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Fitnessstudio außerordentliche Kündigung Krankheit

25.08.2015 17:09 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe einige Fragen bezüglich der außerordentlichen Kündigung eines Fitnessstudio Vertrages begründet durch Krankheit.

Begründet wird die außerordentliche Kündigung durch eines vom Orthopäden ausgestellten Attests, welches wie folgt lautet:
"Für den Patienten XY ist auf Grund einer Voroperation im Brustbereich und aktuell nach sportlicher Betätigung vermehrt auftretenden Schmerzen, Kraftsport aus medizinischer Sicht ab sofort und bis auf weiteres unzumutbar."

(Die Operation war durch einen Sportunfall vor etwa 5 Jahren begründet und hat seitdem zu keinerlei Beschwerden/Beeinträchtigungen geführt, weshalb ich den Studiobesitzer bei Abschluss des Vertrages auch nicht darüber in Kenntnis gesetzt habe. Es handelt sich also somit um keine Vorerkrankung- die Schmerzen haben sich erst durch den Kraftsport entwickelt.)

Prinzipiell könnte ich das Attest ja nun mit einem von mir aufgesetzten Schreiben zur sofortigen außerordentlichen Kündigung an das Studio senden. Allerdings hat mich die Recherche im Internet bezüglich einer solchen Kündigung sehr vorsichtig gemacht.

Die Angabe der genauen Erkrankung/des Grundes habe ich auf Rat vieler Artikel vom Arzt in das Attest schreiben lassen. Allerdings scheint es ja letztlich auf die exakte Formulierung anzukommen.
Nun zweifel ich etwas daran, ob das mir vom Arzt ausgestellte Attest nicht doch etwas zu "schwammig" formuliert ist.

Desweiteren habe ich unabhängig von dieser Kündigung bereits vor einiger Zeit vergebens versucht den Vertrag durch meinen Umzug (über 100km!) aufzulösen- Kulanz ist hier ein Fremdwort und es wird auf Urteile verwiesen, die dem Studiobetreiber recht geben. Könnte diese Tatsache allein begründen, dass der Studiobesitzer die nun durch Krankheit bedingte außerordentliche Kündigung vor Gericht anzweifeln kann, da es nahe liegen könnte, dass ich mir das Attest nun nur als zweiten "Ausweg" habe ausstellen lassen?

Wie verhält es sich überhaupt in Hinsicht auf solche "gerechtfertigten Zweifel"? Kann grundsätzlich jedes Attest vom Studiobesitzer angezweifelt werden oder geht dies nur, wenn für ihn aus der Formulierung des Attests nicht klar ersichtlich ist, weshalb genau die Leistung vom Mitglied nicht mehr in Anspruch genommen werden kann?

Grundsätzlich würde ich also gerne wissen, ob ich das Attest vor Abgabe noch konkretisieren/umformulieren lassen sollte und ob ich selbst dann noch mit einem gerichtlichen Verfahren und der Untersuchung durch einen Sachverständigen etc. zu rechnen habe? (Die Kosten für ein solches Verfahren würden für mich ohne Rechtsschutzversicherung vermutlich die restlichen Beiträge in Höhe von circa 800€ übersteigen).


Zu welchem Vorgehen würden Sie mir in diesem Fall raten?
Eingrenzung vom Fragesteller
25.08.2015 | 18:24

Sehr geehrter Fragesteller,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Ihre Frage lässt sich nicht sicher beantworten: Wenn der Studiobesitzer Zweifel an dem Attest hat, kann er klagen. Ob er sich von dem Attest überzeugen lässt, oder ob er - gerade wegen des Umzugs - die Angelegenheit gerichtlich klären lasst, ist seine persönliche Entscheidung.

In einem Verfahren könnten Sie zunächst den behandelnden Arzt als sachverständigen Zeugen benennen. Ob das Gericht zusätzlich ein Sachverständigengutachten in Auftrag gibt, ist die Entscheidung des Richters. Der Umstand, dass Sie bereits über den Umzug versucht haben, den Vertrag zu kündigen ist ein Indiz. Das bedeutet aber nicht, dass die gesundheitlichen Beschwerden nicht vorliegen können. Man wird nach meinem Verständnis die Kündigung wegen des Attestes nicht allein deshalb für einen Vorwand halten können, weil Sie vorher umgezogen sind.

Sie können entweder mit dem Attest kündigen und warten, ob die Kündigung akzeptiert wird. Oder Sie erfüllen den Vertrag. Ob die Gegenseite klagen wird, wenn Sie kündigen, kann Ihnen niemand beantworten.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.



Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-

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