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Familienbetrieb hat Schulden. GBR oder Teilverkauf,.. was ist am sinnvollsten?

| 10.11.2012 17:26 |
Preis: ***,00 € |

Kredite


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich arbeite nun seit 5 Jahren im Pflegedienst meines Vaters.
Ich bin mittlerweile studierter Gesundheits- und Sozial-Ökonom und mache mit ihm
zusammen die Geschäftsführung.
Wir betreuen ausschließlich Wohngemeinschaften für Demenzkranke Menschen.

Über die letzten 2 Jahre hat sich über verschiedene Auslöser ein Schuldenberg in Höhe von ca. € 200.000,- gebildet.

Einer dieser Auslöser waren Investitionen um an einen sicheren und rentablen Punkt zu gelangen.

Mittlerweile zahlen sich diese Investitionen gemessen am monatlichen Gewinn bemerkbar aus, jedoch ist die Zeitspanne mit den Gläubigern zu verhandeln nun voll ausgereizt, sodass 3 Sozialversicherungsträger einen Antrag auf Insolvenzverfahren gestellt haben.

Ohne diesen "Klotz" am Bein, wären wir ab sofort ein rentables Unternehmen mit einer bennenswerten Klientenzahl.

Nun stellt sich mir die Frage mit welcher sinnvollen Strategie wir das Unternehmen aufrecht erhalten können?!

Die Ausgangslage ist meine "Schuldenfreiheit", d.h. ich würde gerne einen Kredit beschaffen womit wir die Schulden restlos ausgleichen können.

2 Möglichkeiten stehen im Raum: 1. Einstieg als Gesellschafter mit einer ausreichenden Einlage (GBR) 2. Teilverkauf an mich

Punkt 2 würde ich vom Gefühl her am liebsten sofort ausschließen, da dies finanziell und strategisch unternehmerisch für beide Seiten Nachteile bringen würde.

Zu Punkt 1 stellt sich mir die Frage mit was für einer Form "Kredit" ich am meisten Chancen bei der Bank habe diesen zu bekommen?
Immerhin können wir ein profitables Unternehmen darstellen!

Das Problem an einem Investitionskredit ist jener das ich diesen in einer Rentabilitätsrechnung nicht sinnvoll darstellen kann, da wir uns (ohne Schulden) selbst in einer guten finanziellen Situation befinden.

Der Kredit ist leider unumgehbar da die Gläubiger nicht mehr mit sich verhandeln lassen.
Oder gibt es eine andere Möglichkeit?

Seit gestern wurde das Geschäftskonto vorübergehend von dem vom Gericht beauftragten Insolvenz-Gutachter gesperrt, bzw. übernommen.

Die Zeit rennt also, und es wäre zu schade das Unternehmen nach allen Aufwendungen an diesem Punkt zu verlieren.

Ich bedanke mich im vorraus für die Antwort.

MfG GF

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes im Rahmen einer ersten rechtlichen Einschätzung gern nachfolgend beantworte.

Ihr Anliegen möchte ich in drei Teilbereiche aufgliedern: Unternehmensbeteiligung, Darlehen und Insolvenzverfahren.

Als Unternehmensbeteiligung stehen GbR und Teilverkauf nicht in einem Alternativverhältnis. Würde Ihr Vater Ihnen Teile des Unternehmens verkaufen und Sie das Unternehmen anschließend gemeinsam betreiben, so würde dies eine GbR darstellen. Einen Ratschlag, was hier die beste Vorgehensweise wäre, kann nicht seriös pauschal erteilt werden. Hier müssen eine Vielzahl von Faktoren berücksichtigt werden, die die vollständige Aufklärung des Sachverhalts durch einen Rechtsanwalt oder gegebenenfalls einen Steuerberater erfordern.

Ein Darlehen erhalten Sie von einer finanzierenden Bank für gewöhnlich, wenn Sie entweder einen tragfähigen Business-Plan vorlegen oder Sicherheiten bieten können. Teilweise wird auch beides verlangt. Es existieren auch verschiedene Fördermodelle, die explizit Investitionen in Unternehmen fördern. Ich gehe aber davon aus, dass jede Bank, der Sie Ihre Situation schildern, erst einmal den weiteren Gang des Insolvenzverfahrens abwarten wollen wird, wenn Sie die Notwendigkeit des Kredits mit der Investition in das Unternehmen Ihres Vaters begründen.

Die beiden vorigen Absätze sind deshalb aller Voraussicht nach Makulatur. Ich gehe davon aus, dass inzwischen ein vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt wurde gem. § 21 II Nr. 1 InsO . Zudem hat das Insolvenzgericht - wie Sie mitteilen - bereits verschiedene Sicherungsmaßnahmen zugunsten der Gläubiger angeordnet. Das Insolvenzgericht wird deshalb mit Hilfe des vorläufigen Insolvenzverwalters darüber entscheiden, ob das Insolvenzverfahren durchgeführt wird. Spätestens bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens verliert Ihr Vater dann die Verfügungsbefugnis hinsichtlich des Unternehmens. Möglicherweise hat das Insolvenzgericht bereits den vorläufigen Insolvenzverwalter mit der Verfügungsbefugnis ausgestattet.

Sie sollten sich deshalb primär an den vorläufigen Insolvenzverwalter halten und Ihre Ideen mit diesem besprechen. Regelmäßig werden die vorläufigen Insolvenzverwalter bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens wieder bestellt. Wenn Sie hiermit nichts erreichen, wird Ihnen nichts anderes übrig bleiben, als einen auf dem Gebiet des Insolvenzrechts spezialisierten Rechtsanwalt zu beauftragen, der Sie hierbei unterstützt.

Auch im Insolvenzverfahren ist es möglich das Unternehmen fortzuführen und der Insolvenzverwalter würde sich, wenn er das Unternehmen als wirtschaftlich zukunftsfähig einschätzt, um Geldgeber und Stundung der Forderungen der Gläubiger bemühen.

Aber ein Alleingang ohne Abstimmung mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter erscheint in Ihrem Fall wenig erfolgsversprechend.

Ich bedaure Ihnen keine erfreulicheren Nachrichten überbingen zu können und hoffe, dass meine Antwort Ihnen trotzdem weitergeholfen hat. Zudem wünsche Ihnen viel Erfolg in dieser Angelegenheit.

Bitte beachten Sie, dass meine Antwort nur eine erste Einschätzung darstellt. Dies kann eine persönliche Beratung regelmäßig nicht ersetzen.

Mit freundlichen Grüßen

- Ivo Glemser -
Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 10.11.2012 | 20:19

Sehr geehrter Herr Glemser,
vielen Dank für Ihre Antwort.

Ihr Zitat:
Als Unternehmensbeteiligung stehen GbR und Teilverkauf nicht in einem Alternativverhältnis. Würde Ihr Vater Ihnen Teile des Unternehmens verkaufen und Sie das Unternehmen anschließend gemeinsam betreiben, so würde dies eine GbR darstellen.

Mit dem Teilverkauf meine ich es so, das ich mit dem gekauften Teil einen eigenen Pflegedienst eröffnen würde.
Der Pflegedienst meines Vaters könnte aufgrund der Einnahme (min. in der Höhe der Schulden) ebenfalls weiter bestehen.

Ich frage mich ob diese Variante die Entscheidung der Bank über die Bewilligung eines Kredits erleichtert?

Im Kern ging es mir in der Fragestellung um die richtige Strategie bei der Bank, um möglichst chancenreich einen Kredit bewilligt zu bekommen.

In dem Moment wo dem Insolvenzverwalter ein Investor (mit einer Einlage welche die Schulden deckt) vorstellig wird, denke ich ebenfalls sollte es keine Probleme geben das Unternehmen weiterführen zu können.

MFG

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 11.11.2012 | 11:48

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Eine Übertragung von Betriebsteilen ist grundsätzlich natürlich möglich. Und eine finanzierende Bank würde in diesem Fall ein Darlehen auch eher geben.

Voraussetzung wäre auch dann aller Voraussicht nach ein Business-Plan und möglicherweise von Ihnen zu stellende Sicherheiten. Dies ist zunächst die richtige "Strategie", stellt allerdings überwiegend keine Rechtsfrage, sondern eine betriebswirtschaftliche Aufgabe dar.

Das Problem liegt aber auch in diesem Fall darin, dass Ihr Vater möglicherweise schon jetzt nicht mehr über den Betrieb verfügen kann bzw. der vorläufige Insolvenzverwalter zustimmen müsste. Zudem dauert es - auch bei einer positiven Entscheidung einer Bank - erfahrungsgemäß einige Zeit bis Ihnen das Geld tatsächlich zur Verfügung steht.

Deshalb bleibt mein Rat an Sie derselbe: Sprechen Sie Ihre Idee mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter ab. Ohne dessen Zustimmung wird sich Ihr Vorhaben wahrscheinlich nicht verwirklichen lassen.

Mit freundlichen Grüßen

- Ivo Glemser -
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 13.11.2012 | 17:53

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