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Fehler in rückliegenden Steuererklärungen - Folgen?

| 28.06.2019 13:59 |
Preis: 68,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


16:37

Zusammenfassung: Ungenauigkeiten in der Steuererklärung.

Ausgangslage: Ich betreibe eine kleine privatärztliche Praxis ohne Mitarbeiter und bin außerdem in der Aus- und Fortbildung tätig, d.h. ich erziele auch Einnahmen von mehreren Vereinen und Ausbildungseinrichtungen, manchmal sind dies kleinere Beträge. Den überwiegenden Teil der Einnahmen erfasse ich in der EÜR für die Praxis (freiberufliche Tätigkeit) und einen kleineren Teil als gemeinnützige nebenberufliche Tätigkeit (§ 3 Nr. 26 und 26a EstG), wodurch 2400 € steuerfrei sind. Meine Buchhaltung und Steuererklärung mache ich selber. Ich habe vom Finanzamt nun mitgeteilt bekommen, dass zu meiner Person Kontrollmaterial vorliegt und ich für mehrere zurückliegende Jahre meine Betriebseinnahmen detailliert aufführen und einreichen soll (Liste der Einnahmen mit Datum). Nun bin ich mir unsicher, ob ich einfach einen Ausdruck aus meiner Buchhaltung hinschicken soll oder ob ich die Einnahmen noch mal detailliert auf Richtigkeit prüfen sollte. Meine konkreten Fragen:

1. Welche Folge hätte es, wenn vom Finanzamt „kleinere" Versäumnisse entdeckt würden (z.B. eine Einnahme über 150 € oder auch 450 € wurde nicht ordnungsgemäß verbucht?

2. Wie sollte ich vorgehen, wenn ich bei der Erstellung der Einnahmen-Listen feststelle, dass mir kleinere Fehler unterlaufen sind?

3. Sollte ich eine gemeinsame Einnahmen-Liste für EÜR und die nebenberufliche Tätigkeit erstellen oder zwei getrennte?

4. Welche Folgen hätte es, wenn meine nebenberufliche Tätigkeit nach § 3 Nr. 26 rückwirkend nicht als solche anerkannt würde? Meine Bedenken hierzu sind, dass es eventuell nicht als Nebentätigkeit anerkannt wird, da die Lehr- und Ausbildungstätigkeit einen bedeutsamen Anteil meiner Einnahmen ausmacht und ich auch in der EÜR für die Praxis Lehrtätigkeit verbucht habe.

Im voraus vielen Dank für eine Antwort.
28.06.2019 | 14:58

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,
auf Ihre Fragen darf ich Ihnen antworten wie folgt.
1. Es hängt relativ stark von dem Bearbeiter am Finanzamt ab, ob er "kleinere" Versäumnisse zum Anlass nimmt, z. B. ein Strafverfahren einzuleiten. Bis zur Größenordnung von 450,00 EUR im Einzelfall sollte das an sich nicht zu Weiterungen führen, aber gelegentlich hat man absolut humorlose Beamte vor sich.
2. Ich persönlich würde kleinere Fehler nicht von mir aus aufdecken, sondern ich würde einfach einen Ausdruck aus der Buchhaltung hinschicken. Sonst dokumentieren Sie selber, dass Sie an der Richtigkeit Ihrer bisherigen Angaben Zweifel haben.
3. Auch da würde ich alles so machen, wie bisher.
4. Sie müssten ggf. die 2.400,00 EUR im Jahr nachversteuern. Ob man Ihnen hierbei gezielt falsche Angaben unterstellen wird, ist eine Frage Ich denke, im Ergebnis werden sich daraus keine Schwierigkeiten ergeben, schon, da die Beträge, um die es hier geht relativ gering sind.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser Auskunft behilflich sein.
Mit freundlichen Grüßen
Andrea Brümmer Rechtsanwältin


Nachfrage vom Fragesteller 28.06.2019 | 17:19

Vielen Dank für die schnelle und hilfreiche Antwort. Ich erlaube mir noch Folgendes nachzufragen:
Wie sind denn die Folgen, falls tatsächlich ein Strafverfahren eingeleitet wird. Wird dann lediglich der entdeckte "Fehler" geahndet oder kommt es dann zu einer umfassenden Prüfung aller erzielten Einnahmen und geltend gemachter Ausgaben?
Und falls dies noch geht: Wie schätzen Sie es denn ein, ist es angemessen, den Freibetrag von 2400 € auszuschöpfen, wenn die Einnahmen von gemeinnützigen Stellen einen bedeutsamen Anteil der Gesamteinnahmen ausmachen (ca. 1/3)?
Auch hierfür nochmal vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.07.2019 | 16:37

