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Fehlerhafte Montage Solaranlage

03.05.2017 18:57 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Im Oktober 2012 wurde eine Solaranlage Photovoltaik auf dem Hausdach installiert. Nach Auftragsbestätigung aus Basis VOB.
Letztes Jahr kam eine Terassenüberdachung dazu.

Die in 2016 installierte Terrassenüberdachung hat gezeigt, das Regenwasser zwischen Unterdachung (Holzfaserplatten Verschalung) aus der Traufe läuft, da bei längeren Regenereignissen die Terrasse trotz Überdachung teilweise naß wurde.

Nun habe ich einen Dachdecker beauftragt das Dach zu untersuchen und es wurde festgestellt, dass unterhalb von einem PV Modul eine Dachziegel hochgeschoben steht. D.h. bei der Montage der PV Anlage wurde mind. ein Dachziegel nicht zurückgezogen wurde und somit Regenwasser auf das Unterdach läuft und das seit 4,5 Jahren. Entsprechend mitgenommen sieht die Holzverschalung aus. Zur richtigen Rückmontage der Dachziegel muessen Module der PV Anlage demontiert werden.

Die 4 Jahre der VOB sind nun rum. Gelten die 5 Jahre Gewährleistung nach BGB? Habe ich Anspruch auf Reparatur und Schadensersatz?
Dachdeckerkosten, Schäden am Unterdach, Gutachterkosten zur Schadensbeurteilung?

Vielen Dank
Dieter Roth

Sehr geehrter Ratsuchender,


grundsätzlich hätten Sie von Ihnen genannten Ansprüche, wenn die Gegenseite sich nicht erfolgreich auf die Einrede der Verjährung berufen kann.


Und das wird hier vermutlich der Fall sein:

Nach § 13 VOB/B beträgt die Gewährleistungsfrist vier Jahre, die nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung bereits abgelaufen ist. Fraglich ist, ob die VOB/B wirksam Vertragsinhalt geworden ist, denn allein die Nennung reicht nicht. Vielmehr muss es ausdrücklich im Vertrag aufgenommen und Ihnen der Text der VOB vorgelegen haben (einige Gerichte lassen die Möglichkeit der Kenntnisnahme ausreichen).



Sollte die VOB/B danach nicht eingreifen, haben Sie aber keineswegs eine fünfjährige Gewährleistungsfrist nach dem BGB. Diese Frist beträgt vielmehr nur zwei Jahre - ich verweise insoweit auf

https://rabohledotcom.wordpress.com/2016/06/07/maengel-an-photovoltaikanlagen/

und die dort genannte Rechtsprechung. Und diese Grundsätze wird man dann auch für die Folgeschäden außerhalb der eigentlichen Anlage selbst anwenden müssen, also für die genannten Schäden und Kosten.

Die Einrede der Verjährung wird also dann durchgreifen, wenn das Unternehmen sich darauf beruft.



Das ist nur dann nicht möglich, wenn die Ausführung derart mangelhaft gewesen ist, dass das Unternehmen bei der Erstellung Kenntnis davon hatte, dass diese (mangelhafte) Ausführung nicht geeignet sein kann, eine fachgerechte Ausführung darzustellen (dann können Ansprüche bis zu 10 Jahren geltend gemacht werden).

Das bedeutet, Sie müssten nachweisen, dass das Unternehmen bewusst derart schlampig gearbeitet hat, dass sie diese Erkenntnis hatte. Dafür hätten Sie die volle Beweislast und in mehr als 25 Jahren Berufsausübung ist mir nur ein Fall vorgekommen, in dem man so einen Beweis führen konnte. Ob das bei Ihnen der Fall sein könnte, kann so nicht beantwortet werden; ein "vergessener" Ziegel spricht eher dagegen, dann dann müsste das Unternehmen dieses bemerkt und absichtlich hingenommen haben.



Gleichwohl sollten Sie versuchen, ein Gespräch mit dem Unternehmen zu führen; dieses wird in der Regel kein Interesse an einer solchen Negativwerbung haben, so dass ggfs. noch eine Lösung gefunden werden kann; rechtlich durchsetzbare Ansprüche sehe ich aber derzeit nicht.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

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