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Fehlerhafte Übersetzung


18.06.2007 13:02 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Grema



Wir sind eine junge Firma und haben eine unserer englischen Broschüren an einer jungen Deutsch-Übersetzerin weitergegeben.

Wir haben uns zu einem Preis x geeinigt.
Die Arbeit war jedoch so schlecht, dass wir noch 3-4 Tage selber daran sitzen mußten, um das ganze zu korrigieren. (Es gab nicht nur fachbegriffliche Fehler, sondern hauptsächlich Sprachfehler).

Das hat uns so geärgert, dass wir dann gesagt haben, wir werden nur ein drittel der Summe x bezahlen. Wir wollten auch gütlich ausseinanderkommen.

Von ihr war keine Reaktion gekommen (kein Anruf, keine Email, keine Mahnung oder etwas), bis zu einem Anwaltsbrief, dass sie ihre komplette Summe x anfordert + Anwaltskosten.

Soweit ich weiss, darf sie das ohne Mahnungen eh nicht machen. Dass sie auch nicht offen zur Diskussion ist, macht es uns auch nicht einfacher. Wir würden gerne einen rechtlichen Rat hier bekommen.

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Sehr geehrte Fragestellerin,

unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Informationen sowie Ihres Einsatzes erlaube ich mir, Ihre Frage wie folgt zu beantworten:

Da die Übersetzung als ein Werkvertrag einzuordnen können ist, steht Ihnen ein Recht zur Selbstvornahme der Mängelbeseitigung (und damit auch ein Aufwendungsersatz) zwar zu; allerdings muss hierfür dem Ersteller des Werkes (in Ihrem Fall die Übersetzerin) zunächst die Möglichkeit gegeben werden, den vorhandenen Mangel zu beseitigen.

Erst nach Ablauf einer angemessenen kann der Besteller (Sie) die Mängelbeseitigung selbst vornehmen und hieraus gegebenenfalls Ersatzansprüche herleiten. Anders wäre dies Situation nur dann zu beurteilen, wenn hier ausnahmsweise Umstände vorgelegen hätten, die das Setzen einer Frist für Sie unzumutbar gemacht hätten. Hierfür sind aus Ihren Schilderungen jedoch keine Anhaltspunkte ersichtlich.

Da nach der Korrektur der Übersetzungsmängel ein Nacherfüllungsanspruch gegen die Übersetzerin nicht mehr gegeben ist, können Sie die Vergütung nicht (auch nicht teilweise) verweigern.

Bezüglich der geltend gemachten Anwaltskosten kommt es, wie Sie bereits selbst angemerkt haben, wesentlich darauf an, ob Die sich mit der Vergütung der Übersetzerin in Verzug befinden. Ein Mahnschreiben ist hierfür jedoch nicht immer erforderlich: Es kommt vielmehr darauf an, ob ein bestimmter Leistungstermin vereinbart wurde oder ob sich aus dem Vertrag ein solcher Termin bestimmen ließe. Um diese Frage abschließend beurteilen zu können ist es erforderlich, Ihre vertragliche Vereinbarung zu überprüfen.

Sollte sich daraus ergeben, dass Sie sich mit der Zahlung tatsächlich im Verzug befinden, wäre auch die Forderung des Anwaltshonorars als berechtigt zu beurteilen.

Ich hoffe, Ihnen trotz der negativen Antwort weitergeholfen zu haben.

Bitte beachten Sie, dass anhand der zur Verfügung stehenden Informationen lediglich eine erste Einschätzung erfolgen konnte. Nach genauer Prüfung der Sachlage sowie der zugrunde liegenden Dokumente könnte sich gegebenenfalls eine andere rechtliche Beurteilung ergeben.


Mit freundlichen Grüßen



Christian Grema
Rechtsanwalt

_____________
Christian Grema
C-G-W Rechtsanwälte

Postfach 1543
76605 Bruchsal

Tel.: (07251) 392 44 30 (24h)
Fax.: (07251) 392 44 31

Internet: www.c-g-w.de
E-Mail: info@c-g-w.de

Nachfrage vom Fragesteller 18.06.2007 | 15:17

Unser Ersatzanspruch wäre also ziemlich erfolglos...

Ich kann nur noch dazu sagen, dass wir unter enormen Zeitdruck standen, die Broschüre zu drucken/brennen und wir uns ein Verzug (weitere Korrektur) gar nicht leisten könnten. Außerdem verstehe ich nicht, wenn jemand eine schlechte Übersetzung gemacht hat, wie es möglich ist, dass er das verbessert, wenn er wahrscheinlich die entsprechenden Kompetenzen nicht hat.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.06.2007 | 15:39

Sehr geehrte Fragestellerin,

wie ich es bereits in der ersten Antwort angedeutet habe, kann eine Fristsetzung dann entbehrlich sein, wenn außergewöhnliche, für Sie unzumutbare Gründe vorliegen.

Sowohl eine äußerst knappe Terminierung als auch mangelnde Kompetenz der Übersetzerin kommen hierfür grundsätzlich in Betracht: Wenn Sie sich hierauf berufen, obliegt Ihnen die Pflicht zu beweisen, dass die die Nchbesserung durch die Übersetzerin nicht rechtzeitig hätte erfolgen können, bzw. dass sie nicht die hierfür erforderliche Kompetenz aufweist.

Mit freundlichen Grüßen


Christian Grema
Rechtsanwalt

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