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Familienzusammenführung: Tochter aus Kenia soll zu uns kommen

| 02.01.2010 17:58 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Isabelle Wachter


Ich bin seit mehr als 5 Jahren verheiratet. Meine Ehefrau ist kenianische Staatsbürgerin, sie hat die Niederlasssungserlaubnis §28, Absatz 2 AufenthG. Meine Frau hat eine volljährige Tochter, die ledig in Kenia lebt. Meine Frau, die Tochter meiner Frau und ich sind uns einig, in Deutschland zusammenleben zu wollen.
Meine Frau und ich wären bereit, uns scheiden zu lassen, damit ich Ihre Tochter heiraten könnte. Der Tatbestand der Scheinehe wäre nicht erfüllt, da es eine Heirat aus Liebe und zum Zwecke des Zusammenlebens wäre. Bitte zeigen Sie uns Möglichkeiten und Risiken auf.

Sehr geehrter Fragesteller,

die volljährige Tochter Ihrer Ehefrau kann ohne die Schließung einer Ehe zwischen Ihnen und ihr einen Aufenthaltstitel in Deutschland nur nach § 36 Abs. 2 AufenthG bekommen (Nachzug sonstiger Familienangehöriger). Eine Aufenthaltserlaubnis nach dieser Vorschrift wird jedoch nur erteilt, wenn dies "zur Vermeidung einer außergewöhnlichen Härte erforderlich ist". Eine solche außergewöhnliche Härte wird die Ausländerbehörde in Ihrem Fall wohl nicht darin sehen, dass die erwachsende Tochter Ihrer Ehefrau gerne mit Ihnen beiden in Deutschland leben möchte. Zudem müsste der Lebensunterhalt der nachzugswilligen Tochter gemäß § 5 Abs. 1 AufenthG gesichert sein.

Kurzum: Bei dem Versuch eines Familiennachzugs zu Ihrer Frau (der Mutter der Nachzugswilligen) ist im Visumsverfahren mit Schwierigkeiten zu rechnen.

Wenn Sie sich entscheiden, sich von Ihrer jetztigen Frau scheiden zu lassen, können Sie anschließend deren Tochter entweder in Kenia heiraten und nach der (staatliche) Eheschließung einen Antrag auf Erteilung eines Visums zur Familienzusammenführung in der deutschen Auslandsvertretung in Kenia stellen, oder aber die Tochter kann mit einem sogenannten "Heiratsvisum" nach Deutschland einreisen, und Sie können dann die Ehe mit ihr in Deutschland schließen. Nach erfolgter Eheschließung hat die Tochter Ihrer jetztigen Ehefrau einen Anspruch auf Erteilung eines Aufenthaltstitels nach § 28 Abs. 1 Nr. 1 AufenthG.

Ihre jetztige Ehefrau könnte trotz der Scheidung von Ihnen nicht aus Deutschland ausgewiesen werden, da sie mit der Niederlassungserlaubnis einen unbefristeten Aufenthaltstitel besitzt.

In Anbetracht der Tatsache, dass Sie gegenwärtig mit der Mutter Ihrer (eventuell) zukünftigen Ehefrau verheiratet sind, müssen Sie sich allerdings darauf gefasst machen, dass die Ausländerbehörde an Ihrem Wohnsitz, die der Erteilung eines nationalen Visums durch eine deutsche Auslandsvertretung zustimmen muss, Ihnen eine Scheinehe unterstellt. Sie werden dann darlegen und glaubhaft machen müssen, dass Sie mit der Tochter Ihrer jetztigen Frau tatsächlich eine Ehe führen. Möglicherweise kommt ein verwaltungsgerichtliches Verfahren gegen die Verwaltungsbehörde (Ausländerbehörde) auf Sie zu, in dem Sie dann beweisen müssen, dass Sie ein "echtes" Ehepaar sind.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage gegeben zu haben. Gerne stehe ich Ihnen über die kostenlose Nachfragefunktion für weitere Informationen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,

Bewertung des Fragestellers 04.01.2010 | 11:49

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