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FiFo-Methode und Abgeltungsteuer

12.08.2009 13:57 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Folgende Problematik bzgl. der Abgeltungsteuer:

Ich hatte von einer Aktie (nennen wir sie einfach mal: xyz) 100 Stück in meinem Depot, erworben vor dem 01.01.2009.

Nun habe ich am 10.01.2009 noch 500 weitere Stück von der Aktie xyz erworben.

Dann habe ich einen Tag später, am 11.01.2009, wieder 500 Stück dieser Aktie mit einem kleinen Gewinn verkauft.

Ich wollte dann auf diese kompletten 500 Stück die dann dafür fällige Abgeltungsteuer bezahlen.

Leider hat meine Bank dann aber auf die mir bis dahin nicht bekannte "Fifo-Methode" zurückgegriffen und die steuerliche Behandlung gesplittet:

Der Verkauf von 100 Stück der xyz Aktie wurde ohne Abgeltungsteuer gutgebucht.

Nur für 400 Stück wurde dann die Abgeltungsteuer erhoben.

Begründung der Bank lautet: Sie greifen auf die sog. FiFo-Methode, First In, First Out, zurück.Es sind nun also die Aktien, die ich vor 01.01.2009 erworben hatte, bereits aus meinem Depot verkauft worden.

Meine rechtliche Frage dazu lautet: Auf welche Rechtsgrundlage kann man die FiFo-Methode stützen oder wird sie gestützt?

Besteht nicht einheitlicher Zusammenhang, wenn ich von der xyz Aktie an einem Tag 500 Stück kaufe und am nächsten Tag wieder 500 Stück verkaufe?

Ist die Bank berechtigt, die FiFo-Methode zu Grunde zu legen und falls ja, woraus ergibt sich diese Berechtigung?

Welche Chancen habe ich, hiergegen vorzugehen? Denn ich wollte die 100 Stück, welche vor dem 01.01.2009 erworben waren, noch über längere Zeit behalten, es war nie geplant diese zu veräußern.

Vielen Dank für die Beantwortung der Fragen!

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf Grundlage der mir vorliegenden Informationen und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:

Seit dem 01.01.2005 gilt bei der Veräußerung von Wertpapieren das so genannte First in - First out Verfahren (FiFo). Dies bedeutet, dass bei Wertpapierveräußerungen zu unterstellen ist, dass zuerst angeschaffte Wertpapiere auch zuerst veräußert werden.

Mit Einführung der Abgeltungssteuer zum 01.01.2009 kommt dem FiFo-Verfahren besondere Bedeutung zu, da gleichzeitig die einjährige Haltefrist bei privaten Veräußerungsgeschäften (z.B. bei Aktenverkäufen) entfällt, sodass Veräußerungsgewinne unabhängig einer Haltefrist versteuert werden müssen.

Für vor dem 01.01.2009 angeschaffte Wertpapiere gilt jedoch der so genannte Bestandsschutz. Das bedeutet konkret, dass für die bis Ende 2008 angeschafften Wertpapiere die damalige Gesetzeslage zur Anwendung kommt, d.h. Fonds erst nach Ablauf der einjährigen Haltefrist steuerfrei veräußert werden können, während der sog. Neubestand (Erwerb ab dem 01.01.09) der Abgeltungssteuer unterworfen wird, sofern der Freibetrag überschritten wird.

1. Die Gesetzeslage bis Ende 2008 ergibt sich aus § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG, um nun zu ihrer ersten Frage zu kommen.
Dort ist das sogenannte FiFo-Prinzip geregelt, das insoweit für die Banken auch verbindlich anzuwenden ist.
§ 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG in der Fassung bis zum 31.12.2008 lautet:
„[Privaten Veräußerungsgeschäfte sind] Veräußerungsgeschäfte bei anderen Wirtschaftsgütern, insbesondere bei Wertpapieren, bei denen der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt. Bei vertretbaren Wertpapieren, die einem Verwahrer zur Sammelverwahrung im Sinne des § 5 des Depotgesetzes anvertraut worden sind, ist zu unterstellen, dass die zuerst angeschafften Wertpapiere zuerst veräußert wurden.]

Durch die Veräußerung ihres Depotbestandes sind Altbestände betroffen, die steuerlich nach alter Rechtslage zu behandeln sind.

2. Im Rahmen der Girosammelverwahrung erlangen Sie nur Bruchteilseigentum an dem gesamten verwahrten Wertpapierbestand. Sie können daher nicht über ganz bestimmte Aktien verfügen. Der Erwerb und die Veräußerung in zeitlichem Kontext ändert daran leider nichts.

3. Die Bank hat das Steuerrecht richtig anzuwenden. Deshalb muss sie sich auch an diese Berechnungsmethode halten.

4. Die Erfolgschancen sich gegen die erfolgte Veräußerung und Abrechnung zu wehren schätze ich als äußerst gering ein.
Eine wirksame Möglichkeit die Vermischung von Alt- und Neubestand in Zukunft zu vermeiden, ist jedoch die Eröffnung eines gesonderten Depots. Dadurch können Sie Altbestände getrennt von Neubeständen verwalten und so darüber bestimmen, welcher Bestand veräußert werden soll.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben zu haben.

Mit freundlichen Grüßen


Hans-Christoph Schwarz
Rechtsanwalt

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