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Ferienhausvermietung was soll in den Vertrag

| 22.11.2020 14:20 |
Preis: 62,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Bernhard Müller


Ich habe ein 4 Zimmer Einfamilienhaus in Deutschland. Als ich dieses ganz vermietet hatte, erlebte ich Terrorisiererei von den Mietern.
Deshalb kommt nur noch eine Ferienhausvermietung und Wohnen auf Zeit in Frage. Mit allen Gästen habe ich einen Mietvertrag abgeschlossen.
Nun frage ich nach Gesetz was Stornierungen betrifft. Es ist für mich klar, dass ich Stornierungen bis 90 Tage vor Reiseantritt voll akzeptiere. Wie ist es bei kürzeren Stornierungen von Seite des Gastes? Irgendwie möchte ich im Vertrag etwas regeln, gibt es gesetzliche Vorgaben oder darf man individuell im Vertrag eine genaue Deklaration schreiben?
2. Frage: Ich habe gelesen, dass Vermieter nur bei höherer Gewalt stornieren dürfen.
Was ist wenn Vorgänger-Gäste z.B. die Kanalisation verstopfen und das Haus unbewohnbar wäre? Aus andern Gründen Unbewohnbarkeit wird kaum eintreten, das Haus hat Baujahr 2010. Eine Leitung kann natürlich jederzeit rinnen.....
Was ist, wenn ich Pech habe und einen Gast mietet, der zum Zeitpunkt wo die Mietdauer beendet ist im Haus sitzen bleibt? Ich darf ja die Leute nicht auf die Strasse stellen und eine Räumungsklage dauert lange. Gibt es für Ferienwohnungen eine Sonderregelung ohne Räumungsklage?
Bis jetzt habe ich einigen Interessenten abgesagt, z.B. sagte einer ich müssen den Vertrag per Mail senden er sei selten zu Hause. Bei mir haben Alarmglocken geläutet, ich habe nicht vermietet.
Sollte es einmal vorkommen, dass Gäste nicht ins Haus können um Ihre gemietete Zeit zu verbringen, zahle ich selbstverständlich den ganzen Mietpreis zurück. Wie kann ich mich absichern, dass keine Schadenersatzvorderungen geltend gemacht werden? Ist gesetzlich etwas geregelt? Was kann ich im Vetrag persönlich regeln? Darf man als Vermieter in einem Vertrag auch ein Rücktrittsrecht von beiden Seiten schrieben bis 90 Tage vor Reiseantritt? Oder ist es verboten als Vermieter zu stornieren?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zu 1. Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben, welcher Prozentsatz zu welchem Zeitpunkt an Stornierungsgebühren verlangt werden kann. Der Vermieter muss sich jedoch bemühen, den Verdienstausfall durch Neuvermietung gering zu halten, wenn ein Mieter storniert. Die Stornierungsgebühren sind ein pauschalierter Ausgleich dafür, dass dies trotz zumutbarer Anstrengungen nicht immer gelingt. Sie sollten daher zeitlich gestaffelt sein. Je Kürzer die Zeit zwischen Stornierung und Mietbeginn desto höher der Prozentsatz der Stornierungsgebühren.

Zu 2. Wenn das Haus unbewohnbar ist, müssen Sie dem Mieter Schadenersatz leisten. Er mietet sich eine gleichwertige Unterkunft, stellt Ihnen die Mehrkosten in Rechnung. Sie bezahlen und holen sich das Geld von dem zurück, der das Haus unbewohnbar gemacht hat.
In den Vertragsklauseln kann vereinbart werden, dass der Schadenersatz dann auf die Rückerstattung der gezahlten Miete plus der vergeblich für die An- und Abreise aufgewendeten Gelder beschränkt wird, wenn das Haus aus Gründen unbewohnbar ist, die Sie nicht zu vertreten haben.

Sonderregelungen ohne Räumungsklage gibt es nicht. Sie können jedoch bei Vertragsschluss vereinbaren, dass sich der Schadenersatz derer, die deshalb nicht ins Haus kommen, auf die Rückzahlung der Miete + die vergeblichen Aufwendungen für die An- und Abreise beschränkt.

Sie dürfen die Schadenersatzansprüche aber nicht für Fälle ausschließen oder beschränken, in denen Ihnen ein vorsätzliches oder fahrlässiges Fehlverhalten zur Last fällt, sondern nur für solche Fälle, in denen Sie die Schadensursache nicht zu vertreten haben.

Man kann ein beiderseitiges Rücktrittsrecht in den Vertrag schreiben. Ein Rücktritt durch den Vermieter sollte jedoch nur zu Zeiten erfolgen, in denen auch der Mieter stornieren kann, ohne Stornierungsgebühren zu zahlen.

Vermietungen von Wohnraum als Ferienwohnung müssen in einzelnen Bundesländern vorher bei einer Behörde angemeldet werden, bzw. es ist eine Genehmigung zur Ferienvermietung einzuholen. Diese Beratung bezieht sich nicht darauf, ob Ihr Haus in einem Gebiet liegt, in dem die Umwandlung von Wohnraum in Ferienwohnungen einer Beschränkung oder einer Genehmigungspflicht unterliegt.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 24.11.2020 | 09:55

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