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Farbunterschiede Feinsteinzeugfliesen

| 27.01.2019 21:15 |
Preis: 66,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tamás Asthoff


Guten Tag.
Ich wurde beauftragt ein Bad, eine Küche und einen Flur zu fliesen.
Während den Arbeiten hatte der Kunde den Wunsch zwei Wände auch mit den Bodenfliesen auszuführen. Die Menge reichte dann nicht mehr aus. Es musste nachbestellt werden.
Die gleiche Brandfarbe war nicht mehr zu bekommen.
Die nachbestellten Fliesen weisen Unterschiede in Farbe und Haptik auf.
Wir haben dann extra nur den Flur mit den nachbestellten Fliesen verlegt. Es gibt keine Türe zwischen den Räumen.
Der Kunde war immer anwesend. Er hat nie etwas gesagt.
Es gab dann eine Pause auf der Baustelle von ca 4-5 Wochen. Dad hatte mit den Fliesenarbeiten aber nichts zu tun.
Diese Arbeiten waren komplett abgeschlossen. Nach der Pause hat der Kunde jetzt genau diese Unterschiede bemängelt.
Er verlangt die Fliesen auszutauschen. Es geht um 6qm. Wie sieht hier die Rechtslage aus?

Sehr geehrter Fragesteller,

grundsätzlich müsste der Sachverhalt etwas näher ausgeleuchtet werden- zu welcher zeit absehbar war, das die Fliesen nicht ausreichen, wann diese vom wem nachbestellt wurden usw.

Gehen wir davon aus, dass die zusätzlichen Arbeiten NACH Bestellung der eigentlich für die Arbeiten vorgesehenen Fliesenmenge angefragt wurden. Hier wäre zu prüfen, ob der Besteller die beiden Wände in den Räumen aus eben diesen Fliesen erstellt haben wollte.

Ein Schadenersatz wird von Ihnen jedenfalls nicht zu leisten sein, da Ihnen kein Verschulden vorgeworfen werden kann. Für eine Schadenersatz ist ein Veschulden nämlich Voraussetzung.

Hier verlangt der Kunde Nacherfüllung. Diese wäre zu leisten, wenn das Werk mangelhaft ist. Wie der vorliegende Fall zu werten ist, wird anhand der Wertung des Gesetzgebers zu bestimen sein. In § 645 BGB ist nämlich ein sehr ähnlicer Fall geregelt:

§ 645
Verantwortlichkeit des Bestellers

(1) 1Ist das Werk vor der Abnahme infolge eines Mangels des von dem Besteller gelieferten Stoffes oder infolge einer von dem Besteller für die Ausführung erteilten Anweisung untergegangen, verschlechtert oder unausführbar geworden, ohne dass ein Umstand mitgewirkt hat, den der Unternehmer zu vertreten hat, so kann der Unternehmer einen der geleisteten Arbeit entsprechenden Teil der Vergütung und Ersatz der in der Vergütung nicht inbegriffenen Auslagen verlangen. 2Das Gleiche gilt, wenn der Vertrag in Gemäßheit des § 643 aufgehoben wird.

(2) Eine weitergehende Haftung des Bestellers wegen Verschuldens bleibt unberührt.

Auch in dem von Ihnen beschriebenen Fall ist das Werk vor Abnahme verschlechtert worden, allerdings offenbar aufgrund einer vom Besteller erteilten Anweisung / oder sogar von ihm zu beschaffenden Stoffes, Fallfrage / und ohne dass ein Umstand mitgewirkt hat, den Sie zu vertreten haben.

