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Fernlehrgang Zertifizierung - Wann muss ich eine (teure!) Zertifizierung beantragen?


02.12.2010 12:28 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen



Hallo,

ich plane einen Kurs in Heilpflanzenkunde über das Internet anzubieten - also Studienbriefe & begleitende Ressourcen auf einer Webseite. GGf. ein Online-Seminar begleitend.

Frage: MUSS ich einen Kurs immer bei der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht zertifizieren lassen? Oder: wie kann man das umgehen? Als Heilpflanzenkundler kann man ja noch keinen eigenständigen Beruf ausüben, das Wissen müsste ja _immer_ in Verbindung mit einem Heilpraktikerschein geschehen, den ich nicht anbiete.

Eine Prüfung habe ich nicht zwingend vorgesehen, ggf. nur eine Teilnahmebescheinigung.

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich möchte diese anhand des geschilderten Sachverhaltes im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

Sofern Sie wie geschildert Bildungsangebote durchführen wollen, welche unter das Fernunterrichtsschutzgesetz fallen, müssen Sie für Ihre Lehrgänge eine Zulassung beantragen. Fernunterricht im Sinne dieses Gesetzes ist dort in § 1 definiert als die auf vertraglicher Grundlage erfolgende, entgeltliche Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten, bei der der Lehrende und der Lernende ausschließlich oder überwiegend räumlich getrennt sind und der Lehrende oder sein Beauftragter den Lernerfolg überwachen. Ich gehe insoweit davon aus, dass Ihre Kurse sicherlich in diesem Sinne geplant und daher hiervon auch umfasst sind.

Gemäß § 12 dieses Fernunterrichtsschutzgesetz bedürfen Fernlehrgänge insoweit der Zulassung bzw. Zertifizierung, welche Sie dann bei der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht beantragen müssen. Ob Sie dabei selbst keinen eigenständigen Beruf ausüben oder keinen Heilpraktikerschein anbieten, ist unerheblich. Maßgeblich ist letztlich nur, dass Sie Lehrtätigkeiten veranstalten wollen.

Eine Umgehung dessen ist insoweit leider nicht möglich. Von der Zulassungspflicht sind nach diesem Gesetz lediglich Fernlehrgänge dann ausgenommen, wenn diese nach Inhalt und Ziel ausschließlich der Unterhaltung oder der Freizeitgestaltung dienen. Derartige Fernlehrgänge müssen Sie der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht lediglich anzeigen. Auch Selbstlernangebote sind von den Bestimmungen ausgenommen, da dabei kein Lehrender den Lernerfolg überprüft.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Einblick in die Rechtslage verschafft haben zu können und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen


Thomas Joschko
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 02.12.2010 | 13:21

Hallo,

ich habe diese Paragrafen selbst durchgelesen, bevor ich meine Frage gestellt habe - da sind meine Fragen erst aufgetaucht und wurden leider noch nicht beantwortet.

- Ich sagte nicht, dass ich keinen eigenständigen Beruf ausübe, sondern, dass der Kurs keine Berufsausbildung darstellt. Hierfür sind Ausnahmen in besagter Verordnung skizziert, die mir unklar sind. Wie sind diese auszulegen?

- Den Lernerfolg muss ich nicht zwingend überwachen und ich schrieb auch zuvor, dass ich (Über-)Prüfungen nicht notwendig vorsehe.
--> Wo also kann ich nachlesen, was als "Selbstlernangebot" gilt?
Ist eine Teilnahmebescheinigung bereits ein Indiz für eine "Überwachung des Lernerfolgs"?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.12.2010 | 13:40

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

gern beantworte ich Ihre Nachfrage noch wie folgt:

Darauf, ob der Kurs letztlich zu einer Berufsausbildung bzw. einem entsprechenden Abschluss führt oder nicht, kommt es nach dem Sinn und Zweck des Gesetzes nicht an. Auch Kurse ohne ein solches Endergebnis sind hiervon ausdrücklich erfasst. Lediglich wenn Sie solche Lehrgänge unentgeltlich anbieten würden oder es sich um nicht kommerzielle Unterhaltungskurse handeln würde– wovon ich nicht ausgehe – dann bräuchten Sie keine Akreditierung.

Selbstlernangebote sind solche, bei denen nicht Sie als Lehrender das Wissen individuell vermitteln, sondern sich der Lernende dies selbst aneignet. Dies wäre z.B. dann der Fall, wenn Sie Ihren Kurs lediglich auf CD-Rom oder anderweitig verkaufen würden, ohne das es die Möglichkeit gibt, z.B. konkret auf Nachfragen des Lernenden zu reagieren, sondern nur ein festes, nicht abänderbares Programm geboten wird. Den dann hängt der Lernerfolg nicht mehr von Ihrer maßgeschneiderten Wissenvermittlung, sondern allein davon ab, was der Lernenden aus Ihrem Angebot selbst macht. In dieser Form wäre auch eine Teilnahmebescheinigung noch kein Indiz für das Merkmal Überwachung des Lernerfolgs. Eine solche Überwachung findet ja gerade bei den Selbstlernangeboten nicht statt. Sofern Sie allerdings wie aufgezeigt entsprechend auf Nachfragen reagieren und individuell zugeschnitten auf den Lernenden eingehen, gilt dies selbstredend nicht.

Ich hoffe, auch Ihre zusätzlichen Fragen damit zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und wünsche abschließend noch einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Joschko
Rechtsanwalt

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