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Fitnessstudio - außerordentliche Kündigung nach Beitragserhöhung?

| 15.03.2015 13:12 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe ein Problem mit meinem Fitnessstudio bzgl. einer außerordentlichen Kündigung, welche mein Fitnessstudio nicht akzeptiert. Ich würde gerne wissen, ob ich dies wiederrum akzeptieren muss bzw. wie ich weiter vorgehen kann.

Im Folgenden möchte ich Ihnen den Sachverhalt schildern:

• Am 26.02.2015 erhielt ich eine 0,01€-Überweisung meines Fitnessstudios mit dem Verwendungszweck:
„Neue Mitgliedsbeitrage ab 01.03.2015. Nahere Info im Studio bei Ihrem nachsten Besuch."
Es gab zuvor keinerlei Information oder Mitteilung hinsichtlich einer Beitragserhöhung. Weder im Studio als Aushang, noch als E-Mail oder als Brief. Auch auf der Homepage wurde nicht darauf aufmerksam gemacht.

• Aufgrund der Kurzfristigkeit habe ich dann sofort am Wochenende meine Kündigung aus wichtigem Grund verfasst, da diese Erhöhung aus meiner Sicht vertragswidrig war. Im Vertrag und in den AGBs sind keine Klauseln berücksichtigt, die eine solche Maßnahme gestatten. Die Kündigung habe ich zum 28.02.2015 datiert. Die Kündigung habe ich per Einschreiben verschickt, das am 03.03.2015 im Fitnessstudio eingegangen ist.

• Am 02.03.2015 bucht das Fitnessstudio den neuen Beitrag v. 24,90 € (alter Preis 21,90 €) ab. Der neue Beitrag war mir bis dahin nicht bekannt.

• Am 09.03.2015 widerspreche ich der Beitragsabbuchung des Fitnessstudios, da es keinerlei Reaktion vom Fitnessstudio gab.

• Am 10.03.2015 erhalte ich eine E-Mail des Fitnessstudios, in welcher ich aufgefordert werde, den Grund des Widerspruchs bis zum 25.03.2015 einem Mitarbeiter des Studios mitzuteilen.
Außerdem werde das Studio, wenn kein Grund vorliegen sollte, mir den neuen Beitrag + Stornogebühren in Summe v. 37,80 € am 01.04.2015 von meinem Konto abbuchen.

• Am 10.03.2015 antworte ich auf die E-Mail, dass ohne meine Einwilligung ein anderer bzw. höherer Betrag von meinem Konto abgebucht wurde, als dies im Vertrag vereinbart worden ist. Ich schicke die Kündigung + die Eingangsbestätigung nochmals mit. Ich sehe dies als Kündigungsgrund.

• Am 11.03.2015 wird mir die Kündigung zum 31.10.2016 bestätigt. Dies wäre die reguläre Laufzeit meines Vertrages gewesen. Laut Fitnessstudio besteht kein Sonderkündigungsrecht. Mein Beitrag wird aufgrund meines Widerspruchs auf den alten Beitrag von 21,90 € angepasst.

Zwar könnte ich nun zufrieden sein, dass ich wieder nur meinen alten Beitrag zahlen muss, jedoch ärgert mich das Vorgehen des Fitnessstudios maßlos. Dass sich Dritte einfach von meinem Konto bedienen können, wie es Ihnen beliebt, macht mich fassungslos. Aus diesem Grund würde ich gerne wissen, ob meine Kündigung rechtens ist oder ich nun meinen bisherigen Beitrag und die Vertragslaufzeit akzeptieren muss. Dass ich keinerlei Bedürfnis mehr habe, in diesem Fitnessstudio zu trainieren, können Sie vielleicht nachvollziehen.

Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.

MfG

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Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Kündigung war nach § 314 BGB zulässig. So auch Urteil des Hanseatischen OLG Bremen vom 06.02.2014, Az.: 3 U 35/13. Dabei handelt es sich zwar um ein Versicherungsbeitrag (Urteile zu Fitnessverträge sind älter, aber gleichlautend), aber die Grundsätze sind heranzuziehen. Die Kündigung war wirksam.

Nachdem die Kündigung zugegangen ist, gilt sie auch. Der Vertrag wurde damit beendet.

Ob das Studio damit einverstanden ist oder nicht, spielt keine Rolle. Die Kündigung ist eine einseitige, empfangsbedürftige Willenserklärung. Und der Empfang liegt ja vor.

Es bleibt also bei Ihrer Kündigung und der Vertrag ist beendet.

Daran ändert auch nichts die spätere Reduzierung auf den Einstiegspreis. Denn der Vertrag hat aufgrund der Kündigung nicht mehr bestanden.

Dieses Verhalten des Betreibers könnte allenfalls als neues Angebot zu den alten Bedingungen zu werten sein.

Wenn Sie das nicht wünschen, brauchen Sie das Angebot nicht annehmen.

Geben Sie aufgrund der gewünschten Kündigung alle Sachen (Karte, Spindschlüssel oder Ähnliches) gegen Quittung zurück.

Achten Sie darauf, dass keine Beiträge abgebucht werden.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle, Oldenburg

Bewertung des Fragestellers 15.03.2015 | 14:22

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 15.03.2015 5/5,0
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