio zu kalt - Gespräch führte zu nichts - Was nun?

31.01.2014 20:29 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Diplom Kaufmann Peter Fricke


Zusammenfassung: Ein jeder Vertrag beinhaltet die Pflicht, auch auf Nebeninteressen und vor allem auf die gesundheitlichen Belange seines Vertragspartners hinreichend Rücksicht zu nehmen. Im Falle einer derartigen Verletzung kann eine Abmahnung einen späteren Vertragsrücktritt vorbereiten und auch rechtfertigen.

Meine Frau und ich haben uns im Dezember in einem Fitnessstudio angemeldet. Wir trainieren morgens, wenn am wenigsten los ist. Leider ist uns in letzter Zeit der Spaß am Training vergangen, weil die Betreiber nicht ausreichend heizen.

Wir trainineren beide schon in einem Pullover und mit einem Handtuch um den Hals. Heute war es so kalt, dass ich den Betreiber darauf angesprochen habe. Seine Antwort war: "Die Kälte empfinden Sie so, so kalt ist es gar nicht!" Da er sich ziemlich sicher fühlte, zeigte er mir das Thermometer, das die Temperatur auf der Trainingsfläche misst. Da standen dann 12°C!! Hinzu kommt dann noch, dass von der Studiodecke vier eingeschaltete riesige Ventilatoren für ordentlich Wind auf der Trainingsfläche sorgen, was das unangenehme Klima natürlich noch verstärkt.

Als Begründung, warum er nicht durchheizt, nannte er, dass die Wärme ja Richtung Dach steigt und sich so verflüchtigt. Es handelt sich bei dem Studio um eine alte Tennishalle. Ich gebe ihm recht, dass die Wärme aufsteigt, aber dann muss er halt durchheizen. Es kann doch nicht sein, dass meine Frau und ich trotz Sweatshirt beim Training frieren. Mittlerweile habe ich mich durch das Training in der Kälte auch schon erkältet. Das möchte ich nicht länger hinnehmen.

Der Studiobetreiber wollte mir die Tage ein paar Vorschriften zeigen, nachdem eine Temperatur von 16° C für Studios in Ordnung wäre. Ich denke aber, dass eine normale Raumtemperatur von 18-20°C eher angebracht ist, da man während des Trainings schwitzt und sich sonst erkälten kann. Zudem erhöht eine zu geringe Temperatur die Verletzungsanfälligkeit der Muskulatur.

Meine Frage daher: Gibt es irgendwo eine Vorschrift, die die Mindesttemperatur in Fitnessstudios regelt? Und was kann man unternehmen, wenn der Betreiber sich weigert, die Temperatur im Studio auf ein angenehmes Maß einzustellen?

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Frage beantworte ich gemäß Ihrer Schilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

1.) Rechtliche Regelungen

Eine rechtliche Regelung durch den formellen Gesetzgeber gibt es nicht. Auf Gesetze oder etwaige Verordnungen können Sie nicht zurück greifen. Einzige Grundlage der jeweiligen Rechte und Pflichten sind dem Fitnessvertrag selber zu entnehmen.

2.) Fitnessvertrag

Der Vertrag selber enthält natürlich hierzu keine Regelungen. Derartige Probleme dürften selten sein und sind auch in AGB wohl kaum aufzufinden. Der Gesetzgeber hat aber eine andere allgemeine Norm kodizfiziert, die hier zur Anwendung gelangen kann.

3.) Nebenpflichten aus Vertrag

Es besteht eine Pflicht für jeden Vertragsteil, auch auf die weiteren Rechte und Schutzgüter des Vertragspartners hinreichend Rücksicht zu nehmen. Dies ist die PFV ( positive Forderungsverletzung ), die hier bemüht werden kann. Lesen Sie bitte § 241 II BGB. Gesundheitliche Belange sind von Ihrem Fitnessstudion zu beachten. Inwieweit und wann dies bei Temperaturen in Betracht kommt, würde ein Gericht nach eigenem Ermessen entscheiden.

4.) Einschätzung

Die geschilderten Temperaturen dürften nach meiner Einschätzung aber in der Tat zu gering sein. Mahnen Sie den Betreiber ab und setzen Sie ihm hierzu eine Frist. Behalten Sie sich den Vertragsrücktritt vor. Entweder hilft der Betreiber dem Umstand ab, oder Sie kündigen den Vertrag. Den Vertragsrücktritt dürfte er kaum gerichtlich anfechten können, so daß mit einer Weiterzahlung Ihrer Beiträge für diesen Fall nicht mehr zu rechnen wäre.

Ich hoffe Ihnen geholfen zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Peter Fricke
Rechtsanwalt und Diplom Kaufmann

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