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Ferienwohnung gemietet - Absage von Seiten des Vermieters, warte auf Rückzahlung

26.11.2016 15:45 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Roger Neumann


Sehr geehrte Damen und Herren,

im November / Dezember letzten Jahres buchten wir zu 10 eine Villa über homeway auf Sardinien. Die Zahlung wurde in zwei Raten per Paypal bezahlt.
2 Tage vor Anreise sagte der Vermieter ab wegen angeblicher Überflutung des Anwesens. Unter Hochdruck suchten wir eine neue Villa und wurden fündig. Im Mai diesen Jahres reisten wir dann auf Sardinien.

Uns wurde gleich nach Absage der ersten Villa aber vom Vermieter versprochen und auch schriftlich bestätigt, dass wir die 5000 Euro zurück bekommen. Wir wurden seit dem aber immer wieder vertröstet.
Die zweite Rate konnten wir glücklicherweise von Paypal zurück bekommen. Die erste Rate (2500 Euro) war aber schon zu lange her. Somit konnte Paypal nichts mehr für uns machen.
Wir haben schon mehrmals nach den Kontaktdaten der Anwälte gefragt, bekommen aber schlicht und ergreifend überhaupt keine Antwort mehr, weil wir anscheinend so unverschämt gewesen wären in unseren Emails. Gut wir waren bei unserer Rückforderung irgendwann nicht mehr höflich, aber das wäre wohl auch zu viel verlangt. Die Agentur sagte immer, wir bekommen das Geld, wenn die Versicherung für den Schaden zahlt, aber das glauben wir nicht. Wir fürchten, wir waren so doof und sind eben auf Betrüger reingefallen. Der Klassiker eben - die italienische Mafia.

Was können wir nun tun?
Anzeige in Deutschland schalten? Die Handynummer haben wir (und dank Whatapp wissen wir auch, dass diese aktiv ist), die angebliche Adresse der Agentur auf Sardinien auch. Alle Emails und Whastapp Nachrichten sind auch vorhanden.
Oder gleich dem Anwalt übergeben? Was kostet uns das? Oder werden wir die 2500 Euro nie wieder sehen? Können wir, wenn wir einen Anwalt nehmen, die Kosten auch auf die Italiener schieben?

Wenn uns hier jemand helfen könnte, wären wir sehr froh.

Mit freundlichen Grüßen,
J. Maier

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Sie fragen, ob Sie in Deutschland eine Anzeige "schalten" können. Ich vermute, dass Sie damit eine Strafanzeige meinen. Das halte ich nicht für sinnvoll, weil schon nicht klar ist, ob die vorgeworfene Tat auf deutschem Boden begangen wurde. Außerdem müssten Sie behaupten, dass die Gegenseite gelogen hat, was sie nicht genau wissen und auch nicht beweisen können. Das bloße Nicht- (oder Noch-Nicht-) bezahlen ist für sich genommen keine Straftat. Wenn Sie leichtfertig Angaben machen, die sich nicht beweisen lassen, können Sie selbst in Schwierigkeiten geraten.

2. Tatsächlich kann man Ihnen nur raten, einen Rechtsanwalt zu beauftragen. So wie die Gegenseite sich verhält, ist nicht damit zu rechnen, dass weitere Korrespondenz Ihrerseits etwas bringt.

Zudem ist die Sache zu komplex, um Sie im Rahmen einer Online-Beratung wirklich zu klären. Für die Bestimmung Ihrer Ansprüche und allein des richtigen Gerichtsstandes kommt es auf präzise Kenntnis vieler Einzelheiten an.

Ich empfehle Ihnen, einen in Ihrer Nähe ansässigen Rechtsanwalt mit Bezug zu Italien zunächst mit der Prüfung zu beauftragen. Es ist für Sie hilfreich, wenn der Kollege sich mit den italienischen Gepflogenheiten auskennt. So ist es zum Beispiel so, dass die gerichtlichen Verfahren aber auch außergerichtliche Regulierungen - auch von Versicherungen - wirklich sehr deutlich länger dauern, als wir das hier gewohnt sind.

Leider kann ich Ihnen keinen geeigneten Kollegen nennen und verweise deshalb auf die üblichen Recherchemöglichkeiten also in erster Linie das Internet. Wenn Sie über entsprechende Kontakte verfügen können Sie auch bei einem Verkehrsclub oder einer Kfz-Versicherung um Nennung eines Kollegen bitten. Solche Institutionen haben erfahrungsgemäß häufiger mit Rechtsfällen im europäischen Ausland zu tun.

3. Die Gebühr für die Erstberatung - die bei weiterem Tätigwerden des Rechtsanwalts angerechnet wird - wird voraussichtlich zwischen 130,- und 230,- € kosten. Wie hoch die weiteren Kosten sein werden, hängt davon ab, welche Schritte noch unternommen werden und ob dies von einem deutschen oder italienischen Kollegen gemacht wird.

4. Bei einem Prozess in Deutschland hat die unterlegene Partei die Kosten zu tragen, in Italien ist dies in der Regel ebenso. Bei außergerichtlicher Einigung ist es in Italien aber verbreitet, dass jede Partei ihre Kosten selbst trägt unabhängig davon, wer "schuld" ist.

5. Schließlich fragen Sie, ob Sie das Geld nie wieder sehen. Ich will keine leichtfertige Hoffnung machen. Aber aus meiner Sicht ist es zu früh, das Geld bereits voll abzuschreiben. Gerade weil in Italien solche Dinge oft sehr lange dauern, kann man aus der langen Zeit des Vertröstens allein keine Schlüsse ziehen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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