Ob tatsächlich die entsprechende Anweisung erfolgt ist, und was genau gesagt wurde, ist die alles entscheidenden Frage. Vor dem Hintergrund dieser Vorschrift kann der besteller keine Ansprüche geltend machen, wenn aufgrund seiner Anweisung Wände mit den vorhandenen Fliesen gefliest weden sollten(Zusatzarbeiten), und das selbe Muster nicht mehr verfügbar war. Es wäre noch zu prüfen, ob Sie nicht zunächst hätten in Erfahrung bringen können, ob die Fliesen noch zu besorgen sind, BEVOR sie den zusätzlichen Auftrag annehmen. Eben dies ist eine Sachverhaltsfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben nicht eindeutig aufklären kann. Wenn der Auftraggeber Ihnen die Ausführung komplett überlassen hat(Anwesenheit irrelevant) hätten Sie dafür Sorge tragen müssen, den zusätzlichen Auftrag nur dann anzunehmen, wenn entsprechende Fliesen nachbestellt werden können. War es ausdrücklicher Wunsch des Bestellers, mit den vorhandenen Fliesen die Zusatzarbeiten sofort auszuführen - die zeitliche Abfolge und Umstände sind bedeutend - und den Flur z.B erst nach Zukauf zu fliesen, werden Sie das Rsiko wohlmöglich nicht zu tragen haben. Dann müssten Sie nicht nach § 635 BGB nacherfüllen.

Wie Sie sehen ist die Rechtslage nicht eindeutig, jedenfalls müsste sie näger aufgeklärt werden. Bei der geringen Fläche sollte ein Rechtsstreit jedoch nicht initiiert werden, da die Kosten außer Verhältnis wären.,

Wohlmöglich lässt sich der Besteller mit dem Hinweis auf die oben genannte Vorschrift "beschwichtigen".


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen. Sie können den Sachverhalt dazu auch gerne ergänzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 27.01.2019 | 23:01

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Die Beschaffung der Fliesen erfolgte durch mich. Während der Arbeiten hat mich der Kunde beauftragt eine Wand in der Dusche sowie eine Vorwand hinter dem Waschbecken aus optischen Gründen aus den Bodenfliesen auszuführen. Die Arbeitsabfolge sowie auch der Wunsch des Kunden haben die sofortige Ausführung der Sonderwünsche erfordert.
Der Kunde wollte zuerst das Bad fertiggestellt haben um es wieder benutzen zu können. Danach wurde der Küchenboden gefliest. Ich hatte frühzeitig nachbestellt doch war die selbe Charge nicht mehr verfügbar. Es hat aber für die Küche gereicht. Der Flur wurde dann komplett mit den Fliesen aus der Nachbestellung ausgeführt. Der Kunde hat auch die 4-5 Wochen nicht ansatzweise sich beschwert. Erst als die Abnahne anstand.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.01.2019 | 11:03

Entscheidend ist folgende Angae, vorausgesetzt den Tatsachen entsprechend:

"Während der Arbeiten hat mich der Kunde beauftragt eine Wand in der Dusche sowie eine Vorwand hinter dem Waschbecken aus optischen Gründen aus den Bodenfliesen auszuführen. Die Arbeitsabfolge sowie auch der Wunsch des Kunden haben die sofortige Ausführung der Sonderwünsche erfordert. "

Die Farbunterschiede sind nicht ihrem Risikobereich zuzurechnen. Bei Anweisung der Zusatzarbeiten unter der Prämisse sofortiger Ausführung war eine Erkundigung beim Lieferanten, auch nach §§ 311, 242 BGb nicht angebracht.

Anders würde ich den Fall beurteilen, wenn Ihnen Erkenntnisse vorgelegen haben oder hätten vorliegen müssen(!), dass dieses Modell nicht mehr verfügbar sein wird. Dies kann der Fall sein, wenn Sie wussten, einen Restposten an Fliesen aufgekauft zu haben o.ä.

DIe frühzeitige Nachbestellung schliesst dieses nicht aus, spricht aber auch dafür, dass ihre Ausführung der Arbeiten keine Sekundäransprüche nach sich zieht.

Bewertung des Fragestellers 31.01.2019 | 03:21

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 31.01.2019 5/5,0
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