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Firmenwagen über Gehalt, Werbungskosten?

| 22.04.2013 11:37 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle


Guten Tag,

Ich bin als Personaldisponent tätig und fahre oft zu meinen Kunden in den Betrieb.
Ich habe mir über die Firma einen PkW Leasen können. Die Leasingrate i.H.v. 233,- Euro bezahle ich durch Abzug auf der Gehaltsabrechnung. Laufende Kosten wie Versicherung, Werkstatt etc. bezahlt meine Firma. Der Wagen ist auf das Unternehmen zugelassen.
Der Wagen wird zusätzlich noch über die 1% Regelung ordentlich über meine Gehaltsabrechnung versteuert, da auch eine Privatnutzung gegeben ist.

Ich habe meine Steuererklärung 2012 nun gemacht und den Bescheid erhalten.
In meiner Erklärung habe ich die Leasingraten als Werbungskosten angegeben, da der Wagen beruflich benötigt wird. Diese wurden jedoch nicht anerkannt, sonder mit der KM-Pauschale als abgegolten benannt. Es handelt sich somit um Werbungskosten i.H.v. 1398,- (6 Monate), welche nicht anerkannt worden sind.

Ich bin als "Außendienstmitarbeiter" auf das Fahrzeug angewiesen und eine berufliche Notwendigkeit ist für mein Verständnis gegeben.

Lohnt sich hier ein Einspruch? Wie ist hier die Rechtslage?

Vielen Dank



Einsatz editiert am 23.04.2013 09:45:18

Einsatz editiert am 23.04.2013 09:48:58

Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für die eingestellte Frage. Diese möchte ich aufgrund ihrer Sachverhaltsangaben und in Ansehung des Einsatzes wie folgt beantworten.

Hier scheint es ein kleines Missverständnis zu geben.

Sie können entweder von der 1% Regelung Gebrauch machen oder aber nach Kilometern abrechnen. Die Wahl der einen Möglichkeit schließt die andere bezogen auf das selbst Fahrzeug aus.

Hier wäre mit Ihrem Arbeitgeber zu sprechen (soweit das nicht Ihre eigene Firma ist) wie die Kostenbelastung zu verteilen ist, angesichts der steuerlichen Behandlung von KFZ Kosten. Für den Betrieb ist es insoweit eine günstige Variante gewinnmindernd zu verfahren.

Bei nur bis maximal 50% betrieblicher Nutzung des KFZ besteht nur die Möglichkeit der Abrechnung mittels km Pauschale. Hier ist ein Fahrtenbuch zu führen. Mit den 0,30 Euro pro gefahrenen Kilometer sind alle Kosten (Kauf/Leasing, Wartung, Versicherung,…) anteilig für die berufliche bedingte Nutzung abgegolten.

Hier sollten Sie ggf. also nochmal an organisatorische Änderungen hinsichtlich Ihrer Fahrzeugnutzung denken. So wie Sie es hier dargestellt haben, würde ein Einspruch keine Aussicht auf Erfolg haben.
Als zusätzliche Lektüre empfehle ich die sehr gut verständliche Internetseite unter http://www.steuertipps.de/lexikon/p/private-pkw-nutzung


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wehle, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 23.04.2013 | 12:37

Sehr geehrter Herr RA Wehle,

vielen Dank für Ihre Antwort.
Ich habe es also richtig verstanden, dass ich die Leasingraten NICHT als Werbungskosten absetzen kann, obwohl mir die Leasingrate vom Gehalt abgezogen wird und ich das Fahrzeug dringend benötige um zu Kunden zu kommen.
Hier macht es also Sinn, ein Fahrtenbuch zu führen und die "dienstlichen KM" also seperat anzusetzen- nicht als Werbungskosten?

Besten Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.04.2013 | 16:08

Sehr geehrter Fragesteller,

soweit Ihnen die Leasingrate für das Fahrzeug vom Lohn/Gehalt abgezogen wird sieht das sehr nach einem Privatfahrzeug aus, welches aus der Sicht Ihres Arbeitgebers überwiegend betrieblich genutzt wird (daher die 1% Regelung).
Anschaffungskosten (wie hier über die mtl. Leasingbeträge) sind von Privatpersonen nie steuerlich anrechenbar.
Die Anrechnung der beruflichen Nutzung kann nur über die 0,30 EUR Kilometerpauschale erreicht werden.

Ein Fahrtenbuch soll die Zuordnung von Fahrten zur betrieblichen und beruflichen Sphäre
darstellen. Es muss stets für das gesamte Kalenderjahr geführt werden. Ein repräsentativer
Zeitraum reicht nicht aus.

Wird das Fahrtenbuch nicht ordnungsgemäß geführt und vom Finanzamt nicht anerkannt,
kann es im Falle einer Betriebsprüfung zu erheblichen Steuernachzahlungen kommen.

Das Fahrtenbuch muss mindestens folgende Angaben enthalten:
· Datum und Kilometerstand zu Beginn und Ende jeder einzelnen Fahrt
· Reiseziel
· Reisezweck und ggf. aufgesuchte Geschäftspartner.

Bei Besuch von mehreren Geschäftspartnern bei einer Fahrt müssen zumindest deren Namen in
der richtigen zeitlichen Reihenfolge des Besuchs aufgeführt werden.
· Wenn ein Umweg gefahren werden muss, ist auch dieser zu notieren.
· Für Privatfahrten genügen jeweils Kilometerangaben.
· Für Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte genügt ein kurzer Vermerk im
Fahrtenbuch.

Beruflich veranlasste Fahrten sind immer Werbungskosten des Arbeitnehmers, da sie dem Erwerb, der Sicherung und/oder der Erhaltung von Einkünften dienen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

Bewertung des Fragestellers 23.04.2013 | 17:37

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