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Fehlberatung durch Verischerungsmakler bei Wahlleistungs-Tarifen der Krankenkasse


11.03.2005 14:09 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht



Hallo,
meine Mutter ist privat krankenversichert, wobei 70% über die Beihilfe abgedeckt werden. 1998 ist eine Änderung dergestalt in Kraft getreten, dass die Beihilfe keine Wahlleistungen im Krankenhaus (Chefarztbehandlung) mehr übernimmt in Fällen wie dem meiner Mutter. Um diese Lücke zu schließen, wurde von meiner Mutter bei ihrer Krankenversicherung ein Zusatztarif abgeschlossen.

Nachdem meine Mutter 2000 in den Vorruhestand kam, wurde auf Veranlassung ihres Versicherungsmaklers dieser Zusatztarif bei der Krankenversicherung wieder aufgekündigt. Der Versicherungsmakler war nämlich der Auffassung, dass meine Mutter durch Eintritt in den Vorruhestand wieder Anspruch auf Übernahme der Krankenhaus-Wahlleistungen durch die Beihilfe hätte. Wie sich jetzt herausstellte, war dies jedoch ein Irrtum seitens des Versicherungsmaklers.

Aufgrund einer schweren Erkrankung Ende letzten Jahres hat meine Mutter mittlerweile sehr hohe Krankenhaus-Chefarztrechnungen erhalten. Die Wahlleistungen im Krankenhaus hat sie in Anspruch genommen, weil sie sich sicher war, dass diese von Versicherung und Beihilfe abgedeckt wären. Diese Sicherheit gründete auf diesbezüglichen Aussagen ihres Versicherungsmaklers. Es existiert auch eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter meiner Mutter, aus der hervorgeht, dass der Versicherungsmakler tatsächlich von einem 100%igen Versicherungsschutz ausging.

Mit der Versicherung hat sich meine Mutter mittlerweile dahingehend geeinigt, dass die bestehende Krankenversicherung um den Krankenhaus-Wahlleistungs-Tarif erweitert wird und die Versicherung die angefallenen Rechnungen bezahlt. Allerdings müsste meine Mutter dafür auf einen Schlag die kompletten Beiträge der letzten fünf Jahre für diesen Tarif nachzahlen (mehrere Tausend Euro).

Meiner Meinung nach handelt es sich hier um ein Verschulden des Versicherungsmaklers, der meine Mutter aus eigener Unkenntnis falsch beraten hat. Schließlich ist der Wahlleistungs-Tarif auf seine Veranlassung hin seinerzeit gestrichen worden (was die Versicherung bestätigt hat). Dass er von falschen Voraussetzungen ausging, ist durch die AB-Nachricht dokumentiert (darin vertritt er die Auffassung, meine Mutter hätte Anspruch auf Übernahme der Wahlleistungen durch Beihilfe und Versicherung).

Muss der Versicherungsmakler für seine falsche Beratung haften? Hätte meine Mutter rechtlich die Möglichkeit, von ihm die Übernahme der Nachzahlungen des Wahlleistungs-Tarifs der letzten Jahre zu fordern? Und wenn nicht, müsste er nicht zumindest eine Möglichkeit schaffen, damit meine Mutter die Nachzahlung nicht in einer Summe, sondern in Raten leisten könnte?

Vielen Dank!

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Als der Versicherungsmakler im Jahr 2000 veranlasste, dass die Zusatzversicherung gekündigt wurde, hat er seine aus dem Vertrag mit Ihrer Mutter resultierenden Pflichten verletzt. Da davon auszugehen ist, dass er sich deshalb so verhalten hat, weil er sich unzureichend über die Rechtslage informiert hat, ist ihm zudem Fahrlässigkeit zur Last zu legen, wenn er nicht das Gegenteil zu beweisen hat. Aufgrund dieser schuldhaften Verletzung der Beratungspflichten haftet der Versicherungsmakler Ihrer Mutter auf Ersatz des durch die Pflichtverletzung entstandenen Schadens.

Die Ihrer Mutter jetzt in Rechnung gestellten Krankenversicherungsbeiträge für die letzten fünf Jahre sind allerdings für sich genommen kein "Schaden", der durch die Pflichtverletzung des Versicherungsmakler entstanden ist. Denn wenn sich der Makler richtig verhalten hätte, hätte Ihre Mutter die Krankenkassenbeiträge ja auch zahlen müssen, nur eben verteilt auf fünf Jahre. Sie kann daher vom Makler nicht verlangen, dass er die von ihr zu zahlenden Versicherungsbeiträge übernimmt.

Mit Sicherheit entstehen Ihrer Mutter aber dadurch, dass sie die gesamten Beiträge auf einmal zahlen soll, andere Schäden, beispielsweise Darlehenszinsen. Diese Schäden wurden durch das Fehlverhalten des Maklers verursacht, er muss sie somit Ihrer Mutter ersetzen. Ich rate Ihnen, auf dieser Grundlage mit dem Versicherungsmakler zu reden und ihn davon zu überzeugen, dass es für ihn günstiger wäre, wenn er versucht, mit der Versicherung auszuhandeln, dass Ihre Mutter die Beitragssumme in Raten bezahlt. Schließlich muss er dann nicht für Kreditkosten etc. aufkommen.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich selbstverständlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)
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