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Finanzieller-Ausgleich unter Erben bei Immobilien

| 15.07.2013 19:38 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tobias Rösemeier


Sehr geehrter Damen und Herren,

es geht hier um eine Erbauseinandersetzung zwischen zwei Brüdern.
Beide Brüder sind gemäß Erbschein zu je 50% erbberechtigt und es existiert kein Testament.

Das Erbe besteht aus Konten mit Bargeld und einige Immobilien.

Die Erbengemeinschaft steht nun vor der Auseinandersetzung und für den Vertragsentwurf beim Notar soll im Vorfeld geklärt werden, wer was und welche Immobilien / Grundstücke bekommt.

Es wurden bereits 100.000 € in gegenseitigem Einverständniss an jeden Erben ausbezahlt.

Hinsichtlich dem Konten besteht Einigkeit, dass diese, nach Abzug der Nachlassverbindlichkeiten, gem. den Erbschaftsanteilen hälftig aufgeteilt werden.

Bei den Grundstücken / Immobilien wünscht einer der Brüder die höherwertigen
Immobilien ( neueren Baujahrs) . Diesem Wunsch entspricht der andere Bruder.
Nun geht es um den Wertausgleich für die höherwertigen Immobilien.

Im Zuge der bereits abgegeben Erbschaftssteuererklärung, wurden alle Immobilien von einem öffentlich bestelltem Sachverständigem bewertet.
Auf Basis dieser, vom Sachverständigen und in der Steuererklärung angegebenen Werte, soll der finanzielle Ausgleich zwischen den Brüdern erfolgen.

Derzeit sieht die Aufteilung wie folgt aus:

Bruder A (mit den älteren und daher im Wert niedrigeren Immobilien)

• mehrere Immobilien im Wert von ca. 650.000,00 €
• verbleibendes Bankguthaben von ca. 350.000,00 €


Bruder B (mit den neueren und damit höherwertigen Immobilien)

• mehrere Immobilien im Wert von ca. 800.000,00 €
• verbleibendes Bankguthaben von ca. 350.000,00 €

Somit erhält Bruder B bei den Immobilien einen Mehrwert über 150.000,00 €.



Wie soll hier nun der finanzielle Ausgleich für die höherwertigeren Immobilien zwischen den Erben erfolgen?









1) Zahlt Bruder B nun 150.000,00 € an seinen Bruder A zum Ausgleich der höherwertigeren Immobilien. (was hier nur logisch und richtig erscheint denn dem Bruder A tangiert es doch nicht, aus welchen Mitteln Bruder B den Ausgleich zahlt)

2) Oder zahlt Bruder B nur die Hälfte und somit 75.000,00 € an seinen Bruder A, damit beide „unterm Strich" den gleichen Wert bekommen?

Welche Teilung/Zahlung ist in diesem Falle richtig und mit welcher rechtlichen Grundlage?!

Ich bitte nur um Antworten mit rechtlicher Begründung!

Vielen Dank.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Anhand Ihrer Sachverhaltsschilderung besteht der Gesamtnachlass nach der Vorabauszahlung von 100.000 € an jeden Erben aus einem Gesamtvermögen in Höhe von 2.150.000 €.

Hiervon steht jedem Erben 1/2, mithin ein Betrag in Höhe von 1.075.000 € zu.

Das Erbe und die damit von Gesetzes wegen bestehen Erbengemeinschaft ist auseinanderzusetzen.

Die Erbengemeinschaft stellt eine Übergangslösung dar, sie soll daher so bald wie möglich durch die sogenannte Erbauseinandersetzung aufgelöst werden. Bei der Erbauseinandersetzung erhält jedes Mitglied der Erbengemeinschaft seinen Anteil am Erbe.

Das Gesetz sieht vor, dass der Nachlass in Natur geteilt wird (§§ 2042, 752 BGB). Dies ist bei Grundstücken nicht ohne weiteres möglich bzw. nicht sinnvoll und darüber hinaus auch nicht gewollt. Die Erben müssen sich dann über eine anderweitige Verteilung und Ausgleichung bei der Zuordnung bestimmter Vermögenswerte auf einen der Miterben verständigen.

Sie und Ihr Bruder sind sich über die Aufteilung des Nachlasses einig, so dass Sie einen Teilungsvertrag schließen können. Hierbei können Sie von den gesetzlichen Aufteilungsregeln des § 2042 BGB abweichen.

