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'Feindliches Grün' - Gegnerische Versicherung verweigert Regulierung

09.07.2008 22:58 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Klaus Wille


Zur Sachlage:
Ein Verkehrsunfall ereignet sich im Februar 2008 in einer Kreuzung. Beide Parteien behaupten von sich bei grün gefahren zu sein. Die Polizei wird nicht verständigt. Die gegenerische Partei benennt das eigene 12 jährige Kind als Zeugen, es saß zum Zeitpunkt des Unfalls auf dem Beifahrersitz. Sonst keine weiteren Zeugen.

Nachdem der Unfall von mir der eigenen und gegnerischen Versicherung gemeldet wurde, schickt diese einen Gutachter, der den Schaden an meinem Fahrzeug auf ca. 2000,- Euro taxiert. Meine Versicherung schickt einen Gutachter zum "Gegner", der an dem über 20 Jahre alten Auto einen wirtschaftlichen Totalschaden ermittelt (500,- Euro). Defacto ist aber nur der Scheinwerfer kaputt.

Meine Versicherung zahlt nun 50% (also 250,- Euro), da die Schuldfrage nicht eindeutig geklärt werden könnte und es sich bei dem Fall um ein "feindliches Grün" handle. Die gegnerische Versicherung zahlt nichts und begründet dies damit, dass ihr Versicherter angibt, Klagen zu wollen.
Im Fall einer Klage hätte ich eine Entscheidung des Gerichts mit einer 50% Haftung akzeptiert und wäre durch meine Versicherung bei Gericht vertreten worden.

Faktisch ist es jetzt so, dass der Gegner seinen Schaden praktisch ersetzt bekommen hat, ich noch keinen Euro von seiner Versicherung erhalten habe und es deswegen für mich fraglich ist, ob er tatsächlich klagen will. Es könnte sich doch auch bei der Ankündigung der Klage um ein "taktisches Manöver" handeln.

Die Fragen:
Darf die gegnerische Versicherung die Regulierung meines Schadens bis über die Verjährungsgrenze hinaus mit dem Argument der angekündigten Klage verweigern?
Wann sollte eine Klage meinerseits erhoben werden?

MfG
Alwy

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ich weise darauf hin, dass dies nur einer ersten Orientierung über die bestehende Rechtslage dient. Bitte beachten Sie auch die Hinweise am Ende der Ausführung. Zu Ihren Fragen:

1. Die gegnerische Versicherung zahlt nicht, weil der andere Fahrer sichtlich angegeben hat, nicht an dem Unfall Schuld zu sein. Daher verweigert sie berechtigterweise die Zahlung. Sie können und müssen die Versicherung daher verklagen, wenn Sie Ihren Schaden beglichen haben will.
Ich möchte aber darauf hinweisen, daß Ihre Versicherung bereits eine rechtliche Überprüfung vorgenommen hat und zu dem Ergebnis gekommen ist, daß die Chancen zu 50 % auf Sieg gegeben sind. Ich gehe davon aus, daß die Versicherung aber wegen des geringen Betrages den hälftigen Betrag gezahlt hat um damit die "Angelegenheit abzuschließen".

2. Um es auf den Punkt zu bringen:
Schadensersatzansprüche eines durch einen Verkehrsunfall Geschädigten gegenüber dem Schadensverursacher und dessen Haftpflichtversicherung verjähren binnen drei Jahren. ABER: Wenn Sie meinen, daß Sie Chancen haben, die Klage zu gewinnen, dann sollten Sie sofort (!) zu einem Rechtsanwalt gehen. Es bringt Ihnen nichts, abzuwarten.

Sie müssen auch bedenken, daß die Gegenseite einen Zeugen für ihren eigenen Vortrag hat. Grundsätzlich können auch Kinder vor Gericht als Zeugen vernommen werden. Ob das Kind vor dem Gericht glaubwürdig ist oder nicht, wird dann der Beweistermin zeigen.

Ich empfehle Ihnen daher - zur weiteren Absprache des Vorgehens einen Rechtsanwalt aufzusuchen.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Familienrecht

Breite Str. 147 - 151
50667 Köln
Tel.: 0221/ 272 4745
Fax: 0221/ 272 4747
www.anwalt-wille.de
anwalt@anwalt-wille.de

Hinweis
Die vorstehende Beantwortung ist beschränkt durch die von Ihnen gegebenen Informationen. Die von mir gegebene Antwort ist eine überblicksartige Beantwortung. Außerdem ist die Beantwortung der Antwort auch abhängig von der Höhe des gebotenen Honorars und kann - insbesondere in den Fällen, in denen die notwendigen Unterlagen (z.B. Verträge, Versicherungsbedingungen, Gerichtsurteile, Schreiben von Dritten) nicht vorlagen - eine Beratung durch einen Rechtsanwalt nicht ersetzen.

Rückfrage vom Fragesteller 09.07.2008 | 23:43

Danke für die schnelle Antwort!

Werden die Prozess- und Anwaltskosten im Fall einer 50% Haftung beider Parteien hälftig auf die Parteien verteilt?

MfG
Alwy

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 10.07.2008 | 09:26

Die Kosten werden verteilt nach der Höhe des Obsiegens und des Unterliegens.

Wenn Sie nur 50 % einklagen und Sie dann gewinnen, dann werden die Kosten gerade nicht geteilt. Nur wenn Sie den gesamten Betrag - d.h. 100 % - einklagen, werden Sie Kosten in Höhe des Unterliegens zu tragen haben.

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