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Familie in Deutschland - Arbeit in der Schweiz. Was muss ich beachten?


06.05.2013 16:22 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Zusammenfassung: Quellenbesteuerung von internationalen Wochenaufenthaltern ohne steuerrechtlichen Wohnsitz in der Schweiz


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich werde ab September an einer Hochschule in der Schweiz (öff. Dienst) anfangen. Meine Familie (Mann und Tochter 5 Jahre) bleiben weiterhin in Deutschland (DE) (die Strecke zwischen Arbeitsort und Wohnort betraegt über 800 km), wo wir ein Haus besitzen. Ich habe vor, regelmässig nach Hause zu fliegen. Momentan ist es schwer für mich zu sagen wie oft und in welchem Umfang ich nach Hause fahren werde. Vielleicht jede Woche, oder alle zwei Wochen. Da ich an der Hochschule keine Präsenzpflicht habe, kann es sein dass ich eine Woche in D und dann eine Woche in der CH manchmal aufhalte. Mehr als 60 Arbeitstage werde ich in der CH aber auf jeden Fall verbleiben. Nach einem Jahr plane ich meine ganze Familie in die Schweiz mitzunehmen.

Nun kommen meine Fragen:

1. Kann ich in der Schweiz eine Aufenthaltsbewilligung „B" beantragen? Muss ich mich dafür in DE abmelden? Wie sieht meine steurliche Situation aus? Was passiert zum Beispiel wenn ich doch mit der Aufenthaltsbewilling „B" regelmässig nach Hause fahre? Normaleweise wird die 60-Tage Regel nur im Bezug auf die Gränzübergänger angesprochen. Mir ist klar, dass sogar wenn ich die Aufenthaltsbewilligung „B" habe, bleibt mein Lebenspunkt weiterhin in Deutschland, da meine Familie da ist und ich da auch ein Haus habe, so dass ich auch in DE eine Steuererklärung abgeben muss (unbeschränkt steuerpflichtig bin). Ist die 60-Tage Regelung immernoch aktiv sogar bei Aufenthaltsbewilling „B"?

Oder muss ich mich zwingend als Grenzübergängerin (in meinem Fall Wochenaufenthalterin) anmelden in dem ich das Formular GRE 1 bei meinem Finanzamt abgebe? Der Hinergrund meiner Frage liegt darin, dass die Schweiz eventuel die Kontingentierung für die Deutsche einführt so dass der von uns geplannten Familiennachzug scheitern kann, falls ich als Gränzuebergaengerin gemeldet bin, und nicht eine Aufenthaltsbewilligung „B" besitze.

2. Falls ich doch einige Tage in DE verbringe als „home office", wie kann ich diese Tage in DE versteuern? Muss mein Arbeitsgeber in der CH tatsächlich unterschreiben dass ich an diesen Tagen nicht in der Schweiz war?

Mit freundlichen Grüßen


Einsatz editiert am 06.05.2013 16:32:32
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
1. Sie können natürlich die Bewilligung B beantragen, da Sie in der Schweiz einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Hier haben Sie allerdings nach wie vor Ihre Ansässigkeit nach DBA in Deutschland.
Sie können sich aber auch als Internationaler Wochenaufenthalter, also Bewilligung G, einzustufen lassen, wenn Sie am Wochenende regelmäßig nach Hause fahren und an Ihrem Arbeitsort eine Wohnung inne haben, was wohl eher Ihrem Status entspricht . Als internationaler Wochenaufenthalter haben Sie keinen Anspruch auf eine nachträglich ordentliche Veranlagung, da lediglich eine beschränkte Steuerpflicht in der Schweiz vorliegt. In Falle der Geltung als internationaler Wochenaufenthalter sollten Sie sich gerade nicht in Deutschland abmelden. Die 60 Tage Regelung spielt nur bei Grenzgängern eine Rolle, also nicht wenn Sie eine Bewilligung B haben. Hier wird der Lohn der Quellensteuer in der Schweiz unterworfen. Als Wochenaufenthalter können Sie die Reisekosten und die Wohnkosten im Rahmen der Quellensteuertarifkorrektut jährlich absetzen.

2. Hier müsste sodann aufgeteilt werden, wo Sie Ihre Tätigkeit tatsächlich ausüben. Sprich es wird nur der Lohn der Quellensteuer in der Schweiz unterworfen hinsichtlich der Arbeitstage, die Sie auch tätsächlich in der Schweiz gearbeitet haben.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 06.05.2013 | 18:06

Sehr geehrter Herr Hermes,

Vielen Dank fuer Ihre schnelle Antwort!

Bei mir bleiben nur einige Sachen ungeklärt.

Zur Frage 1: Sie schreiben: „Sie können natürlich die Bewilligung B beantragen, da Sie in der Schweiz einer Erwerbstätigkeit nachgehen. Hier haben Sie allerdings nach wie vor Ihre Ansässigkeit nach DBA in Deutschland." Was ich aber nicht verstehe, welche steurliche Unterschiede ergeben sich konkret im Vergleich zum Status „Wochenaufenthalter"?

Zum Frage 2: Muss mein Arbeitsgeber in der CH tatsächlich unterschreiben dass ich an diesen Tagen (sprich „home office" Tage in DE) nicht in der Schweiz war?

Ich bedanke mich herzlich im Voraus und verbleibe mit freundlichen Grüssen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.05.2013 | 19:25

1. Wenn Sie die Bewilligung B beantragen, haben Sie auch (steuerlichen) Wohnsitz in der Schweiz.
Durch die Bewilligung B muss im Einzelfall geprüft werden, wo die Ansässigkeit vorliegt, also bei Ihnen D oder CH.
Sodannn muss für jede Einkunftsart gesondert geprüft werden, wo diese nach dem DBA zu besteuern ist.
2. Sie haben eine Auskunftspflicht gegenüber den deutschen Finanzbehörden, u.a. § 90 AO.
Der deutsche Fiskus kann den schweizerischen Arbeitgeber zu nichts zwingen.
Wichtig ist in diesem Zusammenhang für die Besteuerung grundsätzlich, wo die Arbeit physisch ausgeübt wird bzw. wo Sie sich aufhalten.
Der für die Besteuerung maßgebliche Arbeitsort befindet sich grundsätzlich dort, wo sich die Person als Arbeitnehmer zur Ausführung der Arbeit tatsächlich aufhält.

Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

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