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Firmensitz Ausland Versand aus Deutschland


15.03.2007 16:16 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte(er) Rechsanwalt/Rechtanwältin,

Folgender Sachverhalt:

Verkauf von Elektronikartikeln(Unterhaltungselektronik-(keine Markenprodukte) aus dem Ausland(Sinagpur) über einen Onlineshop. Verkauf soll an Privatkunden in Deutschland/Europa erfolgen. Rechnungssteller und Verkäufer ist meine registrierte Firma in Singapur.

Die Ware wird von der Firma in Singapur palettenweise nach Deutschland eingeführt.
Sie wird nach folgenden Incoterms eingeführt -DDP(bedeutet Lieferant(Firma in Singapur) übernimmt alle Kosten und Gefahren)dass heißt die Ware wird ordnungsgemäß in Deutschland verzollt und es wird Einfuhrumsatzsteuer fällig. Die kompletten Kosten für die Einfuhr, also Versand, Gebühren, Zoll und Einfuhrumsatzsteuer werden von der Spedition(die die Einfuhabwicklung in Deutschland übernimmt) der Firma in Singapur in Rechnung gestellt.

Die Ware wird bei einem Versandlogistiker in Deutschland eingelagert. Wenn ein Artikel verkauft wird teilen wir dem Versandlogistiker mit dass Kunde XY die Ware bezahlt hat und der Artikel XZ nun an diesen versendet werden kann. Der Logistiker verlangt für diesen Service eine Pauschale pro Paket, die Portogebühren, Verpackung und Handling beinhaltet. Diese Kosten werden der Firma in Singapur in Rechnung gestellt.

Die Bezahlung erfolgt nur per Vorauskasse-Kunde/Käufer überweist den Kaufbetrag auf ein deutsches Bankkonto, dass auf meine Firma in Singapur registriert ist. Von dieser deutschen Bank werden die Beträge wiederrum regelmäßig online auf ein Geschäftskonto in Singapur transferiert.

Ich beabsichtige keine Niederlassung in D zu gründen, auch keine unselbständige Betriebsstätte.
Eventuell aber eine Kontaktadresse, die auch im Hause des Logistikunternehmens wäre. An diese Adresse kann der Kunde die Ware senden falls ein Defekt vorliegt. Auch diese Serviceleistung rechnet der deutsche Versandlogistiker mit der Firma in Singapur ab.

Alle Einkünfte werden ordnungsgemäß in Singapur versteuert.

Meine Fragen:

- Ist so eine Konstellation möglich? Wenn nein, wo liegt die Problematik?

- besteht überhaupt eine Steuerplicht in Deutschland, da ja der Firmensitz und der Rechnungssteller in Singapur ansässig ist?

- spielt die Versandabwicklung/die Lagerung bei einem deutschem Versandlogistiker oder die Bezahlung der Ware über ein deutsches Bankkonto eine Rolle?

Bitte auch Hinweise, falls ich bei der Thematik etwas vergessen habe.

Mit freundlichen Grüßen
A.Nagel
Eingrenzung vom Fragesteller
15.03.2007 | 16:24
Sehr geehrter Ratsuchender,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage, die ich wie folgt nach Ihren Angaben beantworten möchte.

Zuerst ist einmal festzuhalten, dass dem Kollegen zuzustimmen ist, da Sie jedoch bisher keine Erhöhung vorgenommen haben, werde ich versuchen, eine Ihrem Einsatz entsprechende angemessene Lösung zu entwerfen.
Aus diesem Grunde werde ich auch nur auf die etwaigen umsatzsteuerlichen, nicht aber auf die ertragsteuerlichen Auswirkungen eingehen.
Nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung scheinen Sie sich begriffsnotwendig in irgendeiner Form z.B. hinsichtlich „Zweigstelle oder unselbständiger Betriebstätte“ ein wenig auszukennen.
Diese Begrifflichkeiten sind ertragsteuerlicher, nicht jedoch umsatzsteuerlicher Natur.

Sie schreiben, dass Sie aus Singapur Lieferungen nach Deutschland und die EU, wohl auch wegen Europa in die Schweiz erfolgen.
Von Deutschland ausgesehen wird es sich bei diesem Onlineshop um Angebote hinsichtlich Lieferungen, nicht sonstiger Leistungen handeln, wobei an Gegenständen die Verfügungsmacht verschafft werden sollen.
Diesbezüglich ist der Ort der Lieferung an dem, an dem die Lieferung beginnt, das heißt grundsätzlich erst einmal in Singapur, so dass diese Lieferungen in Deutschland nicht steuerbar wären.
Problematisch kann werden, dass Sie die Gegenstände in Deutschland sammeln und von dort aus nach Zahlung durch die Kunden weiter versenden.
Da Sie aber nicht an ein Unternehmen in Deutschland liefern, sondern an ein quasi „Zwischenlager“ an sich selbst, kann meines Erachtens von einem nichtsteuerbaren Innenumsatz ausgegangen werden.
Somit wären umsatzsteuerlich die Lieferungen an die Endkunden maßgebend.
Eine ähnliche Konstellation über Ebay aus Spanien hat mich neulich ebenfalls beschäftigt, wobei ich dieselbe Meinung vertreten habe, jedoch noch kein Feedback erhalten habe.
Dieser Ratsuchende hatte die Gegenstände wegen etwaiger postalischer Schwierigkeiten in Spanien in sein „zentrales Zwischenlager“ nach Deutschland und von dort aus an Endkunden in Deutschland und Österreich versandt.


Ich hoffe, Ihnen im Rahmen Ihres Einsatzes weitergeholfen zu haben.


Mit freundlichen Grüßen
Bernd Zahn
Rechtsanwalt

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