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Familienrecht, Unterhalt

| 08.11.2013 10:22 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Mit meinem späteren Mann bin ich vor 13 Jahren in die Türkei ausgewandert und habe mein Geld in einer eigenen Boutique verdient. Auf Wunsch meines Mannes hab` ich dann den Laden schweren Herzens verkauft , in dem ich von morgens 9 bis oft 22 oder 24 Uhr arbeitete um mich mehr um Ihn, Haushalt und um mein Kind aus erster Ehe zu kümmern. Er hat dann das Geld verdient. 2007 haben wir dann in Deutschland geheiratet. Wenige Monate später ist er dann ausgezogen (wegen einer Jüngeren - ich bin 55) und mittlerweile ist er wieder nach Deutschland zurück gewandert und arbeitet da angestellt.
Ich lebte von meinem Gesparten und einer Erbschaft; das ist nun aufgebraucht.. Aus der Vermietung einer kleinen Wohnung bekomme ich monatlich, nach Abzug der Verwaltungs- und Finanzierungskosten, ca € 100..

Steht mir Unterhalt zu und wie wird der berechnet und wie kann ich die Forderung kostengünstig gelten machen (ich weiß nicht, wo er in Deutschland wohnt? Geld um Anwalt zu bezahlen hab ich wenig, was würde ein Anwalt kosten und was das Gericht?

Vielen Dank

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Sehr geehrte Fragestellerin,


unter Berücksichtigung des von Ihnen dargestellten Sachverhalts und Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten:


Soweit sich Ihr Unterhaltsanspruch nach deutschem Recht richtet, kommt es darauf an, ob Ihr Mann leistungsfähig ist und Sie bedürftig sind.

Im einzelnen bedeutet dies, dass Ihr Mann ein Einkommen über dem ihm zustehenden Selbstbehalt von 1.100 € erzielen müsste.

Weiterhin gilt nach einer Trennung bei einer Ehe ohne gemeinsame Kinder zumindest nach einer Übergangsfrist der Grundsatz der Eigenverantwortung. Wenn die Trennung also schon einige Jahre zurückliegt, ist Ihnen eigentlich abzuverlangen, dass Sie Ihren Lebensunterhalt selber verdienen. Wenn Sie hierzu wegen Krankheit oder Arbeitslosigkeit nicht in der Lage sind, kommt ein Unterhaltsanspruch in Betracht.

Ob überhaupt und ggf. in welcher Höhe ein Unterhaltsanspruch besteht, lässt sich aus Ihren Angaben nicht errechnen. Grundsätzlich gilt, dass Ihnen die Hälfte der Differenz der beiderseitigen Einkünfte (nach Abzug des Erwerbstätigenbonus bei Arbeitseinkünften) zusteht. Der Selbstbehalt des Ehemannes ist aber immer zu berücksichtigen.

Die Anwalts- und Gerichtskosten richten sich nach dem Gegenstandswert, also nach der Höhe des Unterhaltsanspruchs. Es besteht, wenn Sie wenig Geld haben, aber die Möglichkeit, Beratungs- bzw. Verfahrenskostenhilfe in Anspruch zu nehmen, so dass bei entsprechenden Einkommens- und Vermögensverhältnissen die Verfahrenskosten von der Landeskasse übernommen werden.

Sie sollten sich bei dem für Ihren Wohnort zuständigen Amtsgericht einen Beratungshilfeschein ausstellen lassen und dann einen Anwalt beauftragen, der zunächst die aktuelle Anschrift des Ehemannes ermittelt und Auskunft über dessen Einkommen verlangt. Erst dann lässt sich absehen, ob die weitere Verfolgung Ihrer Unterhaltsansprüche erfolgversprechend ist.


Bitte beachten Sie, dass dieses Forum eine erste Orientierung bieten, nicht aber die persönliche Beratung ersetzen kann. Oft ergeben sich dabei Details, die zu einer anderen Bewertung führen.

Dennoch hoffe ich, dass Ihnen meine Antwort weiterhilft und wünsche Ihnen viel Erfolg.


Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel

Nachfrage vom Fragesteller 08.11.2013 | 12:06

Danke für ihre Antwort, Frau Holzapfel.

da ich in der Türkei lebe und wegen meiner Tochter auch schlecht weg kann, hoffe ich doch, dass dieser Umstand bei der Bemessung keine Rolle spielt.
Muss ich persönlich zum Amtsgericht einen Beratungshilfeschein beantragen und wenn ja, zu welchem; mein Wohnsitz ist Türkei, der meines Mannes mir unbekannt?
Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich mich in der Lage sehe selbst zu Gericht und Ämtern zu gehen. Kann ich einen Anwalt vor Ort (wo) beauftragen und mit welchen Kosten muss ich rechnen, wenn mein Mann angenommen 2000 € verdient, ich € 100 monatlich aus Vermietung. Muss ich die vor der Ehe gekaufte vermietete Wohnung verkaufen?

Danke Frau Holzapfel

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.11.2013 | 12:33

Sehr geehrte Fragestellerin,


wenn Sie in der Türkei leben, ist zu prüfen, ob nicht türkisches Recht Anwendung findet und ob Sie ggf. in der Türkei klagen können. Deutsches Recht dürfte vor allem dann in Betracht kommen, wenn Sie mit Ihrem Mann eine wirksame Rechtswahl dahingehend getroffen haben, dass deutsches Recht Anwendung finden soll.

Um unabhängig von dem anzuwendenden Recht in Deutschland klagen zu können, müssten Sie ggf. über eine Einwohnermeldeamtsanfrage bei dem letzten bekannten Wohnort Ihres Mannes den jetzigen Wohnort ermitteln und dort einen Anwalt beauftragen, der dann für Sie ggf. auch Beratungshilfe beantragen kann.

Bei einem angenommenen Unterhaltsanspruch von 800 € ergibt sich ein Streitwert von 9600 €. Das Prozessrisiko in I. Instanz liegt damit bei gut 4000 €.

Ihre Wohnung müssen Sie nicht verkaufen. Der Umstand, dass diese Wohnung vorhanden ist, wird allerdings bei der Berechnung des Unterhalts berücksichtigt, z. B. durch die Anrechnung der Mieteinnahmen.


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel


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Bewertung des Fragestellers 08.11.2013 | 12:45

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"Danke, Frau Rechtsanwältin Holzapfel für ihre schnelle und kompetente Antworten."
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 08.11.2013 5/5,0
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