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Firmengründung im Ausland - Wohnsitz (vorerst) Deutschland

17.01.2019 17:41 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Für eine (evtl.) geplante Auswanderung, bin ich derzeit in folgenden Überlegungen:

Ist es möglich eine Firma in Ausland zu gründen, diese aber von Deutschland aus
als Gesellschafter und Geschäftführer legal zu führen ?

Ich möchte gerne folgende Vorteile mit einer Auslandgründung verbinden:

+ eine mittel- & langfristig geplante Auswanderung
+ vereinfachte/keine Buchhaltung
+ geringere jährliche Kosten
+ mehr Flexibilität

Die Versteuerung wird aufgrund des "Welteinkommens" vorerst weiterhin in DE sein

Aus diesem Grund stellen sich aktuell folgende Fragen für mich:

+ Müssen Firmengewinne nicht direkt (jährlich) in DE versteuert werden ? oder erst bei Ausschüttung (dann mit dem deutschen Steuersatz) -> da vorerst keine Substanz (Mitarbeiter, Büroräume) vorhanden sind.

+ entfällt auch die Buchhaltungspflicht trotz DE-Wohnsitz ? In dem Land der Gründung wird es dann keine Buchhaltungspflicht geben.

+ Was muss ich bei der Angabe gegenüber dem Finanzamt ggf. noch beachten ?

18.01.2019 | 22:09

Antwort

von


(527)
Charlottenstr. 14
52070 Aachen
Tel: 0241 - 53809948
Web: http://www.rechtsanwalt-andreaswehle.de
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Sehr geehrter Ratsuchende,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Ist es möglich eine Firma in Ausland zu gründen, diese aber von Deutschland aus
als Gesellschafter und Geschäftsführer legal zu führen?


Das sollte durchaus möglich sein.
In manchen Ländern, wie der Schweiz benötigen Sie aber eine Person mit Wohnsitz im Inland. Es wird je nach dem Land Ihrer Wahl stets andere und vergleichbare Regelungen zum deutschen Gesellschaftsrecht geben.

Das Sie für eine Firma in irgendeinem Land offiziell keine Buchhaltung machen müssen kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.
Alle Länder dieser Welt sind mehr oder minder an die Steuereinnahmen ihrer Bevölkerung und der dort niedergelassenen Firmen angewiesen und haben mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit entsprechende Regeln erlassen oder sich bei anderen Staaten abgesehen, damit das funktionieren kann.
Das soll nicht bedeuten, dass es überall die gleichen Regelungen gibt, jedoch sehr ähnliche, die alle darauf aufbauen, auch die Gewinne der inländischen Betriebe zumindest zu kennen.
Mir ist bisher noch kein Land untergekommen, in dem eine Firma, sei es eine Personengesellschaft, eine Kapitalgesellschaft oder ein Trust/eine Stiftung etc., keine Buchführung haben muss.

Welteinkommen… das Ihre, oder das der Firma?

Firma!? Was meinen Sie damit, eine Kapitalgesellschaft oder eine Personengesellschaft (welche mit nur einer Person schlichtweg unmöglich (nach deutschem Recht zumindest) wäre)?

Eine Kapitalgesellschaft ist eine sog. juristische Person, welche ihre jährlichen Gewinne (gern auch ein abweichendes Geschäftsjahr, also nicht das Kalenderjahr) mittels einer geordneten Buchführung, sprich Bilanzierung, zu ermitteln hat. Auf diese Gewinne sind entsprechende Körperschaftssteuern durch die Firma zu zahlen.

Soweit Gewinne der Körperschaft (Firma) an Sie selbst ausgeschüttet werden, müssen Sie diese als Kapitalerträge versteuern. Ob das mit dem pauschalen Steuersatz in Höhe von 25% oder aber mit Ihrem persönlichen Steuersatz geschieht, hängt von Ihrem Antrag und Ihren weiteren persönlichen Einkünften (§ 2 EStG ) ab (soweit Sie in Deutschland steuerbar sind).

Die Buchhaltungspflicht ergibt sich aus dem Recht des Landes in dem die Firma (Gesellschaft… ) gegründet werden soll. Das deutsche Recht hat hierauf keinen Einfluss.

Soweit Sie direkte Einkünfte aus der Gesellschaft haben, sind diese unter Umständen in der deutschen Steuererklärung zu erklären. ggf. auch mit Nachweisen. Ob diese Nachweise auch in Form einer Gewinnermittlung zu führen sind, hängt entscheidend von der Form der Gesellschaft ab. Bei einer Personengesellschaft ist die Buchführung zwar meist einfacher, aber die Gewinne der Gesellschaft sind unmittelbar den Gesellschaftern entsprechend ihrer jeweiligen Anteile zugeordnet und in der Steuererklärung direkt als Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu erklären.
Sie sehen den Unterschied zwischen einer Kapitalgesellschaft und einer Personengesellschaft.

