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Fiktive Abrechnung nach Unfall als Geschädigter

10.10.2016 16:10 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Orth, LL.M.


Es liegt ein Auffahrunfall vor. Ich bin die Geschädigte. Der Gutachter hat folgendes Gutachten erstellt:

Wiederbeschaffungswert: 9.200 EUR
Restwert: 4.200 EUR (brutto)
Reparaturkosten: 6.624,39 EUR (netto)

Die Versicherung des Verursachers gibt an nur den Differenzbetrag zwischen Wiederschaffungswert und Restwert zahlen zu wollen (5.025 EUR). Reparaturkosten würden nur übernommen bei Vorlage einer Reparaturrechnung.

Ich möchte mir die Reparaturkosten in Höhe von 6.624,39 EUR netto auszahlen lassen (fiktive Abrechnung) und mir danach in Ruhe überlegen, was ich mit dem Auto mache (evt. Teilwiederherstellung des Schadens). In jedem Fall behalte ich das Auto.

Ist es rechtens, dass die Versicherung die Auszahlung der Nettoreparaturkosten verweigert bzw. dies nur bei Vorlage der Rechnung vornehmen möchte? Wenn nein, wie wären die folgenden Schritte? Bei Beauftragung einer anwaltlichen Unterstützung zahlt ebenfalls die Versicherung des Verursachers, richtig?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Vorgehensweise der Versicherung ist hier grundsätzlich korrekt.

Bei Abrechnung auf Gutachtenbasis ist der Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert zu erstatten ist. Das sind hier exakt die 5.000 € (plus 25 € Kostenpauschale), die Ihnen die gegnerische Versicherung auszahlen will.

Sie kann also die Auszahlung der Nettoreparaturkosten verweigern, bzw. die Vorlage einer Reparaturrechnung tatsächlich verlangen.

Da es sich hier nicht um einen Totalschaden handelt, können Sie natürlich das Fahrzeug immer auch im Rahmen der im Gutachten prognostizierten Reparaturkosten reparieren lassen.

Sie haben hier nach der Rechtsprechung des BGH aber die Möglichkeit, die Differenz zu den gutachterlich festgestellten Reparaturkosten dann noch geltend zu machen, wenn Sie das Fahrzeug nachweislich noch weitere 6 Monate nutzen und es zwischenzeitlich auch verkehrssicher repariert haben. Die Qualität der Reparatur spielt dabei grundsätzlich keine Rolle.

Wenn Sie einen Rechtsanwalt mit der Durchsetzung von Ansprüchen zur Regulierung eines Verkehrsunfalles beauftragen, so hat die Kosten der Inanspruchnahme eines Anwaltes die gegnerische Versicherung zu erstatten, soweit sie reguliert. Reguliert sie den vollen (geltend gemachten) Schaden, so hat sie auch die vollen Anwaltskosten zu übernehmen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 11.10.2016 | 10:37

Vielen Dank für die Antwort.

Darf ich das Vorgehen laut Ihrer Antwort zusammenfassen?

D.h. ich bestätige der Versicherung mein Einverständnis zur Auszahlung des Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert vorbehaltlich meiner ggf. geplanten Reparaturen. Entscheide ich mich in den nächsten Wochen (bzw. innerhalb der nächsten 6 Monate???) zu einer Reparatur oder Teilwiederherstellung des Wagens, sende ich die Rechnung über die Reparatur an die Versicherung und fordere den Differenzbetrag vom ursprünglich festgestellten Bruttoreparaturpreis zur bereits getätigten Auszahlung ein. Die Höhe der Reparaturkosten bzw. der Teilwiederherstellung spielt dabei keine Rolle, sondern es ist maßgeblich, dass das Auto verkehrssicher wiederhergestellt ist? D.h. die Reparaturkosten der Teilwiederherstellung betragen z.B. 5000 Euro brutto. Ich würde trotzdem die Differenz zu 7883,02 Euro Bruttoreparaturkosten ausgezahlt bekommen? Die Verkehrssicherheit bestätigt der damals beauftragte Gutachter auf Kosten der Versicherung?

Vielen Dank vorab für die Bestätigung des Vorgehens.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 11.10.2016 | 14:19

Sehr geehrter Fragesteller,

im Rahmen des hier möglichen beantworte ich Ihre Nachfragen wie folgt.

Bei der von ihnen gewünschten Abrechnung auf Basis des Gutachtens, also fiktiver Abrechnung, werden die Reparaturkosten nur "Netto" erstattet, wenn Sie die in der Antwort genannten weiteren Kriterien erfüllen. Eine Bruttoerstattung ist ausgeschlossen.

Sie brauchen aber auch keine Rechnung der Versicherung vorlegen, sondern können das Fahrzeug auch selbst in Eigenregie reparieren oder reparieren lassen. Es geht schlicht nur um die Wiederherstellung eines verkehrssicheren Zustandes. Ob sie dafür überhaupt einen Aufwand haben oder wie hoch die Kosten sind, um diesen Zustand herzustellen, spielt keine Rolle.

Es geht letztlich auch darum, dass sie selbst das Fahrzeug weiter genutzt haben und eben nicht sofort verkauft haben, um diese Differenz noch zu erhalten. Wenn das Fahrzeug also nicht verkehrssicher ist und 6 Monate unrepariert geblieben ist, also auch nicht genutzt werden konnte in dieser Zeit, dann werden Sie von der Versicherung auch die Differenz nicht erhalten.

Sie können von der Versicherung auch keine Erstattung der Kosten für den Nachweis der Verkehrssicherheit verlangen. Meistens genügt der Versicherung aber ein Lichtbild von der Reparatur oder eine Sichtprobe, so dass dafür keine erheblichen Kosten entstehen sollten.




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