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Finnisches Arbeitsrecht: Gehalt

07.03.2012 11:28 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Ich arbeitete vor einem Jahr für ca. 2 Monate bei einer finnischen Metallhandelsgesellschaft. Mein Arbeitsort war Grenchen CH - der Arbeitsvertrag wurde mit der Firma, welche keinen Sitz in der Schweiz hat, gezeichnet.

Die Firma bezahlte mir bisher weder Spesen noch meine Arbeitstätigkeit.Ich habe in der Probezeit meine Arbeitstätigkeit eingestellt, da ich kein Lohn erhalten habe.

Wie komme ich zu meinem finanziellen Recht?
Wo muss ich klagen, wie muss die Aufforderung zur Zahlung abgehandelt sein? Was muss ich berücksichtigen?
Eingrenzung vom Fragesteller
07.03.2012 | 11:34

Sehr geehrter Fragesteller,

die Beantwortung der von ihnen gestellten Frage ist aufgrund der etwas spärlichen Informationen nicht ganz einfach. Zur besseren Beantwortung wäre zunächst ein Blick in den Arbeitsvertrag erforderlich. In aller Regel finden sich dort Hinweise darauf, wie im Streitfall rechtlich vorzugehen ist und ob dies angesichts der fortgeschrittenen Zeit jetzt überhaupt noch möglich ist.

Üblich ist es nämlich, in Arbeitsverträgen - gleich welchen Rechts - eine Verfallsklausel aufzunehmen, wonach alle Ansprüche aus dem Arbeitsverhältnis binnen einer bestimmten Frist ab dem Zeitpunkt ihrer Fälligkeit geltend zu machen sind, andernfalls sie ersatzlos verfallen.

Sie teilen mit, dass Sie vor einem Jahr bei der besagten Firma beschäftigt waren. Bitte prüfen Sie also zunächst Ihren Arbeitsvertrag sorgfältig, ob sich darin eine solche Verfallsklausel befindet (in aller Regel - aber nicht immer zwingend - gegen Ende des Vertragstextes). Sollte diese Frist nicht unverschämt kurz (also weniger als drei Monaten nach Fälligkeit) und obendrein bereits abgelaufen sein, stehen die Aussichten, die Ansprüche - gleich vor welchem Gericht - erfolgreich geltend machen zu können, sehr schlecht. In diesem Fall würde ich von einer gerichtlichen Geltendmachung abraten.

Fehlt es an einer Verfallsklausel oder ist diese noch nicht abgelaufen, prüfen Sie bitte in einem zweiten Schritt, ob sich in dem Arbeitsvertrag irgendwelche Hinweise (in aller Regel ebenfalls am Ende des Vertragstextes) darauf finden, nach welchem Recht das Arbeitsverhältnis behandelt werden soll und ob sich darin auch eine Regelung findet, in welchem Land Ansprüche aus dem Vertrag geltend zu machen sind. Sollte keine solche Regelung zu finden sein, empfiehlt es sich aus Praktikabilitätsgründen immer, ein (Zahlungs-)Urteil in dem Land zu erwirken, in welchem das Urteil im Zweifel auch zwangsvollstreckt werden müsste. Da die Firma keinen Sitz in der Schweiz hat, kommt eine Zwangsvollstreckung in der Schweiz nicht in Betracht.

Sinnvoll wäre daher eine Klageerhebung in Finnland, und zwar vor einem Arbeitsgericht am Ort des Sitzes der Firma. Dies ist zwar zunächst für Sie umständlich, weil Sie einen finnnischen Rechtsanwalt vor Ort beauftragen müssten. Andererseits ist die zwangsweise Durchsetzung eines einmal erstrittenen finnischen Urteils erheblich einfacher als die zwangsweise Durchsetzung eines ausländischen Urteils, da dieses vor einer Vollstreckung erst einmal übersetzt und dann von einem finnischen Gericht in Finnland für vollstreckbar erklärt werden müsste. Dies ist erfahrungsgemäß mit sehr viel Zeitaufwand und nicht unerheblichen zusätzlichen Kosten verbunden - Mühen, die durch die Beauftragung eines Rechtsanwalts vor Ort auf enfache Weise erspart werden.

Ob zunächst eine außergerichtliche Zahlungsaufforderung in diesem Fall noch Sinn macht oder ob direkt Klage erhoben wird, entscheidet dann der finnische Rechtsanwalt vor Ort. Ich gehe dabei von der Annahme aus, dass die Firma auf eine von Ihnen selbst verfasste außergerichtliche Zahlungsaufforderung nicht reagieren würde.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort ein wenig behilflich sein. Für eine evtl. Rückfrage stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Fenimore v. Bredow
Rechtsanwalt / Fachanwalt für Arbeitsrecht

Nachfrage vom Fragesteller 07.03.2012 | 13:24

Sehr geehrter Herr Fenimore

Herzlichen Dank für Ihre Ausführungen.

Die Verfallsklausel im Vertrag kann ich glücklicherweise ausschliessen. Können sie mir noch beantworten, ob ich als Geschädigter beim Arbeitsgericht, auch ohne rechtlichen Vertreter in Finnland, eine Klage nach erfolgloser ausserordentlicher Zahlungsaufforderung einreichen könnte und inwiefern dabei eine qualifizierte Schriftlichkeit vonnöten ist?

Vielen Dank.

Fragesteller

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.03.2012 | 15:54

Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedaure, aber auf diese Frage weiß ich leider keine konkrete Antwort, da ich mich in finnischem (Arbeits-)Prozessrecht nicht auskenne. Ich bin deutscher Rechtsanwalt und habe deutsches Recht studiert; der Titel "Rechtsanwalt" ist mir in Deutschland verliehen worden. Deswegen vermag ich die Frage nur insoweit zu beantworten, als sie deutsches Recht betrifft: In Deutschland ist es ohne weiteres möglich, auch ohne Rechtsanwalt in der ersten Instanz eine Zahlungsklage vor einem Arbeitsgericht zu erheben.

ABER:

Die Klage muss natürlich in der Landessprache verfasst sein, da die Gerichtssprache deutsch ist. Ich habe den starken Verdacht, dass dies in Finnland entsperchend ähnlich sein wird. Eine Klageeinreichung in deutscher oder englischer Sprache könnte daher unzureichend sein. Genauere Auskünfte könnte Ihnen hierzu aber sicherlich ein in Finnland zugelassener Arbeitsrechtsanwalt oder aber auch die finnische Botschaft (oder Konsulat) in der Schweiz erteilen.

Allerdings rate ich Mandanten immer davon ab, einen Arbeitsrechtsprozess ohne anwaltlichen Beistand zu führen, da - jedenfalls das deutsche - Arbeitsrecht von vielen Formalien geprägt ist, deren Kenntnis für eine erfolgreiche Prozessführung von großer Bedeutung ist.

Ich könnte mir vorstellen, dass dies in anderen Rechtsordnungen - jedenfalls aber in der finnischen - nicht viel anders sein wird.

Ich bedaure, Ihnen insoweit keine konkretere Antwort geben zu können und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Fenimore v. Bredow

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