Was muss ich bei der Angabe gegenüber dem Finanzamt ggf. noch beachten?

Schöne Frage, die aber nur Sinn macht, wenn Sie mir verraten, was sie konkret wo und wie vorhaben und hier nicht nur vage Vorstellungen äußern.
Ggf. möchten Sie das ja in der kostenfreien Nachfrage konkretisieren.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen




Rechtsanwalt Andreas Wehle

Rückfrage vom Fragesteller 22.01.2019 | 15:23

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Wehle,

mir geht es NICHT um eine Gründung in der EU. Hier haben Sie vollkommen Recht mit der Buchhaltungspflicht (soweit mir das bekannt ist).
Aber es gibt durchaus Ländern, in denen es auch ohne Buchhaltung funktioniert (pauschale Jahresgebühr für Kapitalgesellschaft). Als Beispiel ist hier sicherlich Dubai, Ras al Khaimah und noch einige weitere zu nennen.

Mein Ziel ist es:
1.1) den aktuellen Zeit & Kostenaufwand für Gesellschaft & Buchhaltung, durch eine Auslandsgründung, zu reduzieren
1.2) vorbereitende Gründung aufgrund einer möglichen Auswanderung.
1.3) Wohnsitz & Versteuerung weiterhin DE (bis zur vorr. Auswanderung)

Meine Fragen haben Sie teilweise beantwortet:
2.1) Kapitalgellschaft als in DE sitzender Geschäftsführer & Gesellschafter -> kein Problem.
2.2) Gehaltszahlung der Gesellschaft wird mit der Einkommensteuer angegeben und versteuert
2.3) Ausschüttungen der Gesellschaft wird mit Kaptalertragssteuer besteuert

Die für mich wichtigeste Frage:
-> Wenn in dem Gründungsland der Gesellschaft keine Buchhaltungspflicht besteht, ich allerdings die Firma aus Deutschland führe (vorerst ohne Substanz vor Ort -> kein Büro, keine Mitarbeiter) ... dann gilt auch hier auch weiterehin das "Recht" des Gründungslandes (kein bürokratisches Vihikel) ?

Oder löst die nicht vorhandene Substanz eine Zweigstelle in DE aus ... und somit Buchhaltungspflichtig ?
Denn dann hätte ich das selbe bürokratische und kostenintensive Vehikel wie jetzt.

Mir geht es als nicht um die Versteuerung in DE ansich. Das Thema ist soweit klar und wird mit dem Steuerberater dann durchgegangen, sondern im ersten Schritt nur um einen Lösungsweg, die kosten- und zeitintensiven Strukturen zu entschlacken (durch eine Auslandsgründung).

Viele Dank im voraus.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 23.01.2019 | 15:36

Sehr geehrter Ratsuchender,
die Bantwortung Ihrer Nachfrage wird nicht einfacher.

Eine Trennung zwischen Steuerpflicht und Buchhaltungspflicht wird regelmäßig nicht vorgenommen und so ist es entscheidend, welchem Vertragsstaat eines eventuellen Doppelbesteuerungsabkommen das Besteuerungsrecht zukommt.
So nach diesem eventuell existenten DBA (ich verweise auf Art. 5 DBA OECD) Ihre Betriebsstätte in Deutschland hätten, würde die Besteuerung der auch im Ausland ansässigen Gesellschaft ggf. in Deutschland stattfinden, so dass hier auch die deutschen Buchführungsvorschriften anzuwenden sind.

Bei einer Kapitalgesellschaft ist für die Bestimmung des Mittelpunkts der geschäftlichen Oberleitung der Ort maßgeblich, an dem die zur Vertretung befugten Personen die ihnen obliegende laufende Geschäftsführertätigkeit entfalten. Entscheidend ist allein der Umfang der Vertretungsbefugnis. Die tatsächliche Ausübung der Geschäftsleitung setzt die Befugnis voraus, die Gesellschaft im Rechtsverkehr vertreten zu können.
Sind alle gesetzlich und/oder schuldrechtlich zur Vertretung einer ausländischen Kapitalgesellschaft befugten Geschäftsführer im Ausland ansässig und nehmen diese ihre Geschäftsführungsaufgaben im Ausland wahr, scheidet ein inländischer Ort der Geschäftsleitung jedenfalls dann aus, wenn es keine inländischen beherrschenden Gesellschafter gibt, die ständig durch Gesellschafteranweisungen in das Tagesgeschäft der Gesellschaft hineinregieren. FG Schleswig Holstein Urteil vom 27. 2. 2002 – V 424/99 bestätigend BFH-Urteil vom 12. 2. 2004 – IV R 29/02

So Sie also von Deutschland aus die Geschäfte der Gesellschaft im Ausland führen, hat die Gesellschaft unabhängig vom Registersitz ihren betrieblichen Sitz in Deutschland, so dass vollumfassend sämtliche deutschen Regelungen zum Tragen kommen.

Ich hoffe so nun auch Ihre Nachfrage beantwortet zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

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