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Fehlende Umsatzsteuer ID auf Rechnung im Reverse Charge Verfahren

| 16.11.2019 15:06 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Fabian Fricke


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe folgende Frage:

Von 2012 - 2016 war ich Einzelunternehmer. Tätigkeit Online Marketing Beratung.

2012 - 2014 habe ich die Kleinunternehmerregelung in Anspruch genommen (keine Ust ausgewiesen). 2015 - 2016 dann mit Ust. auf meinen Rechnungen. Anfang 2016 habe ich das Gewerbe dann abgemeldet.

Während meiner Tätigkeit habe ich Werbeanzeigen auf Facebook für meine Kunden geschalten. Da Facebook in Irland sitzt, wird auf der Rechnung von Facebook an mich keine Ust ausgewiesen (Reverse Charge) wenn man als Unternehmer Werbung schaltet.

In meiner Zeit MIT Kleinunternehmerregelung (also nicht vorsteuerabzugsberechtigt) hat mein Steuerberater die Summe der Facebook Werbekosten mit in der Steuererklärung berücksichtigt und ich habe die Ust. noch ans deutsche FA bezahlt. Soweit korrekt.

2015 (und zwei Monate in 2016) war ich dann jedoch Vorsteuerabzugsberechtigt. Wie im RC-Verfahren korrekt, hat mein Steuerberater diesen Vorgang so umgesetzt, dass die Umsatzsteuerpflicht jetzt an mich überging und hat dies in der Steuererklärung auch so gehandhabt. Im gleichen Moment konnte ich mir dann natürlich auch die Vorsteuer "zurückholen". Quasi ein "Nullsummenspiel". Soweit so gut. Meiner Kenntnis nach, hat mein Steuerberater hier alles richtig gemacht.

Jetzt zum Kern meiner Frage:

Eher zufällig sind mir die Facebook-Rechnungen von 2015 beim Sortieren sämtlicher Dokumente in die Finger gekommen. Hier ist mir aufgefallen, dass folgende Angaben auf der Rechnung von Facebook an mich vorhanden sind:

- Name Anschrift des Leistungserbringers (Facebook)
- Leistungsbeschreibung (+ Leistungszeitraum)
- VAT Nummer von Facebook
- Name Anschrift des Leistungsempfängers (Ich bzw. Ich als Unternehmen)
- Hinweis auf das angewandte Reverse Charge Verfahren. (Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers (Reverse Charge) – Leistungsempfänger ist Steuerschuldner gemäss Art. 44 und 196 der MwSt Richtlinie 2006/112/EG.)

>> Was fehlt, ist MEINE Umsatzsteuer ID. Dies liegt daran, dass ich mit diesem Gewerbe nie eine Umsatzsteuer-ID beantragt hatte. Meine Kunden waren alle immer nur in Deutschland, somit war das für mich eig. nie auf dem Schirm. Ich selbst habe also nie eine Rechnung an einen Kunden außerhalb Deutschlands geschrieben. <<

Jetzt lese ich aber überall, das beim RC-Verfahren die Umsatzsteuer-ID von sowohl Leistungserbringer als AUCH Leistungsempfänger auf der Rechnung stehen muss.

Im Hilfebereich von Facebook steht folgendes dazu:

"Falls du keine USt.-IdNr. hast oder benötigst, dann fülle den Abschnitt zur Umsatzsteuerregistrierung nicht aus und fahre mit dem nächsten Schritt fort. (Allerdings musst du deine Geschäftsadresse trotzdem angeben und offenlegen, ob du Facebook-Werbeanzeigen zu Geschäftszwecken verwendest.)"

Dies habe ich getan. Sobald man bei Facebook auswählt "Ich bin ein Unternehmen" erfolgt die Rechnungsstellung ohne Ust mit dem Hinweis "Revers Charge wird angewandt....". Das Feld "Umsatzsteuer-ID" kann man also auch leer lassen. Was ich getan habe.

Nun habe ich etwas "Angst", dass das FA mein (bereits seit Anfang 2016 abgemeldetes) Einzelunternehmen aus irgendwelchen Gründen jetzt noch prüfen könnte (es gab noch keinerlei Anzeichen oder ähnliches dafür - rein theoretisch) und dann die fehlende Umsatzsteuer-ID VON MIR als Grund nimmt die Vorsteuer zu vordern.

