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Fiktives Einkommen


| 22.06.2007 18:49 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Meiner zukünftig geschiedenen Frau,wird ein aufgrund der eigenen Erwerbsobliegenheit für Vollzeittätigkeit ein fiktives Nettoeinkommen von 725,-€ zugerechnet. Wer bestimmt die höhe dieses Betrages, der Anwalt meiner Frau , mein Anwalt, oder der Richter? Oder berücksichtigt man den aktuellen Tarifvertrag der Branche.Ihr Beruf war Großhandelskauffrau, den Sie aber in den letzten 31 Jahren unserer Ehe nicht ausgeübt hat.Denn in der Annahme, je höher das fiktive Nettoeinkommen angesetzt wird, um so geringer fällt der Nacheheliche Unterhalt aus. Zahle zur Zeit an Sie 418.- € Unterhalt, Scheidungsverfahren läuft noch .
22.06.2007 | 19:12

Antwort

von


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Großfriedrichsburger Straße 13
81827 München
Tel: 089 4306522
Web: www.Gabriele-Koch.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich anhand des geschilderten Sachverhalts wie folgt beantworte:

Ihre Annahme ist zutreffend, je höher das fiktive Einkommen, desto geringer der zu zahlende Unterhalt.

Ein fiktives Einkommen wird immer dann zugrunde gelegt, wenn der Berechtigte verpflichtet ist, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, dies aber ohne sachlich gerechtfertigten Grund nicht tut. Sinn und Zweck des fiktiven Einkommens ist es, den Berechtigten bei der Berechnung so zu stellen, wie er stünde, wenn er einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde. Das heißt, das fiktive Einkommen bemisst sich nach dem, was Ihre Frau konkret verdienen könnte, wobei die Ausbildung, die Berufserfahrung, die Dauer der Nichterwerbstätigkeit, das Alter, die Arbeitsmarktsituation etc. zu berücksichtigen sind. Auch der gültige Tarifvertrag kann hierbei ein Anhaltspunkt sein, führt jedoch häufig nicht weiter, da der Berechtigte durch eine fiktive Berechnung ja nicht schlechter gestellt werden soll, als wenn er tatsächlich arbeiten würde.

Aufgrund Ihrer Angaben gehe ich davon aus, dass Ihre Frau eher geringe Chancen haben dürfte, nach 31 Jahren eine Anstellung als Großhandelskauffrau zu finden, so dass das Tarifgehalt vermutlich nicht der Realität entsprechen würde und wahrscheinlich eher das Einkommen eines Aushilfsjobs zugrunde zu legen ist. Dies ist aber eine Tatfrage, die aus der Ferne selbstverständlich nicht abschließend beurteilt werden kann.

Sollte zwischen den Parteien kein Konsens über das anzusetzende fiktive Einkommen gefunden werden, wird der Betrag in einem etwaigen Unterhaltsverfahren letztlich vom Richter festgesetzt, der dabei üblicherweise den Sachvortrag der Parteien berücksichtigt. Es wäre also sinnvoll, sich entweder mit der Gegenseite auf einen Betrag zu einigen oder Argumente und Belege dafür zu sammeln, dass Ihre Frau ein höheres Einkommen als 725 EUR netto erzielen könnte, wenn sie einer Erwerbstätigkeit nachgehen würde.

Ich hoffe, Ihnen damit eine Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin


Nachfrage vom Fragesteller 27.06.2007 | 07:04

Meine Frau geht seit über 10 Jahren zwei geringfügigkeits Beschäftigungen nach, wo Sie ungefähr 400,- Euro netto Monatlich verdient. Werden diese Einkünfte zum fiktiven Einkommen zugerechnet, oder bleiben sie unberücksichtigt?? Wenn ja , ergäbe das für Sie 725,-€ fiktives Netto Einkommen, plus 418,-€ Unterhalt, plus 400,-€ Nebenverdienst, also 1543,- € Gesamt. Ich habe ein durchschnittliches Nettoeinkommen von 1948,- €uro ,das nach abzug berufsbedingter ausgaben , sich auf 1700,60 € reduziert minus der 418,- € Unterhalt ,also verbleiben 1381,40,- €uro bei mir.Ist das richtig, das meine zukünftige Ex- Frau mehr hat als ich???

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.06.2007 | 14:05

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn Ihrer Frau ein fiktives Einkommen angerechnet wird, fallen die Nebenjobs weg, zumindest rechentechnisch. Denn würde Ihre Frau einer Vollzeittätigkeit nachgehen, dann hätte sie daneben ja keine geringfügigen Beschäftigungen mehr.

Ihre Berechnung zu den beiderseitigen Einkünften ist insoweit falsch, als Ihre Frau das fiktive Einkommen ja nicht wirklich hat. In Wahrheit verdient sie 400 EUR, wird aber bei der Unterhaltsberechnung so behandelt, als würde sie 725 EUR verdienen.

Das heißt, Ihre Frau hat 400 EUR + 418 EUR = 818 EUR und Sie haben 1381 EUR.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin

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