Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Fischwilderei - schriftl. Anhörung - kann ich das so abschicken?

15.07.2010 19:57 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Abend!

Ich habe in einem Gewässer (Müritz) geangelt ohne Gewässerkarte, Fischereischein hatte ich mit. Ich wurde von der WSP kontrolliert und hab jetzt einen Brief mit einer schriftlichen Anhörung erhalten. Diese habe ich nun geschrieben und möchte Sie Fragen, ob ich die so abschicken kann. Ziel ist natürlich eine möglichst niedrige Strafe. Droht mir eine "Eintragung" und wenn ja was für eine?
Kann das Verfahren auch eingestellt werden, wenn ich die Tat zugegeben habe?

Hier meine Schilderung zum Tathergang:

"Die mir zur Last gelegte Straftat gebe ich im vollem Umfang zu. Ich habe am besagten Tag am besagten Ort ohne gültige Gewässerkarte geangelt.
Ich hatte an diesem Tag meine letzte Prüfung für dieses Semester erfolgreich bestanden und habe mit einem Kommilitonen spontan entschieden, das gute Wetter zu nutzen und angeln zu gehen.
Wir haben uns leider erst recht spät dazu entschieden, so dass ich mir keine Angelkarte mehr kaufen konnte, aber trotzdem unbedingt am Kölpinsee angeln wollte. Mir ist jetzt bewusst, dass ich dann natürlich nicht angeln darf, aber wir dachten halt „dieses eine Mal wird es schon gehen". Abgesehen davon, dass wir an diesem Tag nicht gefangen haben, war es auch alles andere als ein „entspanntes Angeln", weil ich schon die ganze Zeit über mit einer Kontrolle gerechnet haben und mich nicht auf das angeln konzentrieren konnte. Beim Eintreffen der Wasserschutzpolizei habe ich auch gleich zugegeben, dass ich keine Gewässerkarte habe. Diesen Stress möchte ich mir nicht noch einmal antun.
Ich möchte anmerken, dass ich keinesfalls ein notorischer Schwarzangler bin. Ich bin seit 1994 Mitglied im DAV, Ortsgruppe Radebeul, und zusätzlich für die Zeit meines Studiums seit 1.7.2007 Mitglied im VDSF, Ortsgruppe Neubrandenburg. Die Fischereiabgabe an das Land Sachsen habe ich bereits auf Lebenszeit bezahlt. Selbstverständlich hole ich mir für alle Gastgewässer auch regelmäßig Tageskarten wenn ich sie beangeln möchte, nur diesmal halt nicht...
Ich bin gerne bereit mich mit dem Pächter des Gewässers in Verbindung zu setzen um meinen Fehler durch Arbeitsleistung oder ähnliches wieder gut zu machen. Aufgrund meiner momentanen finanziellen Situation (Student) kann ich mir z.Z. keinen Anwalt leisten."


Würde mich über eine Antwort kompetente Antwort sehr freuen.

Mfg Toby

15.07.2010 | 21:17

Antwort

von


(278)
Am Wissenschaftspark 29
54296 Trier
Tel: 06514628376
Web: http://www.zimmlinghaus.de
E-Mail:

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte.

Fischwilderei wird nach § 293 StGB mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft.

Es ist dabei unerheblich, ob Sie tatsächlich einen Fisch gefangen haben, denn Fischen ist jede auf Fangen oder Erlegen freilebender Waassertiere gerichtete Handlung, ohne Rücksicht auf den Erfolg-also den tatsächlichen Fischfang.

Unter der Voraussetzung, dass Sie nicht vorbestraft sind, gehe ich davon aus, dass Sie mit einer geringen Geldstrafe oder mit der Einstellung des Verfahrens davonkommen.

In Hinblick auf die Frage, ob Sie durch diese Tat vorbestraft sein werden, müssen Sie unterscheiden zwischen dem Eintrag in das Bundeszentralregister generell und dem Führungszeugnis. Im umgangssprachlichen Sinne ist man dann vorbestraft, wenn man einen Eintrag im Führungszeugnis hat. Ein solcher Eintrag wird erst ab einer Verurteilung zu einer Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen vorgenommen. Meiner Einschätzung nach sollte es zu einer solch hohen Geldstrafe hier aber nicht kommen, so dass Sie auch nicht als vorbestraft gelten. Das Führungszeugnis ist von Bedeutung, wenn ein Arbeitgeber etc. danach verlangt. Dieser würde also einen Auszug ohne Eintragungen vorgelegt bekommen, sofern nicht mindestens 90 Tagessätze gegen Sie verhängt werden würden.

Damit das Verfahren eingestellt werden kann, muss die Staatsanwaltschaft beispielsweise von Geringfügigkeit ausgehen. Wenn das Verfahren demnach eingestellt werden würde, kann es also nicht zu einer Verurteilung kommen.

Dennoch ist es auch möglich, dass eine Hauptverhandlung eröffnet wird. Denkbar ist unter Umständen auch, dass Sie hier an einen Richter gelangen könnten, der darauf abstellt, dass jemand, der einen Angelschein usw. hat, auch genau wissen muss, dass ohne Gewässerkarte nicht geangelt werden darf und hier eine besondere Verwerflichkeit sieht.

Die Taktik, die Tat zuzugeben und Reue zu zeigen, würde ich aus anwaltlicher Sicht unterstützen. Da Sie von der WSP kontrolliert worden sind und vor Ort bereits alles zugegeben haben, würde es hier keinen Sinn machen, die Tat zu bestreiten.

Sollten Sie noch Rückfragen haben, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.


ANTWORT VON

(278)

Am Wissenschaftspark 29
54296 Trier
Tel: 06514628376
Web: http://www.zimmlinghaus.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Kaufrecht, Familienrecht, Mietrecht, Strafrecht, Verkehrsrecht, Vertragsrecht, Internet und Computerrecht, Urheberrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 90147 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Eine hilfreiche und detaillierte schnelle Antwort. Mit diesen Informationen lässt sich das Problem gut einschätzen und beurteilen was getan werden kann. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr schnelle und kompetente Beratung! Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Danke für die sehr gute und verständliche Antwort auf meine Frage. ...
FRAGESTELLER