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Fenstergröße Souterrainwohnung


20.02.2007 11:07 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

bis vor Kurzem habe ich in einer Souterrainwohnung gewohnt.
Mehrere Mängel haben zu einer Kündigung meinerseits geführt.

Nach mehreren Hinweisen zu den Fenstern dieser Wohnung, habe ich mich dazu entschlossen, hier mal etwas genauer nachzufragen.

Viele meiner Bekannten und auch mir ist aufgefallen, dass diese Wohnung generell viel dunkler ist als viele andere Souterrainwohnungen, die ich bisher gesehen habe.

Die Fenster sind erstaunlich klein, Tageslicht kommt so gut wie gar nicht in die Wohnung. Ich musste von morgens bis abends das Licht anschalten.

Jetzt zu meiner Frage. Gibt es Vorschriften, Unterlagen etc. welche besagen, wie groß ein Fenster einer Souterrainwohnung mindestens sein muss?
Wie berechnet sich die Größe des Fensters?

In einem 20qm großen Raum, war das Fenster etwa 1 qm groß. Meiner Meinung nach viel zu klein.

Über einige Informationen hierzu, würde ich mich freuen.

Vielen Dank im Voraus.

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Sehr geehrte Fragestellerin,

anhand ihrer Informationen möchte ich Ihre Anfrage wie folgt beantworten

Die Antwort auf Ihre Anfrage ergibt sich aus der entsprechenden Bauordnung, sowie ggf. den entsprechenden technischen Bauvorschriften

In Ihrem Fall ergibt sich die Antwort aus § 42 Abs. 2 der hessischen Bauordnung (siehe nachfolgend)

§ 42 Hessische Bauordnung

Aufenthaltsräume


(1) Aufenthaltsräume müssen eine lichte Raumhöhe von mindestens 2,40 m, in Keller- und Dachgeschossen von mindestens 2,20 m haben. In Dachgeschossen muss diese Raumhöhe über mindestens der Hälfte ihrer Grundfläche vorhanden sein; Raumteile mit einer lichten Höhe bis 1,50 m bleiben außer Betracht.


(2) Aufenthaltsräume müssen ausreichend belüftet und mit Tageslicht beleuchtet werden können. Sie müssen Fenster mit einem Rohbaumaß der Fensteröffnungen von insgesamt mindestens einem Achtel der Grundfläche des Raumes einschließlich der Grundfläche verglaster Vorbauten und Loggien haben.


...

Bei einer Raumgröße von 20 qm beträgt das Rohbaumaß somit 2,5 qm.

Ich möchte jedoch darauf hinweisen, dass es hiervon ggf. auch Ausnahmen geben kann.

Ferner gehe ich anhand Ihrer Schilderung davon aus, dass Sie den geschilderten Umstand als Mangel der Mietsache geltend machen wollen. Dies ist jedoch nicht ohne weiteres möglich, da es sich bei den zitierten Vorschriften um Bauordnungsvorschriften handelt, welche nicht unmittelbar dem Mieterschutz dienen sollen.

Sollten Sie diesbezüglich eine weitergehende Beratung wünschen, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Zunächst verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Oliver Keller
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 20.02.2007 | 11:59

Sehr geehrter Herr Keller,

vielen Dank für die Antwort.
Jetzt bleiben nur einige Fragen.

Von welchen Ausnahmen sprechen Sie?

Ist es denn zulässig einen Raum ohne entsprechende Fenster als Wohnraum und somit nach Mietspiegel für Wohnräume zu vermieten?

Ich hatte nicht vor den Sachverhalt als Mangel geltend zu machen. Viel mehr wollte ich erfahren ob die "Wohnung" als Wohnraum vermietet werden durfte oder nicht. Ich habe gehört, dass man Räume mit zu kleinen Fenstern lediglich nach dem Mietspiegel für Kellerräume vermieten darf. Somit hätte ich die ganze Zeit zu viel Miete hierfür bezahlt. Wie sehen Sie das?

Vielen Dank im Voraus.

Einen freundlichen Gruß

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.02.2007 | 08:36

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Wie ich bereits ausgeführt habe, gibt es im Bauordnungsrecht entsprechende Vorschriften, wie groß ein Fenster sein muß. Diese Vorschriften dienen aber wie gesagt, nicht dem Schutz des Mieters. Sie können als Mieterin nicht unmittelbar Ansprüche aus diesen Vorschriften herleiten, sondern nur aus dem Mietrecht und dem Mietvertrag.

Zunächst einmal besteht kein Hinderungsgrund, einen von Ihnen beschriebenen Raum zu vermieten.

Bei einem für Ihren Bereich gültigen qualifizierten Mietspiegel geht man immer von einer durchschnittlichen (normalen) Ausstattung aus.

Sofern es sich um eine unterdurchschnittliche "einfache" Wohnungsausstattung handelt, was z.B. bei Wohnungen mit zu kleinen Fenstern und dadurch resultierenden zu geringen Lichteinfall der Fall ist, ist ein Abschlag von dem normalen Mietspiegel vorzunehmen. Dies ist so in den meisten Mietspiegeltabellen auch ausdrücklich vermerkt.

Ob bei Ihnen ein Abschlag vorzunehmen ist und in welcher Höhe, kann man jedoch nicht alleine an einem Fenster festmachen. Dazu ist die Ausstattung, Größe, Lage der gesamten Wohnung zu berücksichtigen.

Sollten Sie diesbezüglich mögliche Ansprüche gegen Ihren Vermieter durchsetzen wollen, so rate ich Ihnen einen Kollegen vor Ort zu beauftragen, der einen konkreten Anspruch auch der Höhe nach ermittelt.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit meiner Antwort weiterhelfen und verbleibe,

mit freundlichen Grüßen

Oliver Keller
Rechtsanwalt

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