Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Fehler Elektroinstallation

18.01.2008 23:03 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Ich habe am Frühjahr 2007 eine durch einen Bauträger neugebaute Doppelhaushälfte abgenommen und bezogen.
Im Dez 2007 kam es, durch einen bei der Errichtung des Hauses begangenen Installationsfehler, zu einem Überspannungsschaden an unserem Hausrat. Dabei lag an den für 230V ausgelegten elektrischen Geräten bis zu 400V an.

Da mir die Ursache des Fehlers unbekannt war, habe ich zunächst das komplette Haus stromlos geschaltet und einen Elektronotdienst gerufen. Dieser hat den Fehler fachgerecht beseitigt und konnte nur sein Unverständnis darüber äußern, daß unfachmännisch installiert worden war.

In unserem konkreten Fall waren vielfach die Schrauben an Klemmschienen und Sicherungsautomaten nicht fachmännisch festgezogen, so daß diese sich mit der Zeit gelöst haben.
Und dies ist geschehen, obwohl an den Klemmschienen ein Hinweis angebracht ist, der darauf aufmerksam macht, daß ALLE Klemm- und Anschlussschrauben auf festen Sitz zu überprüfen sind.

Durch diesen Installationsfehler sind einige Geräte wie zB Fernseher, DVD-Rekorder, Hifi, Radiowecker, div Lampen, Heizungsteuerung, usw. zerstört worden. Zu einem Brand der Geräte kam es, gottseidank, nicht.

Ich habe diesen Fehler dem Bauträger mitgeteilt, wurde von diesem an den Elektriker und weiter an die Haftpflichtversicherung des Elektrikers verwiesen.

Der Schaden wird mir zwar ersetzt, allerdings nur in Höhe des Zeitwertes der Geräte.
Insbesondere die Hifi-Anlage war 15 Jahre alt, funktionierte gut und hatte für uns einen ideellen Wert. Für diese Anlage bekomme ich gerade mal 50€. Eine Wiederbeschaffung einer Hifi-Anlage ist daher nicht möglich.

Ich habe den Bauträger, der mein Vertragspartner ist, angeschrieben und aufgefordert, wegen der groben Fahrlässigkeit und eklatanten Sicherheitsgefährdung, die für meiner Familie und mich entstanden ist, den Schaden zum Wiederbeschaffungswert zu ersetzen oder eine entsprechende Kulanzregelung anzubieten.
Erwartungsgemäß hat der Bauträger abgelehnt, mit der Begründung, daß die Haftpflichtversicherung des Elektrikers den Schaden reguliert. Des weiteren teilt mir der Bauträger mit, dass es sich bei diesem Fehler nur um einen bedauerlichen Einzelfall handelt.

Daher meine Fragen:
1)Muss ich mich in diesem Falle auf den geringen Zeitwert der Geräte als Schadensersatz verweisen lassen? Ich mache geltend, daß es sich nicht nur um eine Art ´Versehen´ handelt, sondern um einen eklatanten Sicherheitsfehler. Ich möchte daher den Wiederbeschaffungswert bekommen.

2)Ich habe mit dem gesamten Kaufpreis auch implizit eine Leistung: Baukontrolle und Bauüberwachung bezahlt. Diese ist in einem besonders sicherheitsrelevanten Fall nicht erbracht worden. Daher mache ich geltend, daß ich diese nicht erbrachte Leistung Rückvergütet bekomme oder von der noch ausstehenden letzten Rate einbehalte. Ist dies möglich?

3)Wegen der Gefahr, die durch Elektro-Fehlinstallationen für die Hausbewohner ausgeht, gibt es auch eine Reihe von Sicherheitsvorschriften. Diese Sicherheitsvorschriften hätte der Elektro-Installateur einhalten und der Bauträger überwachen müssen.
Durch die Gefährdung, die von der Fehlinstallation und die grob fahrlässige Missachtung elektrotechnischer Sicherheitsregeln ausgegangen ist, habe ich auch eine Anzeige in Erwägung gezogen. Wie ist ihr Rat hierzu und welche Fristen müßte ich einhalten?

4)Ich habe den Bauträger auch aufgefordert, wegen der Sicherheitsgefährdung für meine Familie und mich, eine Wiedergutmachung zu zahlen. Ist so etwas möglich?

Ich bin daran interessiert zu erfahren, welche Gesetze hier greifen.

Geben Sie mir eine Empfehlung, ob ich diesen Fall weiterverfolgen soll oder nicht.

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich möchte Ihre Frage auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ich weise darauf hin, dass dies einer ersten Orientierung über die bestehende Rechtslage dient und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Eine differenzierte und konkret abschließende Beurteilung hinsichtlich der Haftung, lässt sich in Ihrem Fall in Rahmen dieses Forums nicht geben, da dazu die Prüfung des Bauträgervertrages erforderlich wäre, was jedoch diesen Rahmen hier übersteigt.

Grundsätzlich lässt sich mitteilen, dass der Bauträgervertrag zwischen Ihnen und dem Bauträger ein Vertrag eigener Art ist, der neben werkvertraglichen Elementen auch kaufrechrtliche Elemente enthält.

