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Fertighausbau, ausbleibende Aufklärung bzgl. Luftfeuchtigkeit - mögliche Haftung?


| 10.12.2017 11:49 |
Preis: 73,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Carsten Neumann



In 12/2015 nahmen wir Kontakt zu einem Fertighausanbieter (A) bzw. einen für diesen agierender Berater/Verkäufer auf. Nach drei Beratungsgesprächen erfolgte am 23.12.2015 die Vertragsunterzeichnung bezüglich eines Fertighauses in Holzständerbauweise mit einem KfW 40 Plus Standard (= Passivhaus).

Den A hatten wir mit der Erstellung unseres Hauses bis zur Stufe „belagsfertig inkl. Heizungssystem & Estrich" sowie den Materialien (Fliesen, Bodenbeläge, Innentüren, Sanitärobjekte) beauftragt. Nicht aber für Spachtel- und Malerarbeiten sowie die Verlege- und Installationsarbeiten der zuvor genannten Materialien. Hierfür hatten wir eine andere Firma (B) beauftragt, welche faktisch als GÜ auftritt und die einzelnen Arbeiten an weitere Firmen vergeben hat mit denen wir aber kein Vertragsverhältnis hatten. Im Nachgang haben wir die Fußbodenheizung (= Heizungssystem) sowie den Estrich aus der Leistung des A herausgenommen und an den B übertragen. Weiterhin im Leistungsumfang des A blieb aber die Installation und Inbetriebnahme einer zentralen Wohnraumlüftungsanlage, welche von Anfang an mit geplant und beauftragt gewesen ist.

Die Schnittstelle zwischen A und B war nach erfolgter Rohinstallation der Sanitär- und Elektroleitungen sowie Verkleidung sämtlicher Decken und Wände mit Rigipsplatten.

Nunmehr stellte sich nach Bezugsfertigkeit heraus, dass die Kombination aus einem Fertighaus in Holzständerbauweise als Passivhaus und einer Wohnraumlüftung eine sehr ungünstige hinsichtlich der Luftfeuchtigkeit im Haus ist. Sprich, insbesondere in den Wintermonaten ist die Luftfeuchtigkeit zu gering. Dies hat zur Folge, dass die Feuchtigkeit aus allen möglichen Stoffen „gezogen" wird und hier insbesondere den Rigipsplatten und dem Holz an sich. Dies führt zu deutlich sichtbaren Rissen, insbesondere in den jeweiligen Ecken der Räume und den Verbindungen zwischen Wand und Decke aufgrund Materialschwundes. Die Risse gehen über das tolerierbare Maß von 0,2 mm hinaus und weißen Rissbreiten von bis zu 5 mm auf. Daneben treten auch Schraubenköpfe sichtbar heraus.
Erschwerend kommt hinzu, dass zum Teil durch die von dem B beauftragten Nachunternehmer nicht fachgerecht gearbeitet haben und es dadurch (vergessen Rissbänder einzubauen) schneller zu den zuvor genannten Rissen kommt.

Zu keiner Zeit, weder in der anfänglichen Beratungsphase, noch zur Vertragsunterschrift und auch nicht zur später in 05/2016 stattfindenden Bemusterung bei dem A wurden wir über diesen Sachverhalt/Umstand aufgeklärt. Erst in einem zwischen uns, dem B und einem Vertreter von A stattgefundenen Gespräch am 16.05.2017 (nachdem das Haus von uns bereits seit 6 Monaten bewohnt wurde und die Risse überall deutlich sichtbar waren) wurden wir von dem Vertreter des A aufgeklärt. Dieser war gleichzeitig überrascht, dass wir wohl zu keiner Zeit von irgendwem des A über diesen Sachverhalt/Umstand aufgeklärt wurden, da dies wohl ein bekanntes Problem sei.

Als einzig sinnvolle und auf Dauer praktikable Lösung wurde die Nachrüstung der Wohnraumlüftungsanlage mit einer Luftbefeuchtungsfunktion oder gar der Austausch der gesamten Anlage empfohlen.
Nach Rückfrage unsererseits beim Hersteller ist eine Nachrüstung jedoch nicht möglich, da der Hersteller keine Option hierfür anbietet. Somit bliebe nur der Austausch, der mit nicht unwesentlichen Kosten verbunden ist.

Um das Ausmaß wenigstens etwas einzudämmen haben wir auf eigene Kosten ein Luftbefeuchtungsgerät gekauft, welches nun 24 Stunden am Tag läuft (mit entsprechendem Strom- und Wasserverbrauch).

Nun unsere Fragen/Anliegen:
Wie beurteilen Sie die gesamte Situation? Welche Möglichkeiten der Handhabe gegen den A (oder evtl. gar gegen den B?) haben wir? Aus unserer Sicht hätte man doch über diesen Sachverhalt/Umstand zwingend aufklären müssen, da die Folgen/Probleme nunmehr doch immens sind.

Mit dem B und dem A haben wir uns verständigt, dass der B, auch mit Blick auf die mangelhafte Ausführung der Arbeiten, Sanierungsarbeiten ausführen wird (bzw. diese durch seine Nachunternehmer ausführen lassen wird) und sich der A hier mit 50%, jedoch mit maximal 900 EUR an den Sanierungsarbeiten beteiligt. Die übrigen Kosten trägt der B, sodass uns hier keine Kosten treffen werden. Jedoch erachten wir eher den A in der primären Schuld, wie zuvor dargelegt.
Zumal diese Sanierung auch das Grundproblem der zu trockenen Raumluft in den Wintermonaten nicht behebt.

Für eine verständliche und fundierte Antwort bedanken wir uns vorab und stehen für Rückfragen oder etwaige ergänzende Informationen selbstverständlich gern zur Verfügung!

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

A hat die Installation der Wohnraumbelüftung übernommen. Hierfür trägt er die Gewährleistung.

Sie müssen sich nicht damit bescheiden, dass lediglich Mangelfolgeschäden, die die Wohnraumbelüftungsanlage hervorruft, von A beseitigt werden, sondern Sie können von A auch verlangen, dass er auf eigene Kosten die Mängel der Wohnraumbelüftungsanlage beseitigt. Wenn dies mit der bestehenden Anlage nicht möglich ist, dann muss A im Rahmen der Gewährleistung eine andere Anlage einbauen, die eine Wohnraumbelüftung herstellt, die zu keinen Folgeschäden am Haus führt.

Was die konkrete Rissbildung angeht, so ist der Mangel im Zusammenwirken von A und B unabhängig voneinander verursacht worden. Hier ist die gefundene Lösung interessengerecht. Um den Verursachungsanteil von A und B im Einzelnen genau zu ermitteln, wäre die Einholung eines Sachverständigengutachtens erforderlich, dessen Kosten möglcherweise höher sind als die Kosten der Mängelbeseitigung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


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Bewertung des Fragestellers 16.12.2017 | 12:32


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FRAGESTELLER 16.12.2017 5/5.0
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