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Felgen durch Werkstatt beschädigt, muss ich Kosten mittragen?

14.04.2021 07:50 |
Preis: 50,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


10:24

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe leider ein Problem mit einer uns allen bekannten KFZ - Werkstatt. Ich hatte dort meine hochwertigen Sommerfelgen bereits im Februar zum montieren neuer Reifen auf die Felge.
Diese Arbeit wurde erledigt und die Reifen wieder komplett in meine Reifensäcke gepackt.
Zu Ostern bin ich dann wieder in die Werkstatt und habe einen Reifenwechsel durchführen lassen, als ich nach Hause kam und mein Auto reinigen wollte ist mir aufgefallen, dass auf den Felgen Klebereste der Wuchtgewichte sind.
Diese Verdreckungen bzw. Beschädigungen habe ich fast 1 Woche versucht zu entfernen, ging aber absolut nichts weg.
Nach einigen Diskussionen und Gesprächen hat mir die Werkstatt versichert sich darum zu kümmern und meinten Sie hätten einen "Aufbereiter", welcher die Felgen gegebenenfalls auch lackiert und ich die Felgen wieder in meinem alten Zustand erhalte.

Gestern der Schock, ich bekam einen Anruf der Werkstatt, die Felgen müssten Speziallackiert werden, da sie einen besonderen Lack haben und ich hätte es der Werkstatt sagen müssen, dass dies ein Speziallack ist und dadurch müsste ich die Hälfte der Kosten (mein Anteil 200€) der Reparatur selbst übernehmen?

Deswegen meine Frage: Das kann es doch nicht sein? Ich bringe meine Felgen in perfekten Zustand in die Werkstatt, erhalte Sie mit Schaden zurück und soll nun noch einen Teil der Reparatur zahlen?

Was kann ich hier machen bzw. wie sollte ich vorgehen?

Vielen Dank vorab und mit freundlichen Grüßen

14.04.2021 | 09:19

Antwort

von


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52428 Jülich
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Das Montieren und Demontieren der Reifen ist juristisch als Werkvertrag einzustufen. Im Rahmen dieses zwischen Ihnen und der Werkstatt geschlossenen Vertrages trifft das Unternehmen nicht nur die Pflicht, den Reifen/Felgen Wechsel ordnungsgemäß durchzuführen.

Vielmehr trifft die Werkstatt auch Nebenpflichten, bei deren Verletzung eine Haftung der Werkstatt nach §§ 280 I , 276, 249 BGB besteht.

Diese Pflicht wurde hier verletzt, da Klebereste auf den Felgen sind, die bei ordnungsgemäßer Erfüllung der Pflichten durch die Werkstatt nicht entstanden wären.

Damit ist die Werkstatt verpflichtet, die für die Beseitigung der Klebereste entstehenden Kosten zu ersetzen.

Einen Grund, Sie hieran zur Hälfte zu beteiligen, kann ich nicht erkennen, da ich keine Anhaltspunkte für ein bei Ihnen gem. § 254 BGB anzusetzendes Mitverschulden sehe.

Denn ein Mitverschulden Ihrerseits setzt voraus, dass Sie eine Ihnen obliegende Pflicht verletzt haben.

Sie sind aber als Laie nicht verpflichtet, einem Fachunternehmen mitzuteilen, dass Ihre Felgen über einen Speziallack verfügen. Dies zu erkennen und zu bewerten und sich darauf beim Reifen/Felgenwechsel einzustellen, ist Aufgabe des Fachunternehmens und nicht Ihre Pflicht (BGH, Urteil vom 1. 12. 2005 - I ZR 31/04 )

Daher halte ich eine Pflicht zur Beteiligung Ihrerseits an Reparaturkosten mangels Vorliegens eines Mitverschuldens für nicht gegeben.

Selbst wenn man hier annehmen würde, dass Sie eine Hinweispflicht gegenüber dem Fachunternehmen verletzt haben, würde zudem eine nötige Abwägung der jeweiligen Verschuldensanteile i.R.d. § 254 II BGB dazu führen, dass das Verschulden der Fachwerkstatt Ihre bloße Verletzung einer Hinweispflicht deutlich überwiegt.

Ich sehe Sie aber bereits nicht in der Pflicht, hier einen Hinweis vorab zu erteilen.

Ich hoffe, Ihnen hiermit geholfen zu haben und stehe für Rückfragen jederzeit zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Klein


Rechtsanwalt Thomas Klein
Fachanwalt für Familienrecht, Fachanwalt für Verkehrsrecht, Fachanwalt für Steuerrecht

Rückfrage vom Fragesteller 14.04.2021 | 10:14

Sehr geehrter Herr Klein,

erstmal möchte ich mich vielmals bei Ihnen für die Antwort bedanken, welche mir schon sehr weitergeholfen hat. Ich weiß halt nicht ob es sich in diesem Fall lohnt einen Anwalt zu beauftragen, da die Kosten doch die 200€, welche ich an die Werkstatt zahlen soll überschreiten oder sehe ich das falsch?

Die Werkstatt hat sich eben bei einem Telefonat weiter darauf berufen, dass es ja nicht Ihr Fehler sei, da ich sagen hätte müssen, dass wäre ein Speziallack. Ich weiß, dass meine Felgen lackiert sind, allerdings ist es für mich nur "Anthrazit", ich habe von Lacken und Farben um ehrlich zu sein überhaupt keine Ahnung.....ich komme mir halt ein bisschen hinters Licht geführt vor, da die Felgen ja nachweislich dort beschädigt wurden und ich nichts gemacht habe.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 14.04.2021 | 10:24

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachricht. In der Tat sehe ich Sie nach wie vor nicht in der Verantwortung. Es ist nicht Ihre Aufgabe, einem Fachunternehmen zu erklären, wie Felgen beschaffen sind.

Allerdings sind bei einem Wert von 200 Euro die Rechtsanwaltskosten und ggf. entstehende Gerichtskosten im Ergebnis höher, so dass aus wirtschaftlichen Gründen ohne das Vorhandensein einer Rechtsschutzversicherung von einer Durchsetzung eher abzuraten ist.

Für Rückfragen stehe ich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Klein

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