Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Fehlalarm in Hotelzimmer mit Kochnische

| 31.01.2014 16:40 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwältin Silke Jacobi


Ich habe in einem Hotel in FFM mit Kochgelegenheit im Zimmer übernachtet. Beim Braten kam es zur Rauchentwicklung. Die Anweisung die Tür zur Kochnische beim Kochen geöffnet zu lassen, habe ich befolgt. Weitere An- od. Einweisungen gab es nicht.

Einer der beiden Brandmelder löste einen Alarm direkt bei der Feuerwehr aus. Diese berechnet nun dem Hotel den Fehlalarm.

Das Hotel fordert nun von mir für den Fehlalarm aufzukommen, da "zu heiß gekocht" worden sei. Dabei stützt es sich auf die Aussage eine Mitarbeiterin, die wegen des Alarms in das Zimmer kam, diese sagt aus, dass die Fenster verschlossen und dichter Rauch im Zimmer gestanden sei.

Ich bestreite, dass das Fenster nicht geöffnet war und dass der Rauch derart dicht war. In keinem Fall ist etwas verbrannt.

Hat das Hotel einen Anspruch? Sollte ich bezahlen?


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich muss derjenige, der einen Schadensersatzanspruch geltend machen will, nachweisen, dass dem Grunde und der Höhe nach ein bestimmter Schaden entstanden ist. Dies dürfte hier dem Hotel recht unproblematisch noch gelingen, da der Fehlalarm und der daraus folgende Feuerwehreinsatz unstreitig sind.

Allerdings haften Sie grundsätzlich nur dann, wenn Ihnen ein Verschulden, das heißt Vorsatz oder Fahrlässigkeit, nachgewiesen werden kann.

Vorsatz scheidet hier sicherlich aus. Ob Sie fahrlässig gehandelt haben und wie schwer die Fahrlässigkeit letztlich wiegt, wäre dagegen die Tatfrage.

Konnten Sie eine Rauchentwicklung feststellen oder hätten Sie nachweislich das Fenster trotz der Rauchentwicklung nicht geöffnet, könnte Ihnen u. U. Fahrlässigkeit zur Last gelegt werden, so dass Sie die Kosten für den Feuerwehreinsatz ganz oder teilweise zu tragen hätten.

Ihre Unschuld nachzuweisen könnte evtl. dadurch problematisch werden, dass vom Hotel die Mitarbeiterin als Zeugen benannt wurde und diese wohl auch vor Gericht bestätigen würde, dass Sie das Fenster nicht geöffnet hatten und es eine starke Rauchentwicklung gab.

Diese Aussage müssten Sie mit geeigneten Beweismitteln widerlegen. Sie müssten also z. B. Zeugen dafür finden, dass das Fenster geöffnet war und nur normal gekocht wurde bzw. Sie müssten z. B. nachweisen können, dass der Rauchmelder falsch installiert war oder der Fehlalarm durch eine andere Ursache ausgelöst wurde. Ob Ihnen dieser Gegenbeweis gelingt, vermag ich anhand Ihrer Informationen nicht zu beurteilen. Ich sehe hier aber u. U. nicht ganz unerhebliche Probleme für Sie.

Wenn Sie keine geeigneten Beweise dafür haben, dass die Behauptungen der Zeugin falsch sind oder Sie nicht sicher ausschließen können, dass Sie den Fehlalarm (mit)verursacht haben, könnten Sie versuchen, mit dem Hotel eine Einigung dahingehend zu erzielen, dass Sie einen Teil - vielleicht die Hälfte - der Kosten übernehmen. Dies würde mit großer Wahrscheinlich kostengünstiger sein, als einen Rechtsstreit mit ungewissem Ausgang einzugehen.

Sollten Sie dagegen hinreichend nachweisen können, dass Sie alles richtig gemacht haben und der Feuermelder ohne Rauchentwicklung, Dampfentwicklung o. ä. losgegangen ist, sollten Sie die Forderung des Hotels unter Angabe Ihrer Beweismittel ausdrücklich zurückweisen.

Besteht das Hotel weiterhin auf seine Forderung oder erhebt es sogar eine Schadenersatzklage, sollten Sie die Möglichkeit der Forderungsabwehr unbedingt tiefergehend anwaltlich prüfen lassen.

Ich hoffe, damit Ihre Frage beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin






Nachfrage vom Fragesteller 31.01.2014 | 17:45

Sehr geehrte Frau Jacobi,

Vielen Dank für ihre ausführliche Antwort!

Verstehe ich sie richtig, dass ich meine Unschuld nachweisen muss? Oder denken sie nur die Mitarbeiterin ist glaubhafter? Es gibt ja nur die Aussage dieser einen Zeugin gegen meine.

Vielen Dank im Voraus und freundliche Grüße!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.01.2014 | 21:05

Sehr geehrter Fragesteller,

ich halte die Zeugin nicht generell für glaubhafter und soll auch ein Gericht glaubt nicht automatisch alles, was ein Zeuge aussagt. Dennoch ist die Zeugenaussage erst einmal in der Welt und würde, wenn Sie keinen Beweis dafür bringen können, dass die Aussage falsch ist, u. U. doch dazu führen, dass das Gericht der Zeugin glaubt und Sie entsprechend zur Zahlung der Kosten verurteilt.

Es ist also tatsächlich so, dass Sie die Zeugenaussage widerlegen und dadurch Ihre Unschuld beweisen müssten.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 31.01.2014 | 17:52

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Sehr ausführlich und nachvollziehbar."
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 31.01.2014 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69994 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Super schnelle und wirklich ausführliche Antwort der Anwältin. Alle wichtigen Gesetzesstellen und sogar Tipps mit beigefügt, das hat mir sehr geholfen. Würde ich jederzeit wieder in Anspruch nehmen, um Sachverhalte abzuklären. ... ...
FRAGESTELLER
4,2/5,0
Alles in Ordnung, mit einigen kleinen Abstrichen. Musste ein paar Fragen wiederholen, dies wurde aber zur Zufriedenheit beantwortet. Die Antwort war sehr sachlich. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Top, meine Frage wurde sehr schnell, ausführlich und vor allem verständlich beantwortet. Super, würde ich immerwieder beauftragen. ...
FRAGESTELLER