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Firma hinterzieht Steuern, was soll ich tun?


15.09.2007 16:15 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter



Guten Tag,

ich habe vor kurzem meine Arbeitsstelle in einem Unternehmen gekündigt. Ich konnte nicht mehr ertragen, wie die Firma Steuern hinterzieht, Versicherungsbetrug macht und durch eine Scheinfirma Fördermittel vereinnahmt. Nun möchte ich gern wissen, wie und wo ich Anzeige erstatten kann. Auch ob es anonym oder besser mit Namen gemacht werden sollte. Ich habe keine Beweise als Papier in der Hand, musste aber die Jahre sämtliche Sachen für die Firma fälschen. Was kommt dann, im Falle einer Anklage, auf mich zu? Um an Beweise zu kommen, müsste jemand vom Finanzamt unangemeldet in die Firma kommen, denn sie haben einen sehr guten Steuerberater, der schnell mal wieder Scheinrechnungen erstellt. Kann ich den Steuerberater mit anzeigen? Das ist ein großer Betrieb und der Betrug muss endlich mal aufgedeckt werden.
Für Ihre schnelle Antwort besten Dank!
Sehr geehrte(r) Fragende(r),

mit einer Anzeige wäre ich ohne Beweise vorsichtig, denn, sollte sich der Verdacht nicht erhärten, könnte die Firma Sie schadensersatzpflichtig machen und zivil- sowie strafrechtlich gegen Sie vorgehen.

Sollten Sie konkrete Beweise haben und sich sicher sein, dass Ihre Vorhaltungen richtig sind, so ist hierfür jede öffentliche Strafverfolgungsbehörde zuständig (Polizei, Staatsanwaltschaft sowie Finanzamt).

Ich gebe jedoch zu bedenken, dass, wenn sie tatsächlich die Papiere selber gefälscht haben, sich der Mittäterschaft oder Beihilfe strafbar gemacht haben. Das Problem besteht auch dann, wenn Sie die Anzeige anonym machen, da im Wege der Ermittlungen Sie verdächtigt werden könnten. ich denke, dass die Strafe wohl im rahmen einer Einstellung gegen Geldauflage oder einer Geldstrafe enden würde, es hängt jedoch davon ab welchen Tatbeitrag Sie geleistet haben und wie hoch der Schaden ist. Schlimmstenfalls droht eine Haftstrafe.

Dies sollten Sie alles bedenken, bevor Sie einen derartigen Schritt machen. sollten sie wirklich vorhaben, die Firma anzuzeigen, sollten sie dieses über einen Anwalt machen, der Ihnen dann rechtlich behilflich sein kann.

Ich hoffe, Ihnen erst einmal weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. C. Seiter


Nachfrage vom Fragesteller 15.09.2007 | 17:30

Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin,

wie könnte ich denn beweisen, dass die Scheinfirma Maschinen von Fördermitteln erhalten hat und diese dann in der anderen Firma einsetzt. Das würde nur gehen, wenn man unangekündigt auftaucht und die Baustellen überprüft. Und können denn wirklich Angestellte, die die zu fälschenden, teilweise nicht zu verstehenden Arbeiten leisten mussten, selbst als Mittäter angezeigt werden?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.09.2007 | 18:03

ja, eine Mittäterschaft/Beihilfe ergibt sich aus der Intensität des Tatbeitrages. Sofern Sie Hilfe geleistet haben und dies auch wussten oder hätten wissen können, ist das strafbar!

Die Polizei oder das Finanzamt erhält nur einen Durchsuchungsbeschluss, der richterlich genehmigt werden muss, wenn ein hinreichender/dringender Tatverdacht besteht. Dieser ergibt sich jedoch nur, wenn Sie konkrete Angaben machen können und auch stichhaltig alles schildern können. Ansonsten ist es rechtlich nicht zulässig, aufgrund eines vagen Hinweises sozusagen "auf Verdacht" eine Durchsuchung durchzuführen.

Wenn es sich wirklich um eine so große Firma handelt, würde ich ohne anwaltliche Vertretung eine derartige Anzeige nicht vagen, das ist viel zu riskant!

Mit freundlichen Grüßen
Dr. C. Seiter




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