Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Fichtenfällung ( WEG Recht)

| 27.03.2017 17:35 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Carsten Neumann


Zusammenfassung: Ein Wohnungseigentümer, von dessen Sondereigentum eine Gefahr für das Sondereigentum der übrigen Wohnungseigentümer oder des Gemeinschaftseigentums ausgeht, kann gerichtlich auf die Beseitigung der Gefahr in Anspruch genommen werden.

Laut unserer letzjährigen Eigentümerversammlung wurde einem unserer ET aufgegeben, die auf seinem Grundstück stehenden Fichten wahlweise zu fällen oder zu kappen . Ein erstelltes Baumgutachten besagt sogar die Sturzgefährdung. Die Fichten sind ca. 30m hoch und drohen bei einem Sturm auf unser sehr nahestehendes Haus zu fallen,sowie Balkone und ganze Fensterfassaden zu zerstören. Dieser ET ist bis heute dem Beschluß nicht nachgekommen ! Lt. unserer Teilungserklärung ist jeder ET verpflichtet, die auf dem Gemeinschaftseigentum im Sondernutzungsrecht stehenden Bäume selber zu pflegen und instand zu halten. Die Hausverwaltung hat sehr lasch reagiert, dem ET weder Frist gesetzt noch Ersatzvornahme zur evtl. Schadensverhütung durchgeführt.
Frage: Welche juristischen Möglichkeiten haben die ET, den saumseligen ET zur schnellstmöglichen Fällung oder Kappung zu veranlassen ? Die nächsten Stürme kommen bestimmt.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach § 14 Nr. 1 WEG ist jeder Wohnungseigentüner verpflichtet, die im Sondereigentum stehenden Gebäudeteile so instand zu halten und von diesen sowie von dem gemeinschaftlichen Eigentum nur in solcher Weise Gebrauch zu machen, dass dadurch keinem der anderen Wohnungseigentümer über das bei einem geordneten Zusammenleben unvermeidliche Maß hinaus ein Nachteil erwächst; Nach § 15 Abs. 3 WEG kann jeder Wohnungseigentümer einen Gebrauch der im Sondereigentum stehenden Gebäudeteile und des gemeinschaftlichen Eigentums verlangen, der dem Gesetz, den Vereinbarungen und Beschlüssen und, soweit sich die Regelung hieraus nicht ergibt, dem Interesse der Gesamtheit der Wohnungseigentümer nach billigem Ermessen entspricht.

Hieraus erwächst dem Wohnungseigentümer, auf dessen Sondereigentum die sturzgefährdete Fichte steht, die Pflicht, Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen. Hieraus kann sich die Pflicht ergeben, die Fichte zu fällen, wenn andere Sicherungsmaßnahmen nicht möglich sind, keinen Erfolg versprechen oder einen unzumutbaren Aufwand verursachen.

Die Erfüllung dieser Pflicht kann von den einzelnen Wohnungseigentümern, die oder deren Sondereigentum durch die Fichte konkret gefährdet wird, gerichtlich geltend gemacht werden (§ 43 Nr. 1 WEG).

Es kann aber auch die Eigentümergemeinschaft als Ganzes den Beschluss fassen, den Wohnungseigentümer auf Beseitigung der Fichte zu verklagen (§ 43 Nr. 2 WEG).

Schließlich wäre auch denkbar, dass die Eigentümergemeinschaft den Verwalter verklagt, den gefassten Beschluss umzusetzen (§ 43 Nr. 3 WEG).

Es ist auch denkbar, anstelle einer Klage den Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen den Wohnungseigentümer bei Gericht zu beantragen, wenn zu befürchten ist, dass die Fichte schon auf das Haus stürzt, bevor ein Klageverfahren durch geführt worden ist (§ 935 ZPO).

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 27.03.2017 | 18:43

Sehr geehrter Herr Anwalt,
vielen Dank für die prompte Beantwortung meiner Frage.
Nachfrage: Brauche ich für den Erlass einer einstweiligen Verfügung einen RA oder kann ich das persönlich machen ?
MfG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.03.2017 | 19:17

Sehr geehrter Fragesteller,

in einstweiligen Verfügungsverfahren besteht kein Anwaltszwang. Dies ergibt sich aus §§ 936, 920 Abs. 3 ZPO.

Für WEG-Sachen ist ausschließlich das Amtsgericht zuständig (§ 23 Abs. 1 Nr. 2 c GVG). Vor den Amtsgerichten herrscht kein Anwaltszwang.

Sie können den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung also auch selbst stellen.

Mit freundlichen Grüßen,

Carsten Neumann
Rechtsanwalt

info@advoc-neumann.de

Bewertung des Fragestellers 29.03.2017 | 17:42

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"war alles sehr klar und allgemeinverständlich geschrieben. Danke."
Jetzt Frage stellen