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Faxkennung


03.10.2007 08:41 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Gabriele Haeske



www4.justiz.bayern.de/olgn/presse/info/ziv/prziv024.htm
Urteil OLG Nürnberg vom 14.2.1997, 4 U 3193/96


Sehr geehrte Damen und Herren,

das OLG Nürnberg hat ja im o.a. Urteil die Auffassung vertreten, dass sich eine Faxkennung ohne weiteres manipulieren läßt.

Dazu folgende Fragen:

Heißt, dass das Gericht davon ausgeht, dass etwa B seinen Fax so manipulieren könnte, dass er die Faxkennung (mit Telefax-Nr. und Vorwahl) von A trägt und dann unter dieser falschen Kennung einen Fax an C sendet oder will das Gericht damit lediglich sagen, dass es ledlich sein kann, dass der Faxempfänger (also C) die Kennung manipuliert (also auf einen von einer anderen Kennung/Vorwahl eingegangenen Fax, die Kennung des A mittels Fotokopiertechnik integriert hat ) haben könnte?


Das Urteil ist bereits mehr als 10 Jahre alt. Fraglich ist, ob die Einschätzung des Gerichts bei Telefaxen, die heutzutage in Deutschland versandt werden noch vollumfänglich aufrecht erhalten werden kann??

Die Frage ist, ob man sich als Faxempfänger (bei aus Deutschland versandten Telefaxen) weiterhin nicht darauf verlassen kann, das ein Fax mit entsprechender Kennung vom Absender wirklich vom Fax des Absenders (und nicht etwa von einem ganz anderen Fax) versandt wurde?

Die weitere Problematik, dass selbst wenn der Fax vom Faxgerät A versandt wurde, immer noch das Problem existiert, dass sich etwa ein Unbekannter/Unberechtigter/untreuer Mitarbeiter widerrechtlich Zutritt zum Faxgerät des A verschafft haben könnte und von dort einen Fax versendet, bei dem er vorher die Unterschrift des A mitttels Fotokopiertechnik integriert hat, soll nicht Gegenstand der Eröterungen sein.

Sehr geehrter Fragesteller,

nach dem verlinkten Beitrag werden beide Manipulationen für technisch möglich gehalten. Sowohl, dass jemand ein Fax unter einer falsch eingestellten Absenderkennung versendet. Als auch, dass "falsche" Bestandteile (wie z.B. eine Unterschrift oder Absenderkennung) einfach vom Empfänger nachträglich in ein vorhandenes Fax einkopiert werden.

Diese Manipulationsmöglichkeiten bestehen auch immer noch, technisch hat sich da nichts geändert. Allein auf die angegebene Absenderkennung sollte man sich als Empfänger nach wie vor nicht verlassen.

Verbessert haben dürfte sich nur die Technik der Fotokopierer bzw. der Scanner/Drucker und die Leistungsfähigkeit der Bildbearbeitungsprogramme, so dass es schwerer erkennbar ist, wenn vom Empfänger eine falsche Absenderkennung oder Unterschrift nachträglich eingesetzt wurde.

Ich hoffe, dies hilft Ihnen als erste rechtliche Orientierung in Ihrer Angelegenheit weiter.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Haeske
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 03.10.2007 | 10:07

nach dem verlinkten Beitrag werden beide Manipulationen für technisch möglich gehalten. Sowohl, dass jemand ein Fax unter einer falsch eingestellten Absenderkennung versendet.


Habe ich das richtig (diese Nachfrage bezieht sich auf den Fall, dass jemand ein Fax unter einer falsch eingestellten Absenderkennung versendet) verstanden:(Beispielfall)
A hat die Absenderkennung 07761/5555 Firma Fritz Mustermann
Kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein Dritter diese Absenderkennung des A vollständig fälscht (und nicht nur den Namen Fritz Mustermann sondern auch die Fax-Nr.) und damit einen Fax (von seinem Fax) versendet?
Wäre wenigsten die Absender-Fax-Nr. 07761/5555 nicht manipulierbar, könnte man als Faxempfänger wenigstens anhand der Fax-Nr. überprüfen, ob der Fax wenigstens vom Faxgerät des A versandt wurde, indem man sich nur an die Fax-Nr. hält und die Firmenbezeichnung ignoriert.
Ich habe Sie so verstanden das auch die Absender-Fax-Nr. 07761/5555 des A (bei Versendung durch einen Dritten) integriert werden kann. Korrekt??

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.10.2007 | 11:44

Sehr geehrter Fragesteller,

alle Angaben zum Absender, die (i.d.R. oben) auf einem Fax in der sog. "Kommunikationsdatenzeile" auftauchen, können vom Absender frei gewählt werden. Der Absender kann in sein Faxgerät daher neben einem falschen Namen auch eine falsche Absender-Fax-Nummer einprogrammieren, die dann beim Empfänger auf dem Fax auftaucht. Die Nummer, die in dieser Kommunikationsdatenzeile erscheint, ist nicht etwa die per CLIP-Funktion (Rufnummernerkennung) durch den Telekommunikationsdienstleister automatisch übermittelte (falls die Funktion vom Anrufer nicht unterdrückt wird) Rufnummer des Absenders. Auch im Empfangsbericht wird vom Fax des Empfängers meist lediglich die vom Absender selbst eingegebene Rufnummer eingetragen.

Mit freundlichen Grüßen
Gabriele Haeske
Rechtsanwältin

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