Vertragspartner allein ist der Bauträger. Demnach ist auch dieser für Sie allein Anspruchsgegner auf Grund der Mangelhaftigkeit des Gebäudes aus dem Bauträgervertrag.
Der Bauträger ist demnach verpflichtet, einen Schadensersatz für die entstandenen Schäden (als Mangelfolgeschäden der mangelghaften Elektrik) zu zahlen. Dies gilt vorbehaltlich der getroffenen Regelungen im Bauträgervertrag.
Eine Schadensersatzpflicht trifft den Bauträger, wenn diesem eine Pflichtverletzung nachgewiesen werden kann. Sofern der Bauträger für die Überwachung der Ausführenden Arbeiten vertraglich verpflichtet war, liegt hier eine Pflichtverletzung nahe, weshalb zu empfehlen ist, die Sache weiter zu verfolgen.

Neben den technischen Leistungspflichten betreffend die Bauerrichtung und den Architekten- und Ingenieurleistungen können weitere Pflichten auf den Bauträger zukommen. Wegen der grundlegenden Verpflichtung zur Verschaffung eines mangelfreien Objekts haben diese Pflichten jedoch keine so nachhaltige Bedeutung wie beim Architekten-, Baubetreuungs- oder Ingenieurvertrag. Jede Pflichtverletzung schlägt sich im Regelfall als Mangel nieder. Grundlegend ist zu sagen, dass sich zusätzliche Pflichten sowohl dann ergeben können, wenn dem Erwerber Schaden drohen kann als auch dann und insoweit, als dem Bauträger Umstände bekannt sind, „die für die Entscheidung des Bewerbers von Bedeutung sein können“.

Aus diesem Grund halte ich eine Haftung des Bauträgers für gegeben, da diesem die unzureichende Installation der Elektrik hätte auffallen müssen und dieser im Rahmen seiner Fürsorgepflicht auf eine Abhilfe durch die Elektrofirma, noch vor Übergabe des Hauses an Sie, hinwirken hätte müssen.

Ob dies letztendlich auch zu einer Minderung des Kuafpreises berechtigt, müsste an Hand des Bauträgervertrages geprüft werden. Grundsätzlich wurde hier eine mangelhafte Sache an Sie übergeben, weshalb auch hier grundsätzlich eine Minderung in Betracht kommt.

Bei einem technischen Totalschaden oder bei dem Verlust einer Sache scheidet eine Herstellung nach § 249 Abs. 1 (Naturalersatz) wegen Unmöglichkeit aus. Nach Abs. 1 hat der Schädiger statt dessen Wertersatz zu leisten, dessen Höhe sich danach bemisst, was zur Beschaffung einer gleichwertigen Sache erforderlich ist. Der Geschädigte kann sich allerdings nicht auf Kosten des Schädigers eine neuwertige Sache anschaffen, da dies über die nach Abs. 1 geschuldete Kompensation hinausginge. Maßgeblich für die Bemessung des Wertersatzes sind vielmehr Alter und Erhaltungszustand der beschädigten Sache. Unerheblich ist wegen des Zwecks der Kompensation, was der Geschädigte hätte erlösen können (sog. Zeitwert); es kommt allein darauf an, was er zur Beschaffung einer gleichwertigen Sache aufwenden muss (sog. Wiederbeschaffungswert).Dieser liegt wegen der Händlerspanne idR um etwa 15-20% über dem Zeitwert, teilweise wird sogar eine Spanne von bis zu 25% als ersatzfähig angesehen (Münchener Kommentar zum BGB, 5. Aufl. 2007; § 251 Rz 18).

Demnach können Sie den Wiederbeschaffungswert ersetzt verlangen und müssen sich nicht auf den Zeitwert beschränken lassen.

Der immatrielle Wert einer Sache (Liebhaberwert) spielt dabei allerdings keine Rolle.

Von einer Strafanzeige würde ich absehen, da hier davon auszugehen ist, das ein eingeleitetes Ermittlungsverahren wegen mangels öffentlichen Interesses eingestellt werden würde, wenn der Elektriker, der die Installationsarbeiten ausgeführt hat, ermittelt wird. Ein Grund für eine Anzeige gegen den Bauträger, vermag ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht erkennen.

Letztendlich würde ich Ihnen empfehlen, eine Kollegen vor Ort zu beauftragen, der Ihre Interessen dann dementsprechend durchsetzt.
Ich halte ein weiteres Betreiben dieser Angelegenheit für sinnvoll.

Ich hoffe ich konnte Ihnen dennoch mit der Beantwortung Ihrer Frage behilflich sein.

Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 79954 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Der Anwalt hat schnell geantwortet und meine rechtliche Frage ausführlich und kompetent beantwortet. Er ist darüber hinaus auch auf Aspekte eingegangen, die mir vorher nicht als problematisch erschienen waren und hat mir für ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle und kompetente Antwort, hat mir gut weitergeholfen ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Schnelle kompetente Antwort ...
FRAGESTELLER