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Falsches Baujahr beim Oldtimer

06.09.2018 01:54 |
Preis: 45,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


Guten Tag.

Ich habe in diesem Jahr (05.2018) einen Oldtimer von Privat gekauft. Angegeben wurde das Fahrzeug lt Online-Inserat als „Sehr gepflegter Oltimer aus den Jahre 72".
Hier handelt es sich um einen VW Käfer Cabrioumbau.
Bei der Besichtigung fand eine kurze Probefahrt statt. Der Verkäufer selbst war durch Krankheit nicht anwesend. Stellvertretender war sein Enkel der mir kaum Fragen beantworten konnte. Er sagte das Auto wurde immer sehr gepflegt und der nächste TÜV wird keine Probleme bringen. Das aktuelle TÜV-Gutachten konnte ich einsehen. Dort waren keinerlei Mängel aufgelistet. Wir einigten uns auf einen Kaufpreis von 9500€.

In den Papieren sowie im Kaufvertrag ist von 06/1972 als Erstzulassung die Rede. Nach Kaufabschluss kamen mir Zweifel beim Baujahr. Die Nachfrage bei VW bestätigte meine Vermutung. Nach Fahrgestellnummer wurde das Fahrzeug am 21.02.1974 in Deutschland ausgeliefert. Auf Nachfrage beim Verkäufer erklärte er mir, dass irgendwann mal die Bodengruppe gewechselt wurde. Das wurde vor dem Verkauf nicht erwähnt. Anwesend waren meine Freundin, ein Freund, der stellvertretende Verkäufer und ich.

Beim Versuch neuen TÜV zu erhalten, also 08.18 kam der große Moment. Die Bodengruppe ist durchgerostet und die Achsaufhängung ist komplett weggerostet. Unter einen dicken Schicht Unterbodenschutz kam dies zum Vorschein. Die Bremsen rechts vorne und links hinten haben keinerlei Bremskraft. Schludrige Schweißarbeiten an manchen stellen kamen zum Vorschein. Der gesamte Unterboden ist schrott. Das Fahrzeug ist jetzt abgemeldet und eine Reparatur würde in die Tausende gehen. Das Fahrzeug ist nicht mehr Verkehrssicher.

Der Verkäufer beruft sich auf „Gekauft wie gesehen" und hat kein Interesse an Kaufrückabwicklung oder Schadensausgleich.

Ich stehe kurz vor einen Verfahren. Habe aber keine Rechtsschutz.

Wie beurteilen Sie diese Situation?
Habe ich Chancen das Verfahren zu „Gewinnen"?

Freundliche Grüße
06.09.2018 | 05:51

Antwort

von


(201)
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ich beantworte Ihre Frage auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie, dass schon geringe Abweichungen im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen können.

Es ist immer schwierig aus der Ferne eine verbindliche Einschätzung abzugeben. Meines Erachtens stehen Ihre Chancen auf ein Obsiegen in dieser Angelegenheit ausgesprochen gut.
Auch bei einem Privatverkauf haftet der Verkäufer für arglistig verschwiegene Mängel.
Ob das Baujahr einen solchen Mängel darstellt, bezweifle ich. Ob dieses Fahrzeug 72 oder 74 gebaut wurde, ändert am Oldltimer Status nichts. Wenn nicht gerade das Baujahr entscheidend für Sie war (und dies auch mit dem Verkäufer kommuniziert haben) werden Sie hier nicht weiter kommen.

Anders sind die schweren Mängel zu bewerten. Wenn ein Fahrzeug als mängelfrei verkauft wird muss es auch frei von Mängeln sein. Angesichts der Schwere der Schäden und der unfachmännisch ausgeführten Arbeiten ist auch von der Kenntniss des Verkäufers auszugehen, sodass hier ein arglistigem Verschweigen vorliegt. Andererseits hatten Sie natürlich Gelegenheit das Fahrzeug zu begutachten, sodass diejenigen Mängel welche offensichtlich sind, nicht zum Schadensersatz berechtigen.

Angesichts des in Frage stehenden Streitwerts würde gerne Chancen vermuten, dass Sie sich vor Gericht vergleichen werden. Das sollte sich dennoch lohnen. Sander Wert 5.000€ überschreitet, ist das Landgericht zuständig. Dort müssen Sie sich anwaltlich vertreten lassen. Bei Interesse bin ich gerne bereit diese Vertretung zu übernehmen.

Ich hoffe Ihre Frage umfassend beantwortet zu haben. Sollte dies nicht der Fall sein, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 13.11.2018 | 22:46

Hallo.

Grundsätzlich wollte ich das Thema eigentlich ruhen lassen und den Schaden selbst beheben. Deshalb hab ich das Auto zur Beseitigung des dicken Unterbodenschutzes in eine Fachwerkstatt gebracht. Nach der Beseitigung war das ganze Ausmaß zu sehen. Die Bodengruppe wurde mit den Chassis verschweißt (Das macht man bei einen VW Käfer normalerweise nicht). Außerdem ist die Bodengruppe komplett irreparabel. Eine Reparatur ist wegen der Verschweißung noch sehr viel Kostenaufwändiger.

Der im Hause ansässige Karosseriebauer (spezialisiert auf Oldtimer) sah sich das Fahrzeug an.
Ich erzählte ihm, dass mir nach den Kauf erzählt wurde, dass die Bodengruppe mal getauscht wurde. Angeblich wurde eine vom Typ 1303 auf meinen typ 1200 gebaut. Er kennt sich mit Käfermodellen sehr gut aus und er meinte das funktioniert nicht. Ihm fiel auf, das etwas an der Rahmennummer nicht stimmt und untersuchte diese. Er bemerkte, dass diese mal heraus getrennt wurde und eine neue Rahmennummer sorgfältig eingefügt wurden ist. Durch den Rahmentunnel sieht man mit einer Spezialkamera die Schweißränder die von oben nicht zu sehen sind. Man kann nun spekulieren, warum man sowas macht.

Wie schätzen Sie mit den neuen Erkenntnissen in einem Rechtsstreit meine Chancen ein?

Freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.11.2018 | 07:56

Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für die Nachfrage.

Die Rahmennummer trennt man aus einem Fahrzeug um einen Diebstahl zu verschleiern. Möglicherweise sind Sie nicht das einzige Opfer in diesem Fall. Sie sollten die Sache anzeigen.

Ein zivilrechtliches Vorgehen, halte ich durch die erfolgte Vorlage des Fahrzeugscheins für erschwert. Sie hätten erkennen können, dass es sich um ein anderes Modell handelt.als.angenommen. Der Verkäufer kann sich hier auf den Standpunkt stellen, dass er sich selbst getäuscht hat.

Am Sinnvollsten wäre es, den Verkäufer mit den neuen Erkenntnissen zu konfrontieren und ihm auch mitzuteilen, dass Sie eine Anzeige erwägen.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt

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