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Familienrecht Kindesunterhalt Immobilienkredit

| 27.04.2015 12:20 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Notarin und Rechtsanwältin Anja Holzapfel


Zusammenfassung: zur Berechnung des Kindesunterhalts bei eigener Immobilie

Ein Kind aus erster Beziehung.
Zweites Kind aus einer Ehe mit anderer Frau, nun Trenung und irgendwann Scheidung.
Vorher gemeinsames Haus gekauft, beide sind Kreditnehmer und hälftige Eigentümer.
Nun verkauft meine Frau ihre Hälfte an meine neue Partnerin.

Nun zum Kindesunterhalt:
Mein Einkommen wird ja durch die laufenden Zahlungsverpflichtungen für Verbindlichkeiten, die im Einverständnis des anderen Ehegatten oder bereits vor der Ehe begründet wurden, gemindert. Also den Kredit, hier wohl den hälftigen.

So weit, so klar.
Wie wirkt sich das auf den Unterhalt für das erste Kind aus, das ja aus einer anderen Beziehung stammt? Da müsste man doch auch das um den halben Kredit reduzierte Einkommen zu Grunde legen? Falls nicht, wäre Kind 1 gegenüber Kind 2 ja im finanziellen Vorteil, was an sich nicht sein kann.


Einsatz editiert am 27.04.2015 12:25:11

Sehr geehrter Fragesteller,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Grundsätzlich wirken sich veränderte finanzielle Verhältnisse auch für Kinder aus früheren Beziehungen aus. Allerdings ist nicht einfach der Kredit abzuziehen; im Gegenzug ist auch die durch die Nutzung der Immobilie ersparte Miete hinzuzurechnen. Jemand, der keine Immobilie besitzt, muss schließlich Miete zahlen und kann diese Belastung nicht absetzen.

Darüber hinaus muss im Regelfall zumindest der Mindestunterhalt gezahlt werden. Das Abzahlen der eigenen Immobilie zulasten des Mindestunterhalts wird von den Gerichten üblicherweise nicht akzeptiert.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen


Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-

Nachfrage vom Fragesteller 27.04.2015 | 12:55

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Das mit dem Mindesunterhalt ist klar, es soll ja auch bezahlt werden.

Das mit der Miete verstehe ich nur bedingt.

Konkretes Beispiel: Gesamter Kredit (Tilgung und Zinsen) EUR 2.400.-
Vermietet bekäme ich das Haus für EUR 3.000.-, wie sieht die Rechnung dann aus? Dann stünde ich ja schlechter da als vorher, wenn die Miete höher als der Kredit ist.
Oder kann man nur die Zinsen rechnen?
Außerdem ist die Kapital-Anlage in die eigene Immobilie ja auch eine Altersvorsorge, die erbtechnisch auch den Kindern mal zu Gute kommen wird. Das müsste doch auch berücksichtigt werden.


Unter:
http://www.oeffentlichen-dienst.de/wirtschafts-news/129-familienrecht/676-beruecksichtigungsfaehige-schulden.html

finden sich die folgenden Zeilen. Das würde dann Ihren Ausführungen ein wenig widersprechen.

So gilt beispielsweise, dass ein Immobilienkredit dann mit berücksichtigt wird, wenn zumindest der Mindestunterhalt für das jeweilige Kind sichergestellt ist. Der Mindestunterhalt ist in der Düsseldorfer Tabelle je nach Altersstufe und Einkommensgruppe angegeben. Ein Mangelfall sollte jedoch aufgrund des Schuldenabzugs vom Einkommen vermieden werden. Hat jedoch der Ehegatte, bei dem das Kind nach der Trennung lebt, bereits vor der Trennung einen Kredit zugestimmt, so ist dieser voll abzugsfähig.

Über eine kurze Antwort freue ich mich.

Herzlichen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.04.2015 | 13:17

Sehr geehrter Fragesteller,



gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:


Die Frage ist, ob der Wohnwert höher oder geringer ist als der Kredit: Wenn die erzielbare Kaltmiete bei 3000 € liegt, der Abtrag aber nur bei 2400 €, erhöht sich Ihr Einkommen um insgesamt 600 €. Im Regelfall ist es aber umgekehrt: Der Abtrag ist häufig höher als der Mietwert. In diesem Fall - und das entspricht genau der von Ihnen zitierten Fundstelle - muss geklärt werden, ob der sogenannte negative Wohnwert beim Kindesunterhalt berücksichtigt wird. Und das kommt regelmäßig nur dann in Frage, wenn der Mindestunterhalt gesichert ist.

Der Wohnwert ist deshalb zuzurechnen, weil der Mieter seine Miete aus dem Selbstbehalt zahlen muss. Er hat also 1080 € Selbstbehalt, muss davon aber seine Miete bezahlen. Entsprechend ist Ihnen, wenn Sie den Kredit abziehen, der sogenannte Vorteil mietfreien Wohnens hinzuzurechnen. Das ist absolut ständige Rechtsprechung.

Solange der Mindestunterhalt gewahrt ist, sind zunächst die Zinsen abzugsfähig. Die Tilgung darf jährlich bis zu 4 % Ihres Vorjahres-Bruttoeinkommens betragen; in diesem Umfang ist sie als zusätzliche Altersvorsorge abzugsfähig.

Der "erbtechnische" Aspekt ist leider nicht zu berücksichtigen, da der Gesetzgeber davon ausgeht, dass der laufende Unterhalt Vorrang vor solchen Überlegungen hat.


Ich hoffe, ich konnte die Unklarheiten beseitigen und verbleibe


mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel

Bewertung des Fragestellers 27.04.2015 | 13:39

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