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Familiennachzug / Praktikum / Arbeitsgenehmigung

| 20.05.2009 11:34 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Guten Tag,

Ich komme aus der Schweiz (Schweizer Staatsbügerschaft) und möchte nächstes Jahr aus beruflichen Gründen für 10 Monate nach Berlin ziehen. Meine Frage betrifft meine Malaysische Ehefrau (29 Jahre alt):

Wir wohnen in der Schweiz, wo sie eine Aufenthaltsgenehmigung besitzt. Sie möchte mich nächstes Jahr nach Berlin begleiten und würde während dieser Zeit gerne ein Praktikum im Sozialwesen absolvieren. Sie hat bereits eine (unentgeltliche) Praktikumsstelle in Berlin gefunden (diese Stelle hat sie selbstständig, ohne Vermittlung anderer Stellen, gefunden).

Braucht meine Frau eine Arbeitsgenehmigung um ein unentgeltliches Praktikum von 10 Monaten zu absolvieren?
Wenn ja: ist sie mit einem Visum zum Familiennachzug dazu berechtigt, eine Erwerbstätigkeit (ein Praktikum) aufzunehmen?
Wie ist es mit Schengen: dürfte meine Frau während den 3 Monaten, während denen sie sich hier (im Schengen Raum) Visumfrei aufhalten darf, auch mit ihrem Praktikum beginnen?

Wie müssen wir jetzt bei der Visabeantragung vorgehen: sollen wir für meine Frau eher ein Visum zum Familiennachzug beantragen (sie verfügt bereits über einfache Deutschkenntnisse), oder sollen wir eher ein Visum zum Zweck eines Praktikums (Erwerbstätigkeit?) beantragen, also unabhängig von mir? Was ist besser, was raten Sie uns?

Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich wie folgt beantworten:

Gemäß dem "Abkommen zwischen der Europäischen Gemeinschaft und ihren Mitfliedstaaten einerseits und der Schweizerischen Eidgenossenschaft andererseits über die Freizügigkeit" sind Sie als Schweizer Staatsangehöriger berechtigt, nach Deutschland einzureisen und eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Daher hat auch Ihre Ehefrau das Recht, mit Ihnen in Deutschland ihren Aufenthalt zu nehmen, und sie ist berechtigt, in Deutschland auch einer Erwerbstätigkeit nachzugehen, auch ein Praktikum durchzuführen.

Ihrer Frau ist zu diesem Zweck, sobald Ihnen eine Aufenthaltserlaubnis erteilt wurde, eine Aufenthaltserlaubnis von der für Ihren künftigen Wohnort in Deutschland zuständigen Ausländerbehörde zu erteilen. Ihre Frau wird bei der Vorsprache folgende Unterlagen vorlegen müssen:

- ihren Pass,
- eine Bescheinigung der Schweizer Behörden über Ihre Ehe,
- ein Bescheinigung der Schweizer Behörden darüber, dass Sie und Ihre Frau in der Schweiz in häuslicher Gemeinschaft leben bzw. gelebt haben.

Das Recht Ihrer Frau auf Wohnsitznahme in Deutschland gemeinsam mit Ihnen wäre nur ausgeschlossen, wenn sie aufgrund eines Einreiseverbots - weil sie sich früher einmal illegal in Deutschland aufgehalten hätte oder ausgewiesen oder abgeschoben worden wäre - nicht nach Deutschland einreisen dürfte. Ich gehe davon aus, dass dies nicht der Fall ist.

