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Falscher Zählerstand Strom

| 11.02.2017 14:22 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer


Zusammenfassung: Es geht um augenscheinlich falsch anzeigenden Stromzähler und die Rechte des Verbrauchers.

Hallo,
ich würde gern zu folgendem Sachverhalt eine Auskunft haben. Ende des Jahres habe ich wie immer meinen Zählerstand ablesen wollen und mußte feststellen,daß dieser einen Mehrverbrauch von etwa 1000 kw/Stunden von meinem sonst auf normalem singleverbrauch lautenden Verbrauch von etwa 1700 kw/std abweicht.

Ich wohne seit 4,5 Jahren in meiner Wohnung und noch nie ist es zu so einem Ergebnis gekommen. Fakt ist, daß er Zähler Ende 2015 /Nov. ausgewechselt wurde. Das allein ist schonmal ein Anhaltspunkt für mich,daß hier, was auch immer etwas schiefgelaufen ist. Ich habe die überhöhte Zahlung abgelehnt und mich auf meinen durchschnittlichen Verbrauch berufen. Daraufhin wurde mir für 177 Euro eine Überprüfung des Zählers durch die Stromnetzgesellschaft angeboten, die ich bisher nicht angenommen habe, da ich die selbst bezahlen muß und ganz sicher nicht so einen Betrag dafür ausgebe, daß mir bescheinigt wird, daß der Zähler völlig in Ordnung ist. Ich würde gern wissen, wie ich mich hier korrekt verhalten soll.

Gerne zu Ihren Fragen: "Ich würde gern wissen, wie ich mich hier korrekt verhalten soll."


Entscheidend sind die Fragen zur Beweislast.

Sie haben die Tatsache hoffentlich gesichert, dass ein Mehrverbrauch zum Ende des Jahres 2016 von 1000 kw/Std. angezeigt ist.

Und zwar ohne Veränderung Ihres seit 4,5 Jahren üblichen Verbrauchsverhalten, wofür Sie die Beweislast trifft. Diese Negativtatsache werden Sie nur schwer beweisen können.

Hier gelten dann die Regeln des Anscheinsbeweis, der vom Stromlieferanten widerlegt werden kann.

Sie bringen das Ganze in den Zusammenhang mit einem Ende 2015 /Nov. ausgewechselten Zähler.

Daraus folgen drei Alternativen:

Entweder hat der alte Zähler bis dahin zu wenig angezeigt oder der ausgewechselte zeigt jetzt zu viel an. Oder Ihr Verbrauchsverhalten hat sich geändert.

Unbeschadet anders lautender AGB schuldet Ihnen der Stromlieferant korrekt anzeigende Zähler und den entsprechenden Nachweis bei Indizien der von Ihnen geschilderten Art.

Sie sollten daher die Tatsache des plötzlichen objektiv beweisbaren Mehrverbrauchs verknüpfen mit der Nebenpflicht des Stromlieferanten, korrekte Zähler zu betreiben und unter Fristsetzung von 10 Tagen die Überprüfung des Zählers auf deren Kosten zu fordern. Verweisen Sie dabei auf § 36 EichO (Eichordnung).

Alternativ wäre es möglich, ohne „Anerkennung einer Rechtspflicht mit Rückforderungsvorbehalt" die € 177 vorerst zu zahlen und später zurück zu fordern oder mit den laufenden Forderungen aufzurechnen.

Oder die Befundprüfung nach § 32 Absatz 2 EichO selbst vornehmen zu lassen und später beim Lieferanten zu liquidieren.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 13.02.2017 | 00:39

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Stellungnahme vom Anwalt:
Herzlichen Dank für die freundliche Bewertung.

Hier noch die §§ der EichO, die sich im Text nicht abgezeichnet hatten:

§ 32 Befundprüfung
(1) Durch die Befundprüfung wird festgestellt, ob ein eichfähiges Meßgerät die Verkehrsfehlergrenzen einhält und
den sonstigen Anforderungen der Zulassung entspricht.
(1a) Bei Messgeräten nach § 7h wird durch die Befundprüfung festgestellt, ob sie die Verkehrsfehlergrenzen
einhalten und den sonstigen Anforderungen entsprechen, die zum Zeitpunkt des Inverkehrbringens gegolten
haben.
(2) Die Befundprüfung kann von jedem, der ein begründetes Interesse an der Meßrichtigkeit des Meßgerätes
darlegt, bei der zuständigen Behörde oder einer staatlich anerkannten Prüfstelle beantragt werden.

§ 36 Meßrichtigkeit
(1) Meßgeräte müssen so gebaut sein, daß sie für ihren bestimmungsgemäßen Verwendungszweck geeignet sind
und unter Nenngebrauchsbedingungen richtige Meßergebnisse erwarten lassen.
(2) Referenzbedingungen für die meßtechnische Prüfung und Nenngebrauchsbedingungen sind in den Anlagen
aufgeführt oder können bei der Bauartzulassung festgelegt werden.

Guten Erfolg wünscht,
Ihr
W. Burgmer
- Rechtsanwalt

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