>> Kernfrage: Kann es sein, dass durch das Fehlen meiner Umsatzsteuer-ID als Leistungsempfänger dazu führt, dass ich die Vorsteuer an das Finanzamt zahlen muss und quasi das RC-Verfahren nicht angewendet wird? <<

Ich hoffe ich konnte meine Frage verständlich stellen und freue mich über eine Antwort.

BG

Einsatz editiert am 16.11.2019 17:14:55

Sehr geehrter Fragesteller,

ich gehe zwar grundsätzlich davon aus, dass das Finanzamt selbst bei einer Überprüfung über die Fehlerhaftigkeit hinwegsehen wird, da Ihnen aber grade dies schlaflose Nächte zu bereiten scheint empfehle ich Ihnen eine Korrektur der Rechnung vorzunehmen bzw. Facebook darum zu bitten.

Gemäß § 31 Abs .5 UstDV kann eine fehlerhafte Rechnung korrigiert bzw. ergänzt werden:

Zitat:
§ 31 Angaben in der Rechnung
(1)….
(5) Eine Rechnung kann berichtigt werden, wenn
a) sie nicht alle Angaben nach § 14 Abs. 4 oder § 14a des Gesetzes enthält oder
b) Angaben in der Rechnung unzutreffend sind. Es müssen nur die fehlenden oder unzutreffenden Angaben durch ein Dokument, das spezifisch und eindeutig auf die Rechnung bezogen ist, übermittelt werden. Es gelten die gleichen Anforderungen an Form und Inhalt wie in § 14 des Gesetzes.

Bei den fehlenden Angaben geht es vorliegend nur um die fehlende USt.-ID wobei die Finanzverwaltung dann verlangt, dass zumindest von Anfang an Rechnungsaussteller,
Leistungsempfänger, Leistungsbeschreibung, Entgelt und gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer in der ersten Rechnung vorgelegen haben müssen. Da dies laut Ihren Angaben alles der Fall ist sollte die Korrektur kein Problem sein, abgesehen davon dass bislang keine Unterlagen durch das Finanzamt eingefordert worden sind.

Ich hoffe damit Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch ein schönes Wochenende, ggf. können Sie die kostenfreie Nachfragefunktion nutzen.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke

Rückfrage vom Fragesteller 16.11.2019 | 18:12

Sehr geehrter Herr Frick,

zunächst möchte ich mich dafür bedanken, dass Sie sich trotz meines niedrigen Gebotes und am Samstag die Mühe gemacht haben zu antworten.

Vor allem der erste Absatz beruhigt mich.

Davon abgesehen, dass das korrigieren bei Facebook wohl extrem mühsam wäre, könnte ich dies doch gar nicht. Ich bin/war nie im Besitz immer Umsatzsteuer ID für diese Unternehmung. Zudem ist es bereits abgemeldet. Folglich müsste ich für ein nicht mehr angemeldetes EU nachträglich eine UID beantragen. Denke nicht, dass Sie das gemeint haben.

BG

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 16.11.2019 | 18:51

Sehr geehrter Fragesteller,

leider hatte ich die Frage so verstanden, dass Sie später eine Ust.-ID erhalten haben. Auch als Kleinunternehmer hätten Sie diese eigentlich schon haben sollen Da andere EU-Staaten den Status des Kleinunternehmers nicht kennen sollte grundsätzlich eine USt.-ID beantragt werden wenn Geschäfte im Ausland getätigt werden. Dies jetzt noch nachträglich zu tun macht allerdings keinen Sinn, die Risiken sind wie Eingangs erwähnt recht gering und einen Grund für Nachforderungen sehe ich auch nicht. Dies liegt daran, dass Sie als Leistungsempfänger beim RC-Verfahren auch Schuldner der deutschen Umsatzsteuer sind (wobei ja letztlich ein Nullsummenspiel dabei herauskommt). Es liegt also weder eine Steuerverkürzung vor, noch ergeben sich in Ihrem Fall aufgrund der fehlenden USt.-ID eventuelle Probleme bei der Zuordnung.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke

Bewertung des Fragestellers 16.11.2019 | 22:38

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