Sie sollten sich also, sobald Sie nach Deutschland umziehen, mit der Ausländerbehörde in Berlin in Verbindung setzen und darum bitten, dass man Ihnen und im unmittelbaren Anschluss auch Ihrer Frau Aufenthaltserlaubnisse für Deutschland auf der Grundlage des oben bezeichneten Freizügigkeitsabkommens erteilen möge. Die Kontaktierung einer deutschen Auslandsvertretung in der Schweiz vor dem Umzug nach Deutschland ist entbehrlich, die deutsche Botschaft wird Ihnen nur mitteilen, dass Sie sich mit der Ausländerbehörde in Berlin in Verbindung setzen sollen, sobald Sie in Berlin eingetroffen sind.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen. Für eine Nachfrage stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Rückfrage vom Fragesteller 20.05.2009 | 15:25

Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Ich habe nur eine kurze Nachfrage: so, wich ich Sie verstanden habe, können wir direkt bei Ankunft in Berlin um eine Aufenthaltserlaubnis bitten. Ich nehme an, dass es ein paar Wochen dauert, bis uns diese erteilt wird. Könnte meine Frau trotzdem schon mit ihrem Praktikum anfangen? Aufgrund der Schengen Verträge darf sie sich ja bis zu 3 Monaten in Deutschland aufhalten, mir ist aber nicht klar, ob sie dann auch als Praktikantin (unentgeltlich) tätig sein dürfte? Im voraus vielen Dank für Ihre Hilfe.

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 20.05.2009 | 15:52

Eigentlich sollte es nicht einige Wochen dauern, bis die Aufenthaltserlaubnis ausgestellt wird, sondern die Aufenthaltserlaubnis sollte direkt bei der Vorsprache ausgestellt werden. Sie und Ihre Frau müssen gemeinsam bei der Ausländerbehörde vorsprechen, Sie legen bitte Ihren Pass bzw. Personalausweis, eine Meldebescheinigung für Ihre Wohnung in Deutschland, Ihren Mietvertrag und Ihren Arbeitsvertrag vor und erhalten dann eine Aufenthaltserlaubnis, die Ihr Recht, in Deutschland zu leben und zu arbeiten, bescheinigt. Ihre Frau legt sodann die oben genannten Unterlagen vor und erhält ihrerseits, da Sie eine Aufenthaltserlaubnis erhalten haben, ebenfalls eine Aufenthaltserlaubnis. Dies alles kann während der Vorsprache erfolgen, ohne weitere Wartezeiten. Eventuell sollten Sie vor Ihrem Umzug nach Deutschland einmal bei der Ausländerbehörde in Berlin anrufen, um zu fragen, ob alles so reibungslos ablaufen kann und ob Sie eventuell noch Passbilder oder dergleichen mitbringen müssen.

Da man es bei einer so großen Behörde wie der Ausländerbehörde in Berlin und angesichts des Umstands, dass Ihr Fall schon recht speziell ist, aber nie definitiv wissen kann, ob die Ausländerbehörde Ihre Angelegenheit so zügig behandelt, wie dies idealerweise geschehen sollte, lege ich Ihnen noch Folgendes dar:

Ihr Aufenthaltsrecht in Deutschland besteht unabhängig davon, dass Sie ein Papier mit der Aufschrift "Aufenthaltserlaubnis" in Händen halten, die Aufenthaltserlaubnis, deren Erteilung Sie von der Ausländerbehörde beanspruchen können, ist lediglich deklaratorischer Natur. Ihre Frau hat nach dem Wortlaut des Freizügigkeitsabkommens dasselbe Recht, solange Sie ein Aufenthaltsrecht in Deutschland haben und Sie beide gemeinsam in Deutschland Aufenthalt nehmen, ebenfalls unabhängig vom Vorliegen einer Aufenthaltserlaubnis in gedruckter Form. Sie hat des Weiteren das Recht auf Zugang zu einer Erwerbstätigkeit, mithin also auch das Recht, ein Praktikum zu beginnen, auch wenn sie die Aufenthaltserlaubnis noch nicht in Händen hält. Nach dem Freizügigkeitsabkommen ist dies kein Problem. Möglicherweise fordert aber der Praktikumsgeber die Vorlage der Aufenthaltserlaubnis. Sie sollten daher wirklich am besten vor Ihrer Einreise nach Deutschland mit der Ausländerbehörde in Berlin abklären, dass Ihnen und dann auch Ihrer Frau die Aufenthaltserlaubnisse kurzfristig während einer Vorsprache ausgestellt werden können.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)

Bewertung des Fragestellers 20.05.2009 | 15:53

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