Im Ergebnis muss jeder Erbe aus dem Nachlass einen Wert von 1.075.000 € erhalten. (§ 2047 BGB)

Bruder A erhält die Immobilie mit dem Wert von 650.000 €, so dass er aus dem Barvermögen dann noch einen Betrag in Höhe von 425.000 € erhält, um auf seinen Erbteil von 1.075.000 € zu gelangen.

Bruder B erhält die Immobilie mit dem Wert von 800.000 € und damit aus dem Barvermögen nur noch einen Betrag von 275.000 €.

Dadurch haben beide Brüder jeweils den hälftigen Nachlass erhalten.

Im Ergebnis erhalten beide Brüder unter dem Stich den gleichen Anteil aus dem Nachlass.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 15.07.2013 | 21:56

Sehr geehrter Herr RA Rösemeier,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Die die zweite Variante nacht jedoch nur für Bruder B einen Sinn, denn er müsste dann nur die Hälfte nämlich 75.000 € zahlen, bekommt aber höherwertige Immobilien im Wert von 150.000 €.


Warum soll also Bruder B nur die Hälfte vom Mehrwert bezahlen, welchen er erhält, "nur" damit es unter dem Strich stimmt ?

Somit wäre doch immer derjenige begünstigt, welcher die höherwertigeren Immobilien nimmt!

Warum "muss" denn die Ausgleichzahlung für die höherwertigeren Immobilien aus der Erbschaft erfolgen, er könnte das Geld ja auch wo anderst her nehmen.

Warum sollte jemand "den vollen Wert erhalten", aber nur die Hälfte zahlen und das noch mit rechtlicher Rückdenkung?

Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.07.2013 | 22:14

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne nehme ich zu Ihrer Nachfrage wie folgt Stellung.

Der Bruder, der die höherwertige Immobilie erhält, ist keinesfalls begünstigt, da dieser dann weniger vom Barvermögen erhält.

Beide Brüder erhalten die Hälfte des Nachlasses. Die Aufteilung des Nachlasses erfolgt aber nicht mit 1/2 der jeweiligen Immobilien und 1/2 des Barvermögens, da eine Immobilie einen höheren Wert hat.

Vor der Erbauseinandersetzung sind Sie jeweils Eigentümer in Höhe der Hälfte der Immobilien.

Bei der einen Immobilien hält jeder Bruder einen Wert von 400.000 €.

Bei der anderen Immobilie hält jeder Bruder einen Wert von 325.000 €.

Will Bruder B die Immobilie mit dem Wert von 800.000 € in Alleineigentum übernehmen, müsste er Bruder A 400.000 € ausgleichen.

Will Bruder A die Immobilie mit dem Wert von 650.000 € in Alleineigentum übernehmen, müsste er Bruder A einen Ausgleich von 375.000 € leisten.

Die Differenz zwischen 400.000 € und 375.000 € beträgt 75.000 €. Dies ist der Betrag, den Bruder B an Bruder A ausgleichen muss, so dass jeder Immobilien im gleichen Wert erhält.

Da das Barvermögen aus dem Nachlass noch nicht vollständig aufgeteilt wurde, erfolgt die Aufteilung in der Form, dass Bruder A einen höheren Betrag aus dem Barvermögen erhält, nämlich anstatt von 350.000 € 425.000 €. Er erhält somit vom Anteil von Bruder B 75.000 €. Bruder B erhält im Gegenzug 75.000 € weniger aus dem Barvermögen, also lediglich einen Betrag von 275.000 €.

Nach dem Gesetz steht jedem Bruder die Hälfte des Nachlasses zur Verfügung. Würde Bruder B an Bruder A die Wertdifferenz von 150.000 € bezahlen, dann hätte Bruder A einen Nachlass von 1.150.000 € erhalten, wärend Bruder B unter Berücksichtigung der Ausgleichszahlung lediglich in Höhe von 1.000.000 € erhält.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier
- Rechtsanwalt -

Bewertung des Fragestellers 16.07.2013 | 07:44

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"Ich verstehe den Blickwinkel, jedoch hätte der RA bei der Nachfrage auch versuchen sollen alles aus einer anderen Perspektive zu sehen!
Zumal auch in der Nachfrage nicht auf meine Fragen eingegangen wurde!"
Stellungnahme vom Anwalt:
Ich bedauere, dass meine Ausführungen nicht weitergeholfen haben. Mein Anliegen, die rechtlichen Maßgaben bei der Erbauseinandersetzung verständlich zu machen, entsprachen leider nicht der eigenen Sichtweise des Fragestellers.
FRAGESTELLER 16.07.2013 3,6/5,0
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