Sehr geehrter Fragesteller,
auf Ihre Rückfrage darf ich Ihnen mitteilen, dass wenn ein Strafverfahren eingeleitet wird, es dann in der Regel auch zu einer umfassenden Prüfung aller Erklärungen der letzten Jahre kommt.
Die Nebentätigkeit hat sicher bei 1/3 aller Einnahmen ihre Grenze, aber das dürfte gerade noch im zulässigen Bereich sein.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit dieser Ergänzung nochmals behilflich sein.
Mit freundlichen Grüßen
Andrea Brümmer
Rechtsanwältin

Ergänzung vom Anwalt 04.07.2019 | 20:37

Sehr geehrter Fragesteller,
Ihre Beschwerde ist mir zugeleitet worden.
Auch mit juristischem Vollwissen kann man allerdings zu Ihrem Fall nicht wirklich mehr sagen. Ich wollte Sie nun auch nicht über die Maßen beunruhigen.
1. Die Strafbarkeit der Steuerhinterziehung ist geregelt in § 370 ff. AO : Wer den Finanzbehörden unvollständige oder falsche Angaben macht, und dadurch Steuern hinterzieht, kann mit Geldstrafe oder mit Gefängnis bis zu 5 Jahren bestraft werden.
Falsche Angaben machen Sie auch, wenn Sie sich nur um 150,00 EUR irren. Wenn solche kleineren Vergehen alle mit Strafe belegt würden, wäre halb Deutschland schon wegen Steuerhinterziehung bestraft. Deshalb haben die Abteilungen für Prüfungsdienste am Finanzamt einen gewissen Ermessensspielraum, ob sie aus solchen Fehlern ein Strafverfahren machen.
Es wäre ja auch die Frage, ob Sie vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt haben, Letzteres wäre der Fall, wenn der Fehler versehentlich passiert ist. Das wäre dann nur eine Ordnungswidrigkeit und da ist der Ermessensspielraum noch größer.
2. Zu Ihrer letzten Frage darf ich Ihnen aus den Lohnsteuerrichtlinien der Finanzämter die Kommentierung zu § 3 Nr. 26 EStG zitieren: (2) 1Eine Tätigkeit wird nebenberuflich ausgeübt, wenn sie – bezogen auf das Kalenderjahr – nicht mehr als ein Drittel der Arbeitszeit eines vergleichbaren Vollzeiterwerbs in Anspruch nimmt [1]. 2Es können deshalb auch solche Personen nebenberuflich tätig sein, die im steuerrechtlichen Sinne keinen Hauptberuf ausüben, z. B. Hausfrauen, Vermieter, Studenten, Rentner oder Arbeitslose. 3Übt ein Stpfl. mehrere verschiedenartige Tätigkeiten i. S. d. § 3 Nr. 26 EStG aus, ist die Nebenberuflichkeit für jede Tätigkeit getrennt zu beurteilen. 4Mehrere gleichartige Tätigkeiten sind zusammenzufassen, wenn sie sich nach der Verkehrsanschauung als Ausübung eines einheitlichen Hauptberufs darstellen, z. B. Unterricht von jeweils weniger als dem dritten Teil des Pensums einer Vollzeitkraft in mehreren Schulen. 5Eine Tätigkeit wird nicht nebenberuflich ausgeübt, wenn sie als Teil der Haupttätigkeit anzusehen ist.
Wie sich dies in Ihrem Fall genau darstellt, kann ich wegen der ungenauen Fragestellung nicht beurteilen. Ich hoffe aber, diese Ergänzungen helfen Ihnen weiter.
Mit freundlichen Grüßen
Andrea Brümmer
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 05.07.2019 | 16:06

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"Zunächst erschien mir die Antwort etwas unpräzise, auf Nachfrage wurde sie dann aber mit konkrete Bezügen zur Gesetzeslage erläutert.
Insbesondere mit der nachträglich erfolgten Präzisierung bin ich zufrieden und würde in einer vergleichbaren Situation wieder eine Frage über die Website stellen."
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 05.07.2019
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