Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Fingierter Verkehrsunfall, Frist der Rückforderung von der Versicherung

| 28.06.2009 13:19 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

07/2003 war ich leider an einem fingierten Verkehrsunfall bewusst beteiligt.

Person B(Unfallverursacher) ist mit seinem Auto in meins gefahren und dann noch in Person C´s Auto.

Die Versicherung hatte Anzeige erstattet.

Ich bin 09/2005 zu dem Unfall verurteilt worden. Bei Gericht war von Person C keine rede, Einzelheiten zu dem Unfall wollte der Richter gar nicht wissen, es hat gereicht das ich es zugegeben hatte.

Person B ist mit einem andern Verfahren später auch verurteilt worden.
Person C ist bis heute nicht angezeigt bzw. verurteilt worden.

Jetzt kam ein Einschreiben von der Versicherung, zu meinem Elternhaus in dem ich damals(seit 4 Jahren nicht mehr) gewohnt habe.
Die Versicherung schreibt sie möchte ihr Geld wieder haben und zwar das komplette Geld von beiden Autos(ich hatte nur die Hälfte halt für meins ausgezahlt bekommen), die Versicherung hat mir angeblich schon 05/2008 einen Brief geschrieben in dem Sie das Geld fordert. Die Versicherung schreibt sie haben erst 2008 Akteneinsicht bekommen und dann erfahren das ich verurteilt worden bin für den Unfall.

Ich habe diesen Brief nie erhalten, meine Eltern werfen alle Briefe weg, da dort seit Jahren nur noch Reklame ankommt die auf meinen Namen adressiert ist.

Seltsam ist auch das die Versicherung sich jetzt über ein Jahr Zeit gelassen hat mit dem angeblich zweiten Brief, zudem ist in dem Brief ein Rechenfehler der Summe der einzelnen Posten.
Mir kommt es vor als wäre der Brief sehr lieblos und ohne große Mühe geschrieben worden, daher habe ich die Vermutung das der Anspruch eigentlich schon verjährt ist und die Versicherung es aber trotzdem versuchen möchte.


Frage u.a. nun:

- Ist der Anspruch der Versicherung (BGB §199) verjährt?
Die Versicherung muss doch spätestens mit dem Urteil 09/2005 Kenntniss ohne grobe Fahrlässigkeit gehabt haben, die Vermutung war schon direkt nach dem Unfall da sie Anzeige erstattet hatte.

- Gelten die angeblichen Briefe an mein Elternhaus auch als zugestellt?

- Muss ich auch für Person C aufkommen?

Vielen Dank.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage beantworte ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben und Ihres Einsatzes wie folgt:

1.)
Der Anspruch der Versicherung verjährt in 3 Jahren ab Kenntnis des Schadensvorfalls und des Schädigers.
Hinsichtlich des Schädigers ist die Kenntnis von Name und Anschrift notwendig. Ausreichend bei Schadensersatzansprüchen ist zudem wenn die Verantwortlichkeit des Schuldners soweit geklärt ist, dass der Gläubiger auf Grund der ihm bekannten oder erkennbaren Tatsachen eine hinreichend aussichtsreiche Klage erheben kann.
In Ihrem Fall wäre der Zeitpunkt auf den Zeitpunkt der Anklageerhebung bzw. des Urteils zu legen – wenn die Versicherung von einem dieser Zeitpunkte Kenntnis hatte.
Hier wäre eine Einsicht in die Strafakte erforderlich, um festzustellen, wann die Versicherung Kenntnis erlangte. Hierzu müssten Sie allerdings einen Anwalt beauftragen, da Sie selbst keine Akteneinsicht erhalten.
Allerdings ist bei einer Verurteilung im Jahr 2005 eine Kenntniserlangung erst 2008 mehr als ungewöhnlich. Hier könnte grob fahrlässige Unkenntnis vorliegen. Bei einer grob fahrlässigen Unkenntnis verjährt der Anspruch erst nach 10 Jahren, § 199 Abs. 3 Nr. 1 BGB ab Entstehung des Anspruchs, d.h in Ihrem Fall 2013.

Hinweis:

Selbst wenn Verjährung eingetreten sein sollte, dann müssten Sie nach § 852 BGB der Versicherung zumindest den Betrag zurückerstatten, den Sie selbst erhalten haben, da hier wiederum eine Frist von 10 Jahren gilt.

2.)
Die Briefe an die Adresse Ihrer Eltern unterbrechen die gesetzliche Verjährung grundsätzlich nicht.
Ob sie möglicherweise Auswirkungen auf eine Verwirkung des Anspruchs der Versicherung haben, hängt davon ab, ob Sie noch unter dieser Adresse gemeldet waren/sind.

3.)
Nach Ihrer Schilderung haben Sie den fingierten Verkehrsunfall zusammen mit B und C geplant und durchgeführt. Danach würden Sie mit B und C als Gesamtschuldner für den gesamten Schaden haften. Die Versicherung kann nach § 421 BGB von Ihnen den gesamten Betrag (soweit keine Verjährung eingetreten ist) fordern. Sie selbst können (wenn sie gezahlt haben) dann von den anderen beiden Beteiligten jeweils 1/3 des Schadens erstattet verlangen, § 426 BGB.

--------

Schließlich möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei meiner Antwort, die nur auf Ihren Angaben basiert, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung und Orientierung handelt. Eine umfassende Beratung und Begutachtung kann meine Antwort daher nicht ersetzen. Die rechtliche Beurteilung kann durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen völlig anders ausfallen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen einen ersten Überblick geben konnte und stehe Ihnen hier gerne im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion zur Verfügung.

Für weitergehenden Beratungsbedarf können Sie mich gerne unter meinen Kontaktdaten ansprechen.
Gerne stehe auch ich Ihnen bei der weiteren Durchsetzung Ihrer Interessen zur Verfügung. Sollten Sie dies wünschen, können Sie sich jederzeit - auch per E-Mail - mit mir in Verbindung setzen. Die räumliche Entfernung stellt hier aufgrund der Möglichkeit zur Nutzung von E-Mail und Fax kein Problem dar. Im Falle einer Beauftragung wird Ihr hier gezahlter Einsatz auf die entstehenden Gebühren selbstverständlich angerechnet.

Mit freundlichen Grüßen

Elke Zipperer
Rechtsanwältin
Fachanwältin für Strafrecht
Fachanwältin für Verkehrsrecht

Bewertung des Fragestellers 28.06.2009 | 14:46

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Sehr zufrieden.
Vielen Dank."
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 28.06.2009 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69096 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,6/5,0
Anwälte können nur dann richtige Aussagen treffen wenn die Frage auch richtig formuliert war. Dies musste ich nachholen und war mein Fehler. Herr Richter hatte sich dann erneut die Mühe gemacht und erneut umfangreich recherchiert. Ich ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Frage wurde zur vollsten Zufriedenheit beantwortet. Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und klare Antwort! Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER