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Familienheimfahrten - keine Anerkennung für 2007

22.08.2008 16:13 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Schweizer


ich bin im Jahr 2004 berufsbedingt an einen 600 km entfernten Ort gezogen. 2006 bin ich zu meinem Freund, welcher ebenfalls beruftsbedingt 400 km weit weg gezogen ist, gezogen. Ich stehe nicht im Mietvertrag, hatte auch nie eine eigene Wohnung an meinem Heimatort (Zimmer bei Eltern).
Bis 2006 hat das FinAmt die Heimfahrten anerkannt, für das Jahr 2007 mit Hinweis auf § 9 Abs. 1 Nr. 4 EStG abgelehnt, da wohl davon auszugehen sei, dass mein Lebensmittelpunkt am Arbeitsort sei, da ich eine gemeinsame Wohnung mit meinem Freund habe. Weiterhin hat sich das FinAmt eine Prüfung der Vorjahre nach § 173 AO vorbehalten.

M.E. befindet sich mein Lebensmittelpunkt weiterhin an meinem Heimatort, da ich
1. weiterhin etwa 13 x jährlich dort hinfahre (berufsbedingt und aufgrund der Entfernung nicht öfter möglich)
2. auch oft zu der Heimatadresse meines Freundes fahre (er bekommt die Heimfahrten anerkannt, für 2007 steht eine Entscheidung noch aus)
3. weiterhin in meinem Sportverein am Heimatort aktiv bin
4. sich mein Familien- und Freundeskreis am Heimatort befindet
5. am Arbeitsort keine persönlichen Kontakte zu anderen, außer durch die Arbeit kennen gelernte, Personen pflege

Lohnt sich ein Einspruch, auch unter dem Hinweis § 173 AO, beim Finanzamt? Wie könnte ich diesen besser begründen?

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Online-Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben gerne wie folgt beantworten möchte:

Die Familienheimfahrten müssten dann anerkannt werden, wenn Sie Ihren Lebensmittelpunkt weiterhin an ihrem Heimatort hätten UND Sie dort auch einen eigenen Hausstand unterhalten würden.

Aufgrund Ihrer Darstellung ist davon auszugehen, dass Sie Ihren Lebensmittelpunkt weiterhin an Ihrem Heimatort haben.

Kritisch ist hier jedoch die 2. Voraussetzung, nämlich der EIGENE HAUSSTAND.
Ein eigener Hausstand liegt nicht vor bei Arbeitnehmern, die – wenn auch gegen Kostenbeteiligung – in den Haushalt der Eltern eingegliedert sind oder in der Wohnung der Eltern lediglich ein Zimmer bewohnen (BFH vom 05.10.1994, VI R 62/90 – BStBl 1995 II S. 180).
So verhält es sich aber in Ihrem Fall, da Sie nach Ihren Angaben am Heimatort nie eine eigene Wohnung gehabt haben, sondern bei Ihren Eltern ein Zimmer bewohnen.

Deshalb ist die Entscheidung des Finanzamtes auch nicht zu beanstanden, sodass ein Einspruch keine Aussicht auf Erfolg hätte.

Ich bedauere, Ihnen keine bessere Entscheidung übermitteln zu können, hoffe aber trotzdem, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.

Mit besten Grüßen

Reinhard Schweizer
Rechtsanwalt, Dipl.-Finanzwirt

Nachfrage vom Fragesteller 23.08.2008 | 20:11

Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
Mich wundert nur, dass das FinAmt in den letzten drei Jahren die 13 Heimfahrten und deren Einreichung anerkannt hat und jetzt nicht mehr. Man kann doch etwas nicht erst anerkennen und dann mit dem Hinweis auf die bestehende Rechtlage auf einmal nicht mehr anerkennen, oder?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.08.2008 | 20:45

Doch das geht, da im Bereich der Einkommensteuer das Prinzip der Abschnittsbesteuerung gilt, d. h. jedes Jahr ist selbstständig zu beurteilen.

Ergänzung vom Anwalt 23.08.2008 | 10:40

Auch der Hinweis des Finanzamtes auf § 9 Abs. 1 Nr. 4 EStG ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, da Sie jährlich nur 13 Familienheimfahrten durchführen.
Die Finanzverwaltung verlangt im Regelfall, dass der Arbeitnehemr die Wohnung im Durchschnitt mindestens zweimal monatlich aufsucht (R 9.10 Abs. 1 Satz 8 LStR).

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