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Firmenwagenbesteuerung

| 29.05.2010 11:00 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

ich habe von meinem Arbeitgeber einen Firmenwagen auch zur privaten Nutzung zur Verfügung. In 2008 wurde ich, wie in den Jahren davor, dafür vom Listenpreis mit 1%+ 0,03%*Entfernungskilometer besteuert.
Da ich seit 2006 im Projekteinsatz beim Kunden in der Schweiz bin besuche ich meine Firma maximal noch an 5 Tagen im Jahr(!).

Seit 2009 werde ich nur noch mit 1% besteuert.

Meine Frage ist: kann ich rückwirkend auf 1%-Versteuerung wechseln (Annahme: kein Fahrtenbuch)?

Vielen Dank

29.05.2010 | 12:35

Antwort

von


(720)
Stedinger Str. 39a
27753 Delmenhorst
Tel: 04221-983945
Web: http://www.drseiter.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragender,

Die private Kfz-Nutzung wird bei Ihnen lt. Ihren Angaben offenbar weiterhin nach der sog. 1%-Regelung behandelt. Die vormals zusätzlichen 0,03% für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte sind keine gesonderte Regelung, sondern nur ein Teilaspekt der 1%-Regelung.

Von daher wird vorliegend nicht klar, worauf Ihre Frage genau abzielt. Ich bitte daher um entsprechende Konkretisierung.

Ohne Führung eines Fahrtenbuches muss aber ohnehin die 1%-Regelung angewandt werden.


Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Strafrecht

Rückfrage vom Fragesteller 29.05.2010 | 12:41

in 2008 wurden zusätzlich zu 1% noch 0,03% besteuert, obwohl ich die Arbeitsstätte nur 5 Mal in dem Jahr aufgesucht habe.
Gemäß der gesetzlichen Regelung hätte ich ab 2008 vorab mit 1% (ohne zusätzliche 0,03%) besteuert werden können.

Ist es möglich, im Rahmen der Steuererklärung die 0,03% "zurück zu holen" oder hätte man vorher auf 1% (ohne 0,03%) umstellen müssen, so wie es bei mir ab 2009 geschehen ist?

mfg

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 01.06.2010 | 14:30

Sehr geehrter Fragender,

bitte entschuldigen Sie, dass ich beruflich bedingt erst jetzt auf Ihre Nachfrage antworten kann.

Es müsste natürlich zunächst überprüft werden, ob die Private Kfz-Nutzung für den hier in Rede stehenden Zeitraum tatsächlich durch Ihren Arbeitgeber falsch berechnet worden ist. Dieses ist für mich an dieser Stelle aber verständlicherweise nicht abschließend zu beurteilen. Gleichwohl spricht hierfür einiges, wenn Sie lt. Ihren Angaben im ganzen Jahr 2008 nur 5 Mal Ihre Firma aufgesucht haben und demzufolge fraglich ist, ob es sich insoweit überhaupt um Ihre regelmäßige Arbeitsstätte handelt.

Insbesondere ist in diesem Zusammenhang aber auch fraglich, ob regelmäßige Arbeitsstätte nicht auch eine andere ortsfeste Einrichtung als die Adresse des Arbeitgebers sein kann. Leider ist hierzu noch keine einheitliche Rechtsprechung ergangen. Die Finanzverwaltung legt den Begriff „regelmässige Arbeitsstätte" weit jedoch recht aus. Danach hängt der "ortsgebundene Mittelpunkt der auf Dauer angelegten beruflichen Tätigkeit des Arbeitnehmers" grds. nicht davon ab, ob es sich um eine Einrichtung des Arbeitgebers handelt oder nicht (vgl. R 9.4 Abs.3 S.1 LStR). So kommen als regelmäßige Arbeitsstätte durchaus auch betriebsfremde Einrichtungen wie etwa der Betrieb eines Kunden infrage, sofern die Tätigkeit dort auf Dauer angelegt ist. Allerdings können von vornherein zeitlich befristete, projektbezogene Arbeiten, die beim Kunden vor Ort ausgeführt werden, nicht zur Annahme einer regelmäßigen Arbeitsstätte führen.

Grundsätzlich gilt aber, dass der im Zuge der 1%-Regelung vorzunehmende 0,03-%-Zuschlag für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte immer dann anzusetzen ist, wenn der Arbeitnehmer zwar nicht an den überwiegenden Tagen den Betrieb aufsucht, wenigstens aber durchschnittlich an einem Arbeitstag je Woche (vgl. R 9.4 Abs 3 S.4 LStR).

Da diese Voraussetzung lt. Ihren Angaben aber in 2008 (bei gerade einmal 5 Arbeitsstätten-Besuchen im Jahr) offenbar nicht vorgelegen hat, hätte der Ansatz der 0,03% meines Erachtens nach nicht zusätzlich erfolgen dürfen.

Eine Änderung des Lohnsteuerabzugs kann jedoch grds. nur im Wege der Berichtigung durch den Arbeitgeber - und nicht etwa durch Sie selbst im Rahmen Ihrer Einkommensteuererklärung - erfolgen, durch den schließlich auch die maßgebende Übermittlung Ihrer einkommensteuerlich relevanten Daten an das zuständige Finanzamt vorgenommen wird.

Leider haben Sie diesen Fehler aber zu spät erkannt bzw. gerügt. Denn gemäß §41c Abs.3 EStG ist Folgendes geregelt:

" Nach Ablauf des Kalenderjahres oder, wenn das Dienstverhältnis vor Ablauf des Kalenderjahres endet, nach Beendigung des Dienstverhältnisses, ist die Änderung des Lohnsteuerabzugs nur bis zur Übermittlung oder Ausschreibung der Lohnsteuerbescheinigung zulässig. Bei Änderung des Lohnsteuerabzugs nach Ablauf des Kalenderjahres ist die nachträglich einzubehaltende Lohnsteuer nach dem Jahresarbeitslohn zu ermitteln. Eine Erstattung von Lohnsteuer ist nach Ablauf des Kalenderjahres nur im Wege des Lohnsteuer-Jahresausgleichs nach § 42b zulässig. "

Und in R 41c.1 Abs.7 LStR heißt es:

" Hat der Arbeitgeber die Lohnsteuerbescheinigung übermittelt oder ausgestellt, ist eine Änderung des Lohnsteuerabzuges nicht mehr möglich. ... "

Da in Ihrem Falle die Lohnsteuerbescheinigung 2008 aber sicherlich bereits ausgestellt und auch an das Finanzamt übermittelt worden ist, kann nunmehr keine Änderung mehr erfolgen.

Ich bedauere, Ihnen keine bessere Mitteilung geben zu können, hoffe aber, Ihnen dennoch ausreichend weitergeholfen zu haben, und verbleibe

mit freundlichen Grüßen,

Dr. C. Seiter

Bewertung des Fragestellers 01.06.2010 | 19:48

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Nicht die erhoffte Antwort, dafür aber verständlich und ausführlich (und leider ohne Hoffnung auf Irrtum).
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