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Finanzielle Unterstuetzung unser Tochter

| 03.10.2012 11:25 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

ich lebe mit meiner Frau,meiner Stieftochter (19 Jahre, in Ausbildung!) & Stiefsohn seit ca 15 Jahren in einem Haus (Kinder stammen aus erster Ehe meiner Frau!,kein Kontakt zum leiblichen Vater vorhanden).

Nach einem Streit meiner Stieftochter mit meiner Frau ist unser Tochter ausgezogen bzw. hat es vor und will bei einer Freundin leben (Eltern der Freundin wurden sie auch aufnehmen).Das Problem ist das die Freundin ca. 115 km (einfache Strecke)von uns bzw der Ausbildungsstaette & Berufsschule entfernt wohnt.

Jetzt erwartet unsere Tochter das wir fuer Ihre Fahrtkosten (sie besitzt privaten PKW) und fuer die Unterbringung in einem Wohnheim das sich in der Naehe der Berufsschule befindet die Kosten uebernehmen. Da meine Frau dies nicht einsieht diese Kosten zu ubernehmen hat meine Frau ihr angeboten in der Zeit der Schule bzw. Arbeit bei uns zu wohnen um unnoetige Kosten zu vermeiden.Der Arbeitsplatz befindet sich nur 15 Minuten von unserem Haus entfernt sowie 30 Minuten von der Berufsschule.

Danach steht es ihr frei zu ihrer Freundin zu gehen. Dies hat meine Tochter jedoch abgelehnt!

Unsere Tochter wurde auch nicht von uns rausgeschmissen!

Muessen wir fuer diese Kosten aufkommen?
Wenn ja wieviel muessten wir den tragen, da meine Frau und ich Vollzeit beschaeftigt sind.
Wird mein Einkommen auch angerechnet , da ich nicht ihr leiblicher Vater bin?

Bitte um dringende Antwort
03.10.2012 | 13:20

Antwort

von


(146)
Frankfurterstr. 30
51065 Köln
Tel: 0221 16954321
Tel: 0163 2916721
Web: http://www.ra-serkankirli.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage auf der Grundlage des von Ihnen geschilderten Sachverhalts wie folgt:

Die Unterhaltspflicht der Eltern besteht auch nach Vollendung der Volljährigkeit fort, wenn sich das volljährige Kind in einer Berufsausbildung befindet.

So leicht kann es sich Ihre Stieftochter dennoch nicht machen.

Unterhaltsbedarf eines volljährigen Kindes, Auszubildender/Schüler/Student, der nicht mehr bei seinen Eltern lebt beträgt 670,- Euro. Ihr Unterhaltsbedarf ist daher losgelöst vom Einkommen der Eltern. Auf Ihr Einkommen kommt es deshalb vorrangig nicht an. Der Bedarf beträgt 670,- Euro. Hier ist jedoch zu beachten, dass nach den Rechtsprechungen der jeweiligen Oberlandeslandesgerichtsbezirke geringere Abweichungen geben können.

Vorliegend muss sich Ihre Stieftochter jedoch ggfs. folgende Einkommen anrechnen lassen.


1. Ausbildungsvergütung vermindert um ausbildungsbedingte Aufwendungen (pauschal 90,00 €). Die Ausbildungsvergütung wird also bis auf 90 Euro (für berufsbedingte Aufwendungen wie Fahrkosten, Bücher) ganz auf den Unterhalt angerechnet.

2. Einkünfte aus Vermögen und ggfs. auch Stamm des Vermögens (mit Ausnahme des Schonvermögens nach § 12 Abs. 2 Nr. 1 Sozialgesetzbuch II = derzeit mindestens 3.100,00 €)

3. Ggfs. BaföG/Berufsausbildungsbeihilfe

4. Das Kindergeld ist an Volljährige auszuzahlen und wird in voller Höhe auf den Bedarf angerechnet (BGH Urteil vom 26.10.2005).


Das kann dazu führen, dass laut Düsseldorfer Tabelle zwar ein Unterhaltsbedarf besteht; aufgrund vorrangiger Ansprüche anderer und des Selbstbehaltes der Eltern aber für das volljährige Kind weniger als der Tabellenunterhalt oder sogar nichts mehr übrig ist.

Über dieses Maß hinaus wären Sie demnach nicht verpflichtet, die genannten Kosten zu übernehmen.

Weiterhin ist noch zu bedenken, dass auch der Ex-Mann Ihrer Frau grundsätzlich unterhaltsverpflichtet ist. Aus dem Umstand, dass zu diesem kein Kontakt mehr vorhanden ist, ergibt sich nichts anderes. Anders wäre der Fall nur dann, wenn Ihre Stieftochter Ihren Unterhaltsanspruch gegen Ihren leiblichen Vater verwirkt hätte.


Ich hoffe, dass ich Ihnen behilflich sein konnte. Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Abschließend weise ich Sie darauf hin, dass die hiesige Beratungsplattform die Beratung durch einen Rechtanwaltskollegen vor Ort nicht ersetzen kann, sondern lediglich dazu dient, dem Mandanten eine grobe rechtliche Einschätzung zu verleihen.

Das Weglassen und bzw.oder Hinzufügen von relevanten Angaben kann eine völlig andere rechtliche Bewertung nach sich ziehen.



Mit freundlichen Grüßen

Kirli
(Rechtsanwalt)


Rechtsanwalt Serkan Kirli

Nachfrage vom Fragesteller 03.10.2012 | 13:33

Wenn also meine Tochter 650,00 Euro netto verdienen wuerde wie waere dann diese Rechnung.Ein Rechenbeispiel waere hilfreich!

Danke im voraus

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.10.2012 | 14:04

Sehr geehrter Fragesteller,

Danke für die Nachfrage, welche ich wie folgt beantworte:


650 Euro netto verdient Ihre Stieftochter.

Von einer Ausbildungsvergütung bleiben 90,- Euro anrechnungsfrei. Der Rest wird - wie bereits erörtert - angerechnet.

650 - 90 = 560 Euro.

560 Euro wäre dann das Einkommen aus der Ausbildungsvergütung, welches sich Ihre Tochter anrechnen lassen müsste.


670 Euro ist der Regelanspruch des Kindes.

670 - 560 = 90

Somit würde sich der Anspruch des Kindes bis auf 90 Euro reduzieren.

Hinzu kommt, dass bei volljährigen Kindern das gesamte Kindergeld i.H.v. 184,- Euro als Einkommen des Kindes gilt und auch insoweit den Unterhaltsanspruch mindert.

Mithin hätte Ihre Stieftochter keinen Anspruch auf Erstattung der gennanten Kosten.


Mit freundlichen Grüßen

Kirli
(Rechtsanwalt)

Bewertung des Fragestellers 05.10.2012 | 08:29

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