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Fischwilderei §293 StGB, Diebstahl §242 StGB

16.07.2014 13:56 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Zur Abgrenzung von Fischwilderei und Diebstahl

Sehr geehrte Juristen,

an einem Privatgewässer, der Gräfte eines Wasserschlosses (mit circa 2ha Wasserfläche), das von einer GmbH betrieben wird, werden das handling neue Angelruten und der Lauf von neuen Kunstködern (Wobbler, Blinker, Spinner, etc.) gelegentlich ausprobiert.
Das Gewässer ist allerbestens bekannt, da der Themenersteller es vor einiger Zeit über vier Jaher hinweg gepachtet und seinen Besatz intensiv befischt hatte.

Gezielt sportlich gefischt, der Fang entnommen, verzehrt oder auch präpariert, wird von ihm mangels Bundesfischerischein mittlerweile in den Niederlanden, mit einer Angeltages- oder Wochenkarte für die IJssel.

Unlängst kam es dazu, dass an der Schlossgräfte zunächst ein Flussbarsch und ein Hecht an den Haken gingen... Beide Tiere wurden daraufhin vorsichtig entnommen, waidgerecht ausgehakt, fotografiert und achtsam lebendig zurück in Wasser gesetzt.

Ein Waldspaziergänger kommentierte das Geschehen lautstark mit der Bemerkung, der TE sei doch wohl ein Schwarzangler und er würde gleich vom Auto aus die Polizei rufen.
Zur Vermeidung eventueller Unanehmlichkeiten, zum Beispiel auch did Beschlagnahme von hochwertigen Fischereinkomponenten, zog es der TE vor, den Platz zu räumen.

Erfüllt dieses Handeln wohlmöglich, abstrakt betrachtet..., den Tatbestand des versuchten Diebstahls!? §293 dürfte nicht in Betracht kommen, da es sich bei der Gräfte nicht um ein öffentliches Gewässer und herrenlose Fische handelt.

Für ihre eine sicher rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes wäre ich sehr dankbar.

16.07.2014 | 15:02

Antwort

von


(68)
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Der Tatbestand der Fischwilderei gemäß § 293 StGB setzt voraus, dass es sich um herrenlose Fische handelt. Sie schreiben, dass sich die Fische in einer Gräfte, also einem Wassergraben an einem Schloss befinden. Das Schloss wiederum wird von einer GmbH betrieben. Ich gehe davon aus, dass die GmbH also auch die Eigentümerin des Grundstücks ist.

Wenn der Wassergraben also Bestandteil des Grundstücks ist, dann erstreckt sich das Eigentumsrecht auch auf das Gewässer und somit auch auf die darin befindlichen Fische, so dass eine Herrenlosigkeit dann nicht gegeben wäre. Dies wiederum hat zur Folge, dass der Straftatbestand der Fischwilderei ausscheidet.
Gehört der Wassergraben jedoch nicht zum Grundstück und wäre somit öffentlich zugänglich, käme Fischwilderei in Betracht.

Ein weiteres Tatbestandsmerkmal der Fischwilderei ist das unberechtigte Fischen, ohne das ein entsprechendes Fischereirecht besteht oder ein bestehendes Recht überschritten wird. Da Sie selbst schreiben, dass Sie nicht im Besitz eines Fischereischeines sind, wäre dieses Merkmal somit zu bejahen.
Zur Erfüllung des Tatbestandes genügt bereits die auf den späteren Fang gerichtete Tätigkeit (z.B. das Auswerfen der Angel in das Wasser); auf den Erfolg kommt es dabei nicht an.


Sofern es sich bei dem Wassergraben um ein Privatgewässer handelt und daher mangels Herrenlosigkeit der Tatbestand der Fischwilderei ausscheidet, kommt allerdings eine Strafbarkeit wegen Diebstahls gemäß § 242 StGB in Betracht.
Die im Wasser befindlichen Fische sind fremde bewegliche Sachen, die durch die Entnahme aus dem Wasser einem Dritten weggenommen werden. Allerdings fehlt hier wohl die erforderliche Zueignungsabsicht, da es zu keiner dauerhaften Enteignung des Berechtigten gekommen ist. Sie haben die Fische ja nach eigenen Angaben lebendig zurück ins Wasser gesetzt. Somit fehlt es für eine Strafbarkeit nach § 242 StGB an der erforderlichen subjektiven Zueignungsabsicht, da Sie nicht den Vorsatz hatten, einen Fisch zu fangen und diesen dann für sich zu behalten, sondern lediglich Ihre Angelausrüstung testen wollten.


Zur Frage der Versuchsstrafbarkeit ist auszuführen, dass eine solche hier nicht anzunehmen ist, da Sie die Tat vor deren Vollendung aufgegeben haben. Zwar ist der Diebstahl grundsätzlich bereits mit der Wegnahme vollendet; allerdings muss zu diesem Zeitpunkt auch die Zueignungsabsicht vorliegen, was hier - wie bereits erörtert - nicht der Fall war.


Ob durch das Betreten des fremden Grundstücks ggf. eine Strafbarkeit wegen Hausfriedensbruchs (§ 123 StGB) vorliegt, ist von Ihrer Fragestellung nicht umfasst.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Mathias Grasel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Mathias Grasel
Fachanwalt für Strafrecht

ANTWORT VON

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