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Fehler vom Finanzamt

27.09.2014 14:29 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Zusammenfassung: Es geht um die Nachzahlung von Ust-Schulden, wenn die Kleinunternehmergrenze überschritten wurde.

Ich habe seit 2010 ein kleines Gewerbe (Online-Shop und Laden), was eher nie Gewinn macht. Ende 2012 musste ich auch aus Kostengründen meinen Steuerberater kündigen.
Umsatzpflichtige Einnahmen ca. 23000 €.
Da ich Ende 2012 meinen Laden nach nur 12 Monaten wieder aufgab, erfragte ich also Anfang 2013 die Kleinunternehmerregelung für den bestehenden Online-Shop.Diese wurde vom Finanzamt sofort zugelassen. Ich sollte nur keine Rechnungen mehr mit MwSt ausweisen und die bereits ausgestellen Rechnungen umschreiben.
Insgesamt kam ich aber Ende 2013 wieder über die 17500 €, da es dann doch wieder anlief. Das war aber zum Zeitpunkt der Kleinunternehmer-Anfrage nicht abzusehen, da ja nun auch der Lden wegfiel und ich sooft mit einem 0,00 €-Bon am Abend nach Hause ging.
Ich bin mit der Firma in 2013 umgezogen und somit war dann ein anderes Finanzamt für mich zuständig. Dem habe ich am 06.01.2014 unverzüglich mitgeteilt, dass ich wieder in die Regelbesteuerung zurück muss, da ja nun doch über 17500 €.

Nun kommst: Das neue FA sagt mir ich solle doch bitte alles vom Jahr 2013 wieder umstellen, soll Umsatzsteuer nachzahlen und es wäre vom Finanzamt falsch gewesen, mir die Kleinunternehmerregelung zu bewilligen.

Ist das so rechtens? Schließlich habe ich jetzt auf einmal mehrere tausend Euro Schulden beim FA, da ich die Summe der Umsatzsteuervoranmeldung überhaupt nicht zurückzahlen kann.
Wenn ich das nicht in einem Betrag zahlen kann, was passiert dann?
Traurig, dass ich so einer unfähigen Mitarbeiterin des FA vertraut.
Und die Arbeit die ich jetzt habe... Nicht auszudenken, dass ich das alles in 4 Wochen umstellen soll (Posten umbuchen, Rechnungen umschreiben)

Bin gespannt was Sie sagen, glaube aber, es ist chancenlos.

Freundliche Grüße

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Frage auf der Grundlage der gegebenen Informationen wie folgt.

Ob Sie die Ust. für 2013 nachzahlen müssen oder nicht hängt zunächst nur davon ab, ob der Gesamtumsatz € 17.500 in 2013 überschritten hat oder nicht (§19 Abs. 1 UstG.). Das ist nach dem Sachverhalt der Fall.

Für die Gewährung des Kleinunternehmerstatus kam es aus der Sicht Anfang 2013 darauf an, ob Sie im Vorjahr 2012 die Grenze von € 17.500 überschritten hatten und ob sie im Jahr 2013 voraussichtlich nicht mehr als € 50.000 Umsatz erwartet haben.

Eine Ausnahme davon gibt es nur für das Gründungsjahr, weil in diesem noch keine Vorjahreszahlen bekannt sind. Sie schreiben nun, dass sie Ende 2012 den Laden aufgegeben haben und auch umgezogen sind. Ich nehme nicht an, dass das für sich genommen ausreichen könnte, um von einer Neugründung zu sprechen, sondern das wohl eher Unternehmensidentität vorlag, sofern die Umsätze hauptsächlich über den Online-Shop erzielt wurden und Sie das letztlich in der Sachverhaltsdarstellung momentan auch so sehen.

Vielleicht könnte man das auch anders sehen, falls sich auch etwa Produktpalette, Zielgruppe und Personen geändert hätten und einige Monate lang gar keine Geschäftstätigkeit erfolgt wäre. Das müsste man aber schon sehr genau begründen und auch beweisen können.

Wenn sich der Shop nicht als Neugründung dar-stellen lässt, müssen Sie nachzahlen, und auch mit Zinsen und Säumniszuschlägen rechnen. Zur Ermittlung der Höhe nehmen Sie 19% Ihrer Gesamtumsätze aus 2013 (oder 7% falls für Sie der niedrigere Steuersatz des § 12 UstG gilt, wobei der Sachverhalt bislang nicht danach klingt). Im Gegenzug dürfen Sie allerdings auch die für Einkäufe in 2013 Ihrerseits geleistete Ust. als Vorsteuer abziehen (§ 15 UstG).

Beachten Sie in diesem Szenario bitte auch die Ust-Voranmeldungen für die bisherigen Abrechnungszeiträume 2014 schleunigst nachzuholen, damit nicht weitere Säumniszuschläge und Zinsen auflaufen.

Bezügl. der Teilfrage nach der Ratenzahlung, hat das FA die möglich Umsatzsteuerschulden zu stunden, wenn die Einziehung für Sie eine besondere Härte bedeuten würde und der Anspruch dadurch nicht gefährdet erscheint (§ 222 AO). Erfahrungsgemäß sind die lokalen FAs hier bei Unternehmen um die Kleinunternehmergrenze auch durchaus verhandlungsbereit.

Bei Verständnisfragen nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Ra. Jahn

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