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Firmenwagen / steuerl. Absetzbarkeit PKWs

| 07.04.2020 20:08 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Zusammenfassung:

Ausschließlich betriebliche Nutzung eines Kfz am besten mit Fahrtenbuch nachzuweisen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Hilfe.

Zu meiner Situation:
Ich bin selbstständig, verheiratet.
Aktuell beabsichtige ich ein neues Fahrzeug zu kaufen und möchte daher die steuerl. Situation überprüfen und optimieren.

Wir besitzen zwei Fahrzeuge.

VW T5 Transporter Kombi
BJ 2015 Erwerb 10/2019 als Betriebsvermögen
bisher verbucht: 100% aller Kosten sind betriebl. Aufwendungen, kein privater Anteil, kein Fahrtenbuch
Zukünftig soll das Fahrzeug gemischt genutzt (privat und gewerbl.) werden. Bei den betriebl. Fahrten handelt es sich überwiegend um Kurzstrecken. Da mir für Kurzstrecken das führen eines Fahrtenbuches zu mühsam ist, würde ich gerne die 1% Regelung verwenden. Der Wagen bleibt im Betrieb, alle Kosten sind betr. Aufwendungen, der Privatanteil ist mit der 1% Regelung abgegolten (ohne dass ein Fahrtenbuch nochtwendig ist)!? Ist das richtig?

Zusätzlich möchte ich in Kürze einen Firmenwagen leasen. Ein Kasten- / Lieferwagen z.B. Fiat Ducato, der zu 100% betrieblich genutzt wird. Auch von Mitarbeitern. Ist dieser zu 100% betriebl. absetzbar, auch ohne Fahrtenbuch?

Vielen Dank für Ihre Mühen.

Mit freundlichen Grüßen,

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Mit der 1%-Regelung sind Sie bei einem gemischt genutzten Fahrzeug (=gewillkürtes Betriebsvermögen, wenn betriebliche Nutzung zwischen 50 und 90 %) auf der sicheren Seite.

Allerdings kann ich Ihren Ansatz zum 2. Fahrzeug nicht ganz bejahen: Die ausschließlich betriebliche Nutzung (=notwendiges Betriebsvermögen) muss dem Finanzamt auch nachgewiesen werden, jedenfalls dann, wenn etwa ein Betriebsprüfer Zweifel daran hat. So etwas kommt vor.

Allerdings deutet die Art des geplanten Kfz schon auf eine jedenfalls weit überwiegende (> 90 %) betriebliche Nutzung hin. Zusätzlich können Sie Ihre Mitarbeiter schriftlich verpflichten, dass das Fahrzeug ausschließlich betrieblich genutzt werden darf - das ist ein weiteres Indiz. Ferner sollten Sie alles aufbewahren, was die betriebliche Nutzung belegt - das ist formlos möglich, es muss kein Fahrtenbuch sein, wobei das immer noch die sicherste Lösung ist, wenn es sauber, d. h. zeitnah und fortlaufend geführt wird.

Das FG Münster (Urteil vom 10. Juli 2019 - <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=7%20K%202862/17" target="_blank" class="djo_link" title="FG Münster, 10.07.2019 - 7 K 2862/17: Kein Nachweis der fast ausschließlich betrieblichen Nutzu...">7 K 2862/17</a> E, Revision anhängig - BFH <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20R%2024/19" target="_blank" class="djo_link" title="BFH, anhängiges Verfahren - VIII R 24/19: Investitionsabzugsbetrag, PKW-Nutzung, Fahrtenbuch, S...">VIII R 24/19</a>) hat zuletzt leider offengelassen, ob der Nachweis einer (fast) ausschließlichen betrieblichen Nutzung auf andere Weise geführt werden kann als durch ein ordnungsgemäßes Fahrtenbuch.

Sie sollten daher die betrieblichen Fahrten und den Kilometerstand gut dokumentieren. Dabei ist es wichtig, den Kilometerstand zum Jahresende festzuhalten und dies auch anhand von Werkstattrechnungen zu belegen. Nachträgliche Bestätigungen von Mitarbeitern oder aus dem Kalender errechnete Kilometer reichen grundsätzlich nicht aus.

Wenn noch etwas unklar geblieben ist, fragen Sie gerne nach.

Mit freundlichen Grüßen!

Elisabeth v. Dorrien
Rechtsanwältin


Rückfrage vom Fragesteller 09.04.2020 | 08:56

Sehr geehrte Frau v. Dorrien,

herzlichen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Damit ich es sicher richtig verstanden habe:

Ist durch die Anwendung der "1% Regelung" das Führen eines Fahrtenbuches nicht mehr notwendig?

Zu Fahrzeug zwei:
Es handelt sich um einen Lieferwagen mit Trennwand und keinen weiteren Personensitzen. Meines Wissens ist durch diese bauliche Gegebenheit die Beweispflicht für eine rein gewerbliche Nutzung erfüllt. Ist das richtig?

Herzlichen Dank!
Mit freundlichen Grüßen,

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 09.04.2020 | 09:01

Vielen Dank für Ihre freundliche Nachfrage!

Ganz genau - entweder (mühsames) Führen eines Fahrtenbuches oder (nicht unbedingt teurere, aber auf jeden Fall einfachere) 1%-Regelung.

Ja, so ein Fahrzeug hält sicher auch den strengen Augen eines Betriebsprüfers stand. Dennoch: Ein paar Aufzeichnungen wer-wohin und Kilometerstand sichern Sie zusätzlich ab.

Viele Grüße!

Bewertung des Fragestellers 09.04.2020 | 16:56

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