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Fehlerhafte Beratung bei Bahnreise - Schadensersatz?

| 22.08.2019 13:49 |
Preis: 49,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Guten Tag,

Im Juni haben meine Partnerin und ich eine internationale Bahnfahrt (Hin- und Rückfahrt) von Deutschland über Frankreich nach Spanien gebucht. Dazu sind wir ins DB Reisezentrum gegangen, um eine optimale Beratung zu erhalten. Der Angestellte der DB hat uns nach Beratung mehrere verschiedene Fahrkarten gebucht, da internationale Reisen nicht immer - so auch in diesem Fall - mit einer einzigen Fahrkarte gebucht werden können. Einen Teil der Strecke mussten wir zudem in Frankreich buchen, da die DB hier keine Fahrkarte ausstellen konnte. Insgesamt bezahlten wir ca. 1250 Euro.
Ca. 1 Woche vor der Rückfahrt (Hin- und Rückfahrt lagen ca. 3 Wochen auseinander) stellten wir im Internet fest, dass ein Interrail-Ticket deutlich billiger gewesen wäre. Es hätte mit allen benötigten Reservierungen ca. 900 Euro gekostet und mehr Flexibilität bei der Zugauswahl geboten. Selbst eine Stornierung zu ähnlichen Konditionen, wie bei normalen Fahrkarten wäre möglich gewesen. (Bitte nehmen sie im Folgenden an, dass diese Angaben in jedem Fall stimmen)
Wir haben dem Mitarbeiter nur unsere Reisedaten mitgeteilt und keine expliziten Angaben zur Art der zu buchenden Tickets gemacht oder besondere Wünsche geäußert.

Folgende Fragen:
Hätte der Mitarbeiter die Möglichkeit eines Interrail-Tickets erwähnen müssen?
Es handelt sich hier ja um ein bekanntes Angebot, das von der DB auch beworben und verkauft wird. Im Bahnhof Barcelona gab es beispielsweise eine eigene Warteschlange für Interrail-Reisende.
Kann sich hieraus ein Anspruch auf Schadensersatz begründen?
Wie kann ich weiter vorgehen, falls ich einen Anspruch auf Schadensersatz habe?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Es besteht hier durchaus eine Haftungsmöglichkeit, vgl. Beförderungsbedingungen Deutsche Bahn AG, Ausgabe vom 09.12.2018, aktualisierter Stand vom 19.08.2019:

"A.10 Haftung
"Aus anderen Rechtsgründen haftet das EVU dem Reisenden grundsätzlich nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit ; bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten) und der Herbeiführung von Verletzungen des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit auch bei leichter Fahrlässigkeit. Im Falle der Verletzung von wesentlichen Vertragspflichten ist die Ersatzpflicht jedoch auf den typischen, vorhersehbaren Schaden begrenzt. Außer in Fällen von Vorsatz, grober Fahrlässigkeit oder der Verletzung wesentlicher Vertragspflichten ist die Haftung für Sachschäden gegenüber jedem Reisenden auf einen Höchstbetrag von 1.000 € beschränkt."

Man kann als Kunde erwarten, dass man über gewisse Auswahlmöglichkeiten informiert wird, auch wenn man keine besondere Wünsche geäußert hat, wobei man das auch anders sehen könnte.
Aber ca. 350,- € Mehrkosten sind schon allein von der Größenordnung relevant, sodass der Ermessens- und Auswahlspielraum des Bahnmitarbeiters überschritten ist - das ließe sich argumentieren, auch wenn Risiken für Sie verbleiben.

Ich würde es trotzdem versuchen.

Dieses sollte schriftlich bei der Deutschen Bahn geltend gemacht werden, ggf. auch bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr, s. deren Homepage.
Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben ist für die Verbraucher das Schlichtungsverfahren kostenfrei.

Sollte es dann aber nicht zu einem Ergebnis kommen, würde ich aufgrund der verhältnismäßig hohen Klagekosten von weiteren Schritten absehen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 22.08.2019 | 15:17

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