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Ferngesprächsgebühren Seefahrt


23.09.2007 12:55 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Schweizer



Hallo,
mein Mann fährt seit 14 Jahren zur See und rechnet bei der ESt-Erklärung bei der doppelten Haushaltsführung immer die Ferngesprächsgebühren mit einer Pauschale ab. Die letzten Jahre hat er immer die Wochen der Abwesenheit aufgelistet und dann 4 € Inmarsatgebühren pro Minute angegeben. 2006: 27 Wochen x 15 Min. x 4€ = 1620€ .Alle Jahre ist es so durchgegangen. Dieses Jahr wird es gestrichen mit der Erklärung:
Bei den Ferngesprächsgebühren handelt es sich nicht um eine Pauschale. Abzugsf. sind tats. geführte Ferngespräche /Dauer 15 Minuten.

Mein Mann hat keinerlei Belege gesammelt, da uns dies für den speziellen Bereich des Seemanns nicht bekannt war und auch nie im Bescheid erwähnt wurde, das wir dies im kommenden Jahr zu tun hätten.

Kann man da noch etwas machen? Wir könnten lediglich einige Kosten vom Handy nachreichen. Telefonkarten, Satelitengespräche etc. da sind keine Belege vorhanden. Telefoniert hat er aber in fast jedem Hafen.
Können Sie mir dahingehend einen Tipp/Gesetzestexte nennen für einen evtl. Einspruch?
Danke
Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben gerne wie folgt beantworten möchte:

Im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung können anstelle der Aufwendungen für eine wöchentliche Familienheimfahrt die Kosten eines bis zu fünfzehnminütigen Telefongesprächs als notwendige Mehraufwendungen abgezogen werden (BFH v. 18.03.1988, BStBl 1988 II S. 988).

In diesem Zusammenhang hat das FG Niedersachsen (Urt. v. 23.03.2004, 15 K 768/00) festgestellt, dass die geltend gemachten Aufwendungen für das Telefongespräch nachzuweisen oder GLAUBHAFT zu machen sind, da dem Steuerpflichtigen die Feststellungslast für Steuer mindernde Tatsachen trifft und deshalb die Unerweislichkeit dieses Lebenssachverhaltes zu seinen Lasten geht.

Von daher ist der Standpunkt des Finanzamtes, dass es sich bei den Fernsprechgebühren nicht um eine Pauschale handelt, zunächst einmal nicht zu beanstanden.

Sie sollten aber dennoch Einspruch einlegen:
Sie haben zwar keine Belege gesammelt, können aber ggfs. durch Zeugenaussagen GLAUBHAFT machen, dass Ihr Mann in fast jedem Hafen telefoniert hat. Zur Untermauerung dieser Glaubhaftmachung sollten Sie dann die Ihnen vorliegenden Handykosten mit Einzelverbindungsnachweis nachreichen, die insoweit als repräsentativer Durchschnitt anerkannt werden könnten.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte und weise bei Unklarheiten auf die kostenlose Nachfragefunktion hin.
Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Einstweilen verbleibe ich

mit besten Grüßen

Reinhard Schweizer
Rechtsanwalt, Dipl.-Finanzwirt

E-Mail: reinhard.schweizer@gmx.net

Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